Chance versenkt

Das Haushaltssicherungskonzept dient Behörden immer als Totschlagargument, wenn sie etwas nicht wollen. Der gewünschte Steiger für Mintard kommt 2015 nicht ans Ruhrufer – vielleicht 2016. Aber sicher ist das noch lange nicht. Eine bessere Erschließung des Ruhrtals für Ausflügler – diese Chance wurde gestern Nachmittag vorerst versenkt.

Investiert ein Gastronomen-Duo einen siebenstelligen Betrag für die Wiederbelebung des Mintarder Wasserbahnhofs, seien 25 000 Euro für den Anleger kein Problem, ist seit Tagen aus dem Rathaus zu hören. Bei vielen Millionen Miesen in der Stadtkasse fallen 25 000 gar nicht mehr auf, muss der Kämmerer darauf als Echo hören. Natürlich tragen er und Politiker die Verantwortung für die Stadtfinanzen. Aber man kann eine Gemeinde auch kaputtsparen.

Das darf nicht passieren. Es sind meistens die Kleinigkeiten vor Ort, über die sich Bürger freuen und die sie gern annehmen. Aber selbst die Bezirksvertreter haben sich nicht zu einer Mitfinanzierung des Anlegers durchgerungen. Das wäre ein Signal nicht nur für Mintard gewesen. Wartet die klamme Stadt nur, bis andere etwas tun, kann sie bald nicht mehr auf Hilfen hoffen. Geben und Nehmen darf nicht die Ruhr runtergehen.