CDU-Spitze schickt Oesterwind ins OB-Rennen

Das Rathaus in Mülheim.
Das Rathaus in Mülheim.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Partei- und Fraktionsvorstand sprachen sich einstimmig für den 56-jährigen Mülheimer aus. Oesterwind soll breites Bürgerbündnis hinter sich vereinen.

Mülheim.. Die CDU legt in Sachen OB-Kandidatur vor: Einstimmig sprachen sich jetzt Partei- und Fraktionsvorstand für den Saarner Ratsherrn Werner Oesterwind (56) aus. „Wir glauben, dass er eine große Chance hat, ein breites Bürgerbündnis über Parteigrenzen hinweg für einen Neuanfang hinter sich zu vereinen“, sagt der Kreisvorsitzende, Andreas Schmidt, der ihn bereits seit einigen Jahren beobachtet. Ein Parteitag der CDU müsste Oesterwind in den nächsten Monaten noch endgültig nominieren.

Die OB-Wahl findet im September statt. Stadtdirektor Frank Steinfort (CDU), der bereits vor Monaten seine Bereitschaft für eine Kandidatur bekundet hatte, zog die Bewerbung nach der Entscheidung zugunsten von Oesterwind zurück. Er fand weder in der Partei noch in der Fraktion eine geschlossene Zustimmung. Die CDU hatte auch nach der Bewerbung von Steinfort nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie weiter auf der Suche nach einem Kandidaten sei. Dies, so Schmidt, sei auch das gute Recht jeder Partei. Wie die WAZ erfuhr, gibt es innerhalb von Fraktion und Partei zum Teil große Verärgerung darüber, wie mit Steinfort umgegangen worden ist. „Es herrscht nicht gerade Harmonie“, so ein Ratsmitglied der CDU. Es gebe eine deutlich spürbare Unzufriedenheit sowohl mit der Partei- wie mit der Fraktionsspitze, heißt es aus Unions-Kreisen. Nicht alle sind bereit, das zu schlucken.

„Die Aufgabe, diese Kommune zu führen, reizt mich“

Ob Oesterwind von weiteren Parteien und politischen Bündnissen in Mülheim unterstützt wird, gilt als offen. „Ein großes Fragezeichen“, hieß es gestern etwa bei den Grünen. Gespräche werden in jedem Fall, wie es demokratischer Brauch ist, geführt.

Osterwind selbst will in den nächsten Wochen in die einzelnen Ortsvereine gehen und über seine Ziele reden. Er ist seit 1975 Mitglied der CDU, gehörte in den 90er Jahren der Bezirksvertretung an, sitzt seit 2009 im Rat. Derzeit ist er unter anderem Vorsitzender des Ausschusses für Bürgeranliegen, Sicherheit und Ordnung, und er sitzt im Sportausschuss. Sein Geld verdient Oesterwind als Mitglied im Management der Karstadt-Tochter Le Buffet. „Die Aufgabe, diese Kommune zu führen, reizt mich“, sagte er gestern in einem kurzen Gespräch mit der WAZ. Wen er sich als Gegenkandidaten bei der SPD wünscht, lässt er offen, betont aber: „Ich wünsche mir einen fairen Wahlkampf.“

Die SPD steckt bei der Kandidatenfrage noch in Überlegungen und hatte gehofft, dass die CDU vorlegt. Offen ist, ob weitere Parteien einen Kandidaten aufstellen werden.