Bürgerpreis für Anti-Fracking-Bündnis

Die Grünen sind immer für eine Überraschung gut. Alle reden von Flüchtlingen und Willkommenskultur und sie vergeben den mit 300 Euro dotierten Bürgerpreis an das No-Fracking-Aktionsbündnis in Person ihrer Koordinatorin Ute Möhlig, die ansonsten für den Bürgerverein Speldorf tätig ist. Die Vergabe ist insofern konsequent, da Fraktionschef Tim Giesbert beim Neujahrsempfang vor einem Jahr einen verstärkten Kampf gegen diese unkonventionelle Methode der Erdgasgewinnung angekündigt hatte. Tatsächlich hatten die Grünen, wie Möhlig erzählt, 2011 den Impuls zu dem Bündnis gegeben, dem die Überparteilichkeit aber wichtig sei. 17 Gruppen gehören dem Bündnis an. Auf dem Weihnachtsmarkt hatte die Initiative in nur zwei Tagen über 500 Unterschriften gesammelt. „Sie ist eine rastlose Kämpferin gegen Fracking und andere Schweinereien“, so der Grünen-Vorsitzende Peter Loef.

Beim Fracking wird ein Chemiecocktail in über 3000 Meter Tiefe gepresst, der das Gas aus Schiefer- und Kohleflözgestein löst. Die Chemikalien gefährden allerdings das Grundwasser und birgt noch weitere Risiken. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte zwar schon frühzeitig klar gemacht, dass es mit ihr diese höchst umstrittene Abbaumethode nicht geben werde. Im November vergangenen Jahres allerdings öffnete ein Gesetzentwurf des Bundes, der auf Drängen aus der Uni, der Wirtschaft und der Gewerkschaften zustande kam, die Türen für kommerzielles Fracking frühestens ab 2019 und das unter strengen Auflagen.

Teile des Stadtgebietes zählen zu den rund 30 Prozent des Bundesgebietes in denen Lizenzen für Erkundungsbohrungen vergeben sind. Über dem südlichen Stadtgebiet schwebt also weiter das Damoklesschwert sagen die Grünen. Der Konzern Wintershall drängt aber weiterhin darauf, in NRW tätig zu werden. Dagegen politisch vorzugehen ist allerdings nicht immer so einfach, wie es sich die Initiative wünscht.

Zu den Ausgezeichneten zählen Fotograf Lubo Laco, Bernhard Haake vom Förderverein der Bücherei.