Bus-Tarife

Seit ein paar Monaten fahre ich als Neu-Mülheimerin Bus mit der MVG. „Nach X eine Karte bitte“ sage ich beim Einstieg. „Zwei sechzig“ bellt mich der mies gelaunte Busfahrer an. Stunden später fahre ich zurück: Gleiche Busnummer, anderer Fahrer: „Eine Karte nach L, bitte!“ er antwortet „Eins sechzig.“ Ich sage nichts. D a s ist doch ein unschlagbares Angebot! Ein Euro weniger für exakt dieselbe Strecke!


Tage später, gleiche Haltestelle, gleiche Linie, anderer Fahrer. Ich sage mein Sprüchlein auf und bekomme ein Busfahrerstrahlen erster Güte. „Setzen Sie sich hin, junge Frau. Sie fahren heute umsonst.“ „Wie jetzt? Ich brauche keine Karte?“ „Bei mir nicht.“ Ich grinse, er grinst, ich fahre kostenlos!


Die nächste Fahrt, frech versuche ich es mal „Eine Karte für 1,60 € bitte.“ „Wo wollen Sie aussteigen?“ „In X“. „Dat kostet zweisechzig, Mädchen.“ „Aber ich fahre oft diese Strecke und Ihre Kollegen sagen: Kurzstrecke.“ Sagt er: „Die lügen. Sind zwei Stationen mehr. Wenn Sie erwischt werden mit falscher Karte, wird teuer!“ Ich zahle schweren Herzens den richtigen Tarif. Zurück fahre ich an diesem Tag kostenlos, wieder mit einem anderen gut gelaunten Fahrer. Der Grund: Ich bin die Einzige, die mitfährt und „Kontrolleure kommen nicht, junge Frau, kein Sorge.“


Meine Statistik nach einigen Monaten: 60% fahre ich zum richtigen Tarif. 25% fahre ich verbilligt. Den Rest der Zeit sogar kostenlos. Eine Monatskarte kaufe ich nicht, zu teuer, ich hab’s ausgerechnet.