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CDU sucht den Aufbruch 2014

04.06.2011 | 18:02 Uhr
CDU sucht den Aufbruch 2014
Wie gewinnt eine Partei Wähler und vor allem Mitglieder? Der Kreisvorsitzende Andreas Schmidt im Bürgergespräch auf dem Kurt-Schumacher-Platz. Bild: Stephan Glagla

Mülheim.   Die CDU kriselt in den Großstädten. Hamburg hat’s gezeigt, Bremen erst recht, und die Erinnerungen in Mülheim an die letzte Wahl sind ebenfalls alles andere als gut.

Die CDU kriselt in den Großstädten . Hamburg hat’s gezeigt, Bremen erst recht , und die Erinnerungen in Mülheim an die letzte Wahl sind ebenfalls alles andere als gut. Die entscheidende Frage spricht der Kreisvorsitzende in Mülheim, der langjährige Bundestagsabgeordnete Andreas Schmidt , offen an: „Wie können wir in den Großstädten den Volksparteicharakter der CDU erhalten?“ Auch darum geht es beim Parteitag in der kommenden Woche. Untätig war die CDU in der Frage nicht. Gleich nach der Schlappe bei der Kommunalwahl hat sie die Initiative „Aufbruch 2014“ ins Leben gerufen.

Es handelt sich dabei um eine Arbeitsgruppe, die Vorschläge dazu machen soll, wie die Bürger besser erreicht, mehr eingebunden, wie zentrale Themen in der Stadt breiter diskutiert werden können und wie es gelingen kann, die Mitgliedschaft in der Partei attraktiver zu machen. Bewusst hat die Union mit Frank Blum aus Saarn eines ihrer jungen Polit-Talente mit der Arbeitsgruppe betraut. Ein jüngerer Blick ist gewünscht.

Der Partei fehlen Jüngere

Jüngere Jahrgänge fehlen der CDU wie der SPD, jenseits der 60 liegt der Schwerpunkt. Rund 750 Mitglieder zählt die CDU noch in der Stadt, 1650 waren es einmal Anfang der 80er Jahre.

„Unser Ziel ist“, sagt Schmidt, „die Mitglieder stärker in die Parteiarbeit einzubinden.“ Parteitage will man dazu öffnen, nicht nur noch ein paar Delegierte sollen dort zusammensitzen. „Um eine Partei attraktiver zu machen, brauchen wir auch attraktive Themen“, betont Blum beim Redaktionsbesuch. Jedes Jahr will die CDU dazu ein Schwerpunktthema setzen und dies in der Stadtgesellschaft breit diskutieren, die Ergebnisse zusammentragen und diese dann in die Alltagsarbeit der Fraktion nachvollziehbar einfließen lassen.

Netzwerke sollen gebildet werden

Integration ist das Thema des Jahres 2011. Die Frage, was bedeutet eigentlich noch das C im Parteinamen, soll es im nächsten Jahr sein. Die Stadtteile und ihre Probleme nennt Blum als weiteres Thema. Auf diese Weise will die CDU neue Gesprächspartner gewinnen, mit Gruppen und Verbänden ins Gespräch kommen, die bisher der Partei nicht unbedingt nahestanden. Das Bilden von Netzwerken steht auf dem Plan. „Wir müssen sehen, dass die Volksparteien einen großen Teil ihrer alten Klientel verloren haben. Die klassischen Großstadt-Milieus gibt es zudem nicht mehr, ebenso alte Verbindungen früherer Jahre.“ Blum denkt etwa an die große Nähe der Katholiken zur CDU.

Mehr denn je, so Blum, komme es darauf an, mit Personen an der Spitze der Partei Menschen zu gewinnen: „Diese Person muss auch das Lebensgefühl in einer Stadt widerspiegeln.“ Viel zu wenig seien manche Politiker-Köpfe in der Stadt bekannt, bedauert der Nachwuchspolitiker. Ein Mentoring-Programm hält er für sinnvoll und fordert, dass die, die interessiert und talentiert sind, eine Chance bekommen, ohne die Ochsentour durch die Parteiarbeit durchlaufen zu müssen. Und es müsse darum gehen, Parteiarbeit für jüngere Mitglieder familienfreundlicher zu machen.

„Aus 1 mach 2“

Schon jetzt greift die CDU das Thema des zukünftigen Spitzenkandidaten auf, ohne an Namen zu denken. „Es geht darum, wie baut man jemanden in der Stadt auf“, sagt Schmidt. Und Blum meint: „Warum sollte man in Mülheim nicht auch eine Persönlichkeit finden, die auf breite Zustimmung stößt und die man mit anderen Parteien gemeinsam aufstellt.“

Mit der Kampagne „Aus 1 mach 2“ startet die CDU landesweit in den nächsten Monaten einen weiteren Versuch, die Talfahrt bei der Mitgliederentwicklung zu stoppen: Parteimitglieder sollen dabei Freunde gewinnen. Die Kreisverbände stehen nicht zur Diskussion, betont Schmidt und glaubt nicht an Zusammenlegungen. „Die Präsenz vor Ort muss erhalten bleiben.“ Alles andere hält der Vorsitzende für gefährlich.

Perspektive 2014. Der Anspruch sei, sagt Schmidt, stärkste Kraft zu werden. Der Anspruch einer Volkspartei müsse aber auch sein, klar über 30 Prozent zu liegen.

Gewinner und Verlierer

 

Andreas Heinrich

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Kommentare
08.06.2011
13:28
CDU sucht den Aufbruch 2014
von hans-thorsten | #5

Nüchtern betrachtet hat sich die CDU in Mülheim an der Ruhr um Kopf und Kragen geschmust. Im langjährigen Schmusekurs mit der SPD, einer Zweck-Koalition ohne Bündnis, hat man still gehalten und Projekte wie Ruhrbania -ohne das Vorhaben zu bewerten- einfach durchgewunken.

Nun wundert man sich, dass man ohne Profil da steht,- nachdem man lange Jahre kein Profil pflegte, nein, genauer gesagt die Profillosigkeit pflegte. Besonderer Dank verdient hier sicherlich das Machtvakuum, das die Ortabwesenheit von Schmidt (man weilte lieber in Berlin) hinterließ, die diktatorische Führung Heiderichs, erst beendet durch Tilgners Putsch, und das permanente Absägen von Nachwuchs, der Konkurrenz für Posten und Pöstchen bilden könnte, eine intrigante Befähigung, die unter den Initialen H.H. schon zum Quasi-Markenzeichen aufstieg (ja, ja, mit lukrativen Posten in den Aufsichtsräten zum eigenen Häuschen auf ehemaligen Kirchengrund, das ist schon calvinistisch: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!). Die kleine Riege derer, die die Lokalpolitik zum Einkommenserbringer denaturiert haben, hat mit ihrem Hintern jeden neuen Ansatz plattgesessen. Man denke nur an die trüben Wasser in Sachen Bremekamp-JSG, in der Heidrich, Dickmann und -wenn wundert´s, natürlich auch von der Gegenseite- Yassine mitfischten. Schwamm drüber und dann vergleichen wir das eben vor Gericht-außerhalb der Sichtweite des Wählers die Sache weg. Auf der anderen Seite hilt man in der Geschichte Yassine schön die Füße still.

Hinzu kommt, dass das generelle Politikverständnis der Lokalpolitik immer noch vom dämlichen Wähler der 70er ausgeht, dem man eine Mülltonne mit Schriftzug vor die Nase stellte, die er dann artig wählte. Doch die Zeiten sind vorbei. Der Wähler hat zwar keinen Nerv, auf die Straße zu gehen, doch er beobachtet doch sehr genau. Und er vergisst nicht mehr in dem Maß, das früher Standard war (Die Renten sind sicher!).

Vor diesem Hintergrund nunmehr das Profil an Scheinthemen zu schärfen, um ein Markenzeichen Mülheimer CDU etablieren zu wollen, löst da nur noch ein müdes Gähnen aus.

Und so bleibt der Grundsatz: man muss schon ein dickes Fell haben, um ohne Rückgrat aufrecht gehen zu können.

05.06.2011
14:55
CDU sucht den Aufbruch 2014
von geniculatum | #4

mit der CDU verhält es sich so wie mit der SPD solange die alte Fürhungsriege da ist werden sie nie GLaubwürdig werden. Wie die SPD hatdie Führungsriege der CDU den Mülheimer Bürge zu genüge belogen. MIt leuden wie Mühlenfeld, wiecherung schitzt und co würde ich nicht reden, bzw denen glaube ich nicht nur 1 cm.

05.06.2011
09:59
CDU sucht den Aufbruch 2014
von reisejuergen1 | #3

den spendenkohlverteidiger schmidt gibts noch?hat ihm sein ganzes getue um kohl ja nix genutzt. macht jetzt in provinz?

04.06.2011
17:38
CDU sucht den Aufbruch 2014
von FUBAR | #2

Da hab ich mal einen ganz tollen Tipp für die CDU (oder SPD oder oder..):

Hört endlich auf uns und euch selber zu betrügen und belügen.

Das, was der normale Bürger möchte, das sagt einem in der Regel der gesunde Menschenverstand. Und würde der, und nicht eine kleine, interessengesteuerte Gruppe, bei den Entscheidungen in dieser Stadt Anwendung finden, wir hätten noch eine Stadtbibliothek, einen Park an der Ruhr, kein Hafenbecken, kein Naturbad etc. etc..

04.06.2011
12:55
CDU sucht den Aufbruch 2014
von wohlzufrieden | #1

CDU sucht den Aufbruch in Abbruch-Mülheim. Entzückend!

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