Bund mehr in die Pflicht nehmen

„Land und Kommunen müssen gemeinsam Druck machen“, findet die Ministerpräsidentin. Weil die Asylanträge vom Bundesamt für Migration nur langsam bearbeitet würden (200 000 unbearbeitete Fälle), sei immer mehr Platz für Flüchtlinge notwendig, Kommunen und Land würden die Kosten aufgebürdet. „Wenn Verfahren länger als drei Monate dauern, müsste der Bund zahlen. Das gilt für Asylsuchende und für geduldete Menschen.“ Komplett übernehmen sollte dieser auch die Gesundheitskosten.

Gut ankommen – das habe auch etwas mit Beschäftigtsein zu tun. Das größte Problem der Asylsuchenden, die nicht arbeiten dürfen, ist nach Meinung eines Vertreters Mülheimer Flüchtlingsrates die Langeweile. „Könnten die Flüchtlinge nicht Wohnungen bauen?“, so seine Idee. Zentral sei der Sprachunterricht – darin sind sich alle einig. Die Landesregierung müsse jetzt eruieren, ob es genug Materialien gebe, so Kraft. Alte Computer für die Flüchtlinge bietet ein Vertreter einer Hilfsorganisation an. Praktikumsplätze und Patenschaften für junge erwachsene Asylsuchende fordert eine Lehrerin. „Für diese Gruppe gibt es nichts, dabei sind die Jugendlichen hochmotiviert.“ „Wir denken gemeinsam mit Pia, Diakonischem Werk und Berufsbildung darüber nach, wie wir Beschäftigung realisieren können“, so Ernst. Das gelte auch für den Freizeitaktivitäten. Kraft appelliert an die heimische Wirtschaft, mitzuhelfen.

Eine europäische Flüchtlingspolitik, mahnt sie an, aber auch ein Verantwortungsbewusstsein bei den Deutschen. Sie sagt auch: „Wir sind wirtschaftlich stark, unser Kernproblem ist der Nachwuchsmangel. Die Menschen, die kommen, können wir gebrauchen.“ Unkommentiert bleibt der Hinweis einer Zuhörerin auf den Zusammenhang von Flucht-Krieg-Waffenlieferungen. Wie man dem Flüchtlingsproblem global perspektivisch entgegentreten könne – die Frage bleibt offen ...