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Kulturhauptstadt

Chorprojekt für Menschen ab 50

23.02.2010 | 07:00 Uhr
Chorprojekt für Menschen ab 50

Das Projekt „Polyphonie – Stimmen der kulturellen Vielfalt“ spricht Menschen über 50 an. Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres finden Gesangskurse in verschiedenen Städten statt. Ziel ist ein großes Abschlusskonzert mit der Duisburger Philharmonie am 9. Mai.

Am Sonntag kam der Workshop in den Ringlokschuppen: Knapp 40 Frauen und Männer haben sich im Proberaum eingefunden. Links plaudert die koreanische Dame mit ihrer griechischen Bekannten. Zur Rechten nimmt derweil ein Marokkaner mit seinen türkischen Freunden Platz. Zurückhaltend, vielleicht auch etwas schüchtern ist die Stimmung bei den vielen fremden Menschen, die alle womöglich nur eines gemeinsam haben: Die Liebe zur Musik.

Angefangen wird mit einer kleinen Aufwärmphase, erweitert durch kurze Atemübungen bis hin zum Vokalgesang. Ein Kanon ausgedachter Laute und unterschiedlicher Lautstärke soll den Hobbysängern ein erstes Gefühl für die Tonlage und die Anweisungen der Sängerin und Gesangspädagogin Vera Westera vermitteln. Unter der musikalischer Leitung von Gitarrist Bojan Vuletic wird sich kurze Zeit später an das erste Lied herangewagt. „Die Moritat von Mackie Messer“ wird in der nächsten Stunde durch verschiedene Gesangsstile und Soloauftritte ausgeschmückt und sorgt zugleich für eine lockere und entspannte Atmosphäre.

„Es ist jedes Mal eine große Überraschung, wie die Menschen über sich hinauswachsen“, berichtet der Musiker Bojan Vuletic. „Mit dem Chorgesang im ersten Teil versuchen wir die Beteiligten zu motivieren und Vertrauen zu erwecken, so dass der zweite Teil nicht allzu angespannt verläuft.“

Im besagten zweiten Teil kommt nämlich „das Lied deines Lebens“ zum Auftritt. Jeder der Teilnehmer hat die Möglichkeit, sein Lieblingslied zu präsentieren und vielleicht die Chance, dieses als Solokünstler beim Abschlusskonzert auch zu singen.

Mit jeweils 40 Interessenten pro Workshop ist die Teilnahme weitaus beliebter als erwartet. „Seit 2007 führen wir dieses Projekt durch, und in diesem Jahr können wir es glücklicherweise mit der Kulturhauptstadt verbinden“, erzählt die Projektmanagerin Erika Wickel. Mit dem großen Ziel, einen Austausch der Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen und zugleich ein künstlerisches anspruchsvolles Konzert zu gestalten, sollen am Ende knapp 50 Sänger für den Auftritt gewonnen werden.

„Es geht uns nicht um die besten Sänger – wir wollen einfach ein buntes und qualitativ hochwertiges Programm zusammenstellen“, erklärt der Gitarrist Bojan Vuletic. Nicht benötigt wird dabei: „Musikalische Vorbildung, Noten- oder auch deutsche Sprachkenntnisse. Denn: „Musik ist die wichtigste Sprache.“

Sarah Buse

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