CDU verteidigt ihre Prioritätensetzung

Der CDU-Fraktionschef Wolfgang Michels weist den Vorwurf, dass die Politik in Mülheim nur unzureichend Prioritäten setze, zurück. In der Debatte um die mögliche Dreifach-Turnhalle hatte der Hockeytrainer und Sprecher der Mülheimer Wirtschaft, Hanns-Peter Windfeder, eine fehlende Priorisierung bemängelt. Der Grund: Das Land will mit 4,8 Millionen zu 80 Prozent die Sportstätte der Stadt finanzieren, doch eine politische Mehrheit könnte dies wegen fehlender Eigenmittel ablehnen.

Sehr wohl, so Michels, habe die Politik, und damit sind CDU und SPD gemeint, Prioritäten gesetzt, in die vordringlich investiert werde. „Den Schwerpunkt der Investitionen haben wir bei der Sanierung des Otto-Pankok-Gymnasiums, des Schulzentrums Saarn, sowie der Grundschule Augusta- und Zastrowstraße gesetzt. Weiterhin haben wir dafür gesorgt, dass das Wennmann-Bad und das Kunstmuseum nicht geschlossen werden“, so Michels in einem offenen Brief. Windfeder wirft er Lobbyismus vor: „Wollen Sie ernsthaft die Sanierung der Schulen zurückstellen und dafür eine Sporthalle bauen, deren Nutzen selbstverständlich von den Hockey-Lobbyisten anders gesehen wird als vom normalen Mülheimer Bürger.“

Windfeder steht mit seinem Appell, das Defizit an Sportstätten in Mülheim durch den Neubau zu mildern, längst nicht allein da. Breite Teile der Mülheimer Sportgemeinde stehen dahinter. Die Halle soll auch keineswegs eine Hockeyhalle sein, sondern sie würde in erster Linie dem Sportgymnasium NRW – Luisenschule – zur Verfügung stehen, am Abend und an Wochenenden auch Vereinen, die derzeit unter dem Mangel an Kapazitäten leiden. Der Sport, darauf wies Windfeder hin, sei auch bei der Aufstellung eines Leitbildes für Mülheim von der Bürgerschaft als ein Schwerpunkt gesehen worden.

Die CDU erinnert an den Vorschlag des Kämmerers, die Grundsteuer B um sieben Prozent zu erhöhen, um die Unterhaltungskosten einer neuen Sporthalle von rund 400 000 Euro im Jahr zu finanzieren. Sei das gewollt? fragt Michels an die Adresse des Sports.