Bunker-Mann hat nur Freunde in der Politik
15.12.2009 | 20:36 Uhr 2009-12-15T20:36:00+0100Ausschuss: Verwaltung soll Freigabe des unterirdischen Post-Bunkers für Wohnzwecke vorbereiten
Am Ende ließ sich Ausschuss-Vorsitzender Dieter Wiechering (SPD) vom bittstellenden Bürger Andreas Krasicki eine Art Ehrenwort geben, dass er seine Versprechen auch halten wird. Fast ehrfürchtig, die Hände auf dem Rücken gelegt, stand dieser nun da, wollte noch die in der Heißener Nachbarschaft gesammelten Unterschriften übergeben. Wiechering winkte ab. Nicht nötig. Mülheims Politik hatte sich ja schon auf die Seite des Bittstellers geschlagen. Einhellig forderten die Kommunalpolitiker im Planungsausschuss die Verwaltung auf, die Möglichkeiten vorzubereiten, dass Krasicki in seinem Eigentum, einem alten unterirdischen Post-Bunker an der Hardenbergstraße, leben darf.
Wie berichtet, hatte Krasicki den Bunker im Jahr 2005 für 40 000 Euro erstanden und darin fortan gelebt, bis ihn die Stadt Ende 2008 entdeckte und an die Luft setzte. Begründung: Der Bunker sei laut Bebauungsplan ausschließlich der Nutzung für Post-Zwecke zugeteilt. Außerdem gebe es bauordnungsrechtliche Mängel: keine Fenster, kein zweiter Rettungsweg. Selbst die Präsentation von Architektenplänen für den Umbau des Bunkers, mit dem alle Mängel beseitigt würden, hatte die Verwaltung nicht umgestimmt. Für eine Nutzungsänderung gebe es kein öffentliches Interesse. OB Dagmar Mühlenfeld riet Krasicki schließlich, sich in der Lokalpolitik um dieses Interesse zu bemühen. Der 37-Jährige hatte damit vollen Erfolg – gestern im Ausschuss unterstützten alle Politiker sein Ansinnen, die Bedenken der Verwaltung wurden weggewischt. Vor allem Hubert Niehoff (Grüne), der das Thema ins politische Gremium gebracht hatte, ergriff Partei für den Bunker-Mann. Dieser habe beim Erwerb des Objektes nicht daran gedacht, dass eine Nutzungsänderung nötig sei. Verwehre die Stadt ihm diese weiterhin, säße er auf einer unverkäuflichen Immobilie herum, in die er auch schon einiges Geld gesteckt habe.
Planungsamtschef Martin Harter verteidigte das Verwaltungshandeln, der Bunker sei durch das Fehlen des zweiten Rettungsweges „eine Todesfalle” gewesen, „das war schlicht nicht tolerierbar”. Krasickis Umbaupläne seien auf den ersten Blick überzeugend, seien aber noch zu prüfen. Krasicki selbst sieht dem gelassen entgegen, er glaubt alle Vorgaben erfüllen zu können. „Ich stehe in den Startlöchern, ich will loslegen.”

18:23
Meine Wohnung hat auch keinen zweiten Rettungsweg. Ich muß aus dem Fenster springen.
Das Haus, so gehe ich mal aus, wurde von der Stadt genehmigt und abgenommen.
17:59
Muss er dann nicht auch noch mehr Steuern bezahlen? Durch die Umwandlung in Bauland macht er dann ja auch einen ordentlichen Gewinn, wenn ich das mal sagen darf.
14:42
Das heißt also nichts anderes als politische Lippenbekenntnis, passend zum Fest der Freude und des Friedens versus kommunaler Stadtbüttel, die sich selber als sehr peinliche Capos entlarven.
Achja, Vorschriften, - die, wie auch oben schon beschrieben, mal so, mal so ausgelegt werden.
Der gute Mann sollte aufpassen, denn so mancher hartnäckiger Querulant mußte schon kommunales Machtgebahren bishin zur Einweisung in entsprechende Anstalten erleben.
Das ist dann eine besondere Form der Erzwingung des urbanen Hoffriedens. :)
Gruß
12:19
>das Fehlen des zweiten Rettungsweges
Super! Müllerfeld rein, und nur einen Eingang zuzumauern spart wieder 2000 EURO.
12:19
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11:09
genau.
11:05
Ich gönne es meinem Schwager von ganzem Herzen!!!! Ihr habt ja alle nicht den Hauch einer Ahnung was dieser arme Kerl mitgemacht hat!!!!
Ich finde, es ist nun an der Zeit, dass auch er mal endlich eine Glücksträhne hat und ein tolles Familienleben in seinem heißgeliebten Bunker führen darf!
Viel Glück Andy! HDL Deine Schwägerin
09:42
da wird von todesfalle gesprochen und die stadt muss alles mögliche dafür tun, das ein erwachsener mensch dann dortz nicht leben darf (trotz geplanter umbaumaßnahmen) und gleichzeitig gibt es keine gesetzliche regelung für den einsatz von brandmeldern in kitas und kindergärtner. wenn schon bürokratie, dann doch wenigstens richtig.
05:24
So lange er dat Dingen nich Führerhauptquartier nennt, sollet doch egal sein!
00:40
der Bunker sei durch das Fehlen des zweiten Rettungsweges „eine Todesfalle” gewesen, ... und in sowas wurde das Volk zum Überleben geschützt ???????????? Noch jede Menge mehr.