Bunter Rahmen für die "Stücke"
05.05.2009 | 20:19 Uhr 2009-05-05T20:19:00+0200Zu den Mülheimer Theatertagen gibt es wieder ein Fest im Raffelbergpark. Für Kinder gibt es Vorstellungen in einem Zelt an der Stadthalle.
Vier schrill gekleidete Musiker, die ihre Instrumente tauschen und dabei lautstark Hits von Stevie Wonder spielen, drei elegante französische Reiter, die für die nächsten Olympischen Spiele trainieren, ein launischer Elefant, der durch den Park stampft, und dann am Abend eine Band, die schöne Lieder über die Schwierigkeit singt, in der Warenwelt zu leben – das große Stücke-Fest der Mülheimer Theatertage wartet auch in diesem Jahr wieder mit einer Vielzahl an Aktionen und Attraktionen auf. Jetzt muss nur noch am Samstag, 23. Mai, – Beginn ist um 18 Uhr – das Wetter schön sein, wenn das verrückte Quartett von „The Four Shops”, die Reiter von „Les Goulus”, Jochen der Elefant und ab 21 Uhr dann der Kölner Indie-Pop-Musiker und Autor Peter Licht mit seiner Band im Raffelbergpark zu sehen und zu hören sind – und das bei freiem Eintritt.
Das Team der Theatertage um Udo Balzer-Reher jedenfalls freut sich schon auf das Fest, das neben Musik,Theater, Kulinarischem und Begegnungen auch Literatur zu bieten hat: So wird die Gewinnerin des letztjährigen Dramatikerpreises – Dea Loher – einen Prosatext vortragen und der bekannte Theaterkritiker der Frankfurter Rundschau Peter Michalzik liest aus seinem kürzlich erschienen Buch „Die sind ja nackt! Gebrauchsanweisung fürs Theater”.
Zum Rahmenprogramm der Stücke gehört aber auch ein Symposion (29. bis 31. Mai), mitveranstaltet von der Theater- und Mediengesellschaft Lateinamerika und dem Theater an der Ruhr. Unter dem Motto „Blick-Wechsel : Bild-Wechsel” gehen Autoren, Kritiker, Künstler und Theaterwissenschaftler aus Deutschland und Südamerika folgenden Fragen nach: Wie entsteht das eigene Bild von der Welt? Wer urteilt darüber ob sie falsch oder richtig sind? Wie werden etablierte Bilder auf den Kopf gestellt? Und was bewirkt dies beim Zuschauer eines Theaterstücks? Den Selbsttest, wie ein europäisches Drama in einer südamerikanischen Inszenierung wirkt, kann jeder am 29. und 30. Mai machen, wenn das Teatro Espacio Palermo aus Uruguay „Das letzte Feuer” von Dea Loher in spanischer Sprache aufführt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.
Wie bereits in den vergangenen Jahren treffen sich auch wieder Übersetzer zu einem intensiven Arbeitsseminar (15. Mai bis 6. Juni). Die internationalen Gäste beschäftigen sich unter anderem mit deutscher Gegenwartsliteratur.
Doch zurück zum Angebot für ein breites Publikum – in diesem Fall ein junges. Die „Kinder-Stücke” schlagen vom 25. bis 29. Mai an der Stadthalle ihr Theaterzelt auf: Am 25. Mai spielt das Berliner Theater an der Parkaue in einer deutschsprachigen Erstaufführung „Die Schutzhütte” von Peer Wittenbols. Am 26. Mai folgt das Helios Theater Hamm, das mit „Aus dem Haus heraus” ein Spiel mit 180 Backsteinen zeigt. „Wir alle für immer zusammen” (27. Mai) mit dem Theater Marabu behandelt das Thema Scheidung der Eltern. „Let's talk about Sex” (28./29. Mai), gespielt vom Ensemble Das Helmi, und der Band „Radau” (29. Mai) schließen die „Kinder-Stücke”.
Nähere Informationen, auch zu den Vorstellungen des Dramatikerwettbewerbs, im Internet unter www.stuecke.de

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