Bürgerinitiative drängt auf politische Entscheidungen
20.10.2009 | 11:42 Uhr 2009-10-20T11:42:00+0200Duisburg/Mülheim. Am Autobahnkreuz Kaiserberg soll ein Autohof gebaut werden - mit Hotel, Lkw- und Pkw-Parkplätzen, Fast-Food-Restaurants und Spielecenter. Eine Mülheimer Bürgerinitiative wehrt sich gegen den Neubau und drängt nun auf Entscheidungen. Doch die scheinen fern zu sein.
„Mogelpackung für einen überdimensionierten Spielsalon”, „Gefahr der sozialen Verwahrlosung”, „noch mehr Stau” und „Zerstörung des Landschaftsbilds” – die Vorwürfe und Befürchtungen, die seit dem Frühjahr immer wieder aufkommen, sind schwer.
Damals gründete sich die Mülheimer und Duisburger Bürgerinitiative „Mogelpackung Autohof Kaiserberg”. Beide Städte sind betroffen, wenn der Hof mit Hotel, 60 Lkw- und 120 Pkw-Parkplätzen, Fast-Food-Restaurants und Spielecenter tatsächlich realisiert wird. Nach den Kommunalwahlen drängen die Gegner nun auf eine Entscheidung. Reinhard Machowinski, Anwohner aus Speldorf, direkt am Autobahnkreuz, will noch in dieser Woche auf Politiker beider Städte zugehen. Am Dienstag, 27. Oktober, informiert die Initiative auf einer Versammlung über den aktuellen Stand. „Das Planungsrecht für den Bau liegt in Duisburg. Es heißt immer, wir müssten auf eine Entscheidung von dort warten”, so Machowinski.
"Ansehen des Stadtteils gefährdet"
Doch Mülheim habe die Probleme schließlich genauso am Hals. Der Anwohner sieht das Ansehen seines Stadtteils gefährdet, wenn nicht die Parkplätze, sondern ein Spielsalon im Mittelpunkt des Autohofes stünde. Machowinski fürchtet zudem die Ausdehnung des Rotlichtmilieus und eine Verschärfung der Verkehrssituation. Klaus Beisiegel, Referent im Dezernat Umwelt, Planen, Bauen der Stadt Mülheim, bestätigt, dass diese planerisch eingebunden wäre. „Dennoch müssen wir auf ein Signal warten.” Im Falle eines Baus rechnet er nicht mit starken Verkehrsproblemen. Ziel der Kommunalpolitik sei es, den Schwerpunkt nicht auf den Spielsalon zu legen.
Friedhelm Kreiß aus Duisburg, aktiv in der Bürgerinitiative, rechnet so bald mit keiner Entscheidung. „Baupläne gibt es noch nicht und unsere erste Ratssitzung findet Ende des Monats statt. Auch Gutachten haben wir bisher keine gesehen.” Die meisten von diesen hat der potenzielle Investor laut Anja Huntgeburth, Sprecherin der Stadt Duisburg, bereits vorgelegt. Dennoch laufe weiterhin die Phase der Information der Öffentlichkeit, bevor es Entscheidungen geben könne. Sie sei frühestens Ende des Jahres abgeschlossen. Mindestens bis dahin bleibt also noch offen, ob an der Autobahn tatsächlich gebaut wird.

15:31
@ADI: Der Film zeigts doch - es gibt zu wenig Rastplätze. Da ist der Bau von neuen doch genau das richtige. Wenn keine neuen gebaut werden, sieht es in zehn Jahren noch genau aus wie in dem von Ihnen verlinkten Film.
19:44
Na, da rotten sich ja wieder mal - wie beim Flughafen - die Richtigen zusammen, die um die Vermehrung ihrer Grundstückswerte besorgt sind. Die Wirtschaft dieser Stadt kann ja ruhig den Bach runtergehen, Hauptsache, in 10 km Umkreis um mein Haus wird nichts gebaut, was die Vermarktung stört.
15:46
Die Notwendigkeit zur Schaffung immer neuer
Autohöfe zeigt doch, daß unsere Verkehrsplanung
völlig falsch ist. Die unzähligen, oft völlig überflüssigen LKW Transporte, sind doch nur möglich, weil die effektiven Kosten wie Zerstörung
der Straßen, Verpestung der Umwelt, übermäßig
viele , durch LKW verursachte Unfälle, aber auch
Staus und Verspätungen der PKW-Fahrer, nicht
an die Transportunternehmen weitergegeben
werden. Die Maut reicht bei weitem nicht aus, den
Schaden gut zu machen. Deshalb ist die Aufgabe
von Grundstücken wie am Kaiserberg für
angebliche LKW-Parkplätze nicht zu vertreten.
In Wirklichkeit soll hier ein Amüsierzentrum
entstehen, denn welcher LKW-Fahrer kann bei
Niedriglöhnen ins Hotel ziehen oder im Kasino
spielen. Das ist doch klar nachzuvollziehen.
13:14
Ausgerechnet die Mülheimer beschweren sich. Hier arbeiten und den Dreck lassen und in Mülheim vornehm wohnen und Steuern zahlen. Das hat mich schon immer angek......
11:02
@9: Topp! Recht hat er, dann ist die ganze Familie ja bald mit im Geschäft, denn die Söhne steuern eh schon diesen Berufszweig ;)
03:12
@8 „Ein Autohof paßt ganz gut ins Kreuz Kaiserberg und entlastet die Speldorfer Wohnviertel von parkenden LKW.“ Ein frommer Wunsch. Wie das dann im Alltag aussieht, davon können Anwohner in der Nähe von kleinen Raststätten ein Lied singen, z.B. in Bottrop: http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/03/11/lokalzeit-ruhr-parkplatz.xml
Vielleicht sollten Sie und andere Befürworter dieser Vorstellungen sich ein wenig intensiver mit Anforderungen an LKW Rastplätze beschäftigen um dann zügig feststellen zu können, dass sowas eben nicht ganz gut ins Kreuz Kaiserberg passt. Stichworte: Größe, Versorgung und natürlich Sicherheit (der LKWs).
Aber auch: der zunehmende LKW-Verkehr ist keine Naturgewalt sondern Ausdruck eines verfehlten Verkehrskonzeptes. Also müssen Antworten, die aus diesem Chaos herausführen wollen, auch entsprechend fortschrittliche Ansätze im Zusammenhang von LKW Abstellplätzen aufzeigen können. Und von Politikern erwarte ich strategische Lösungen, die über die Wahlperiode hinausgehen und auch geprägt sind von Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit. Wenn z.B. der Anteil des Transports bei Tomaten aus Südspanien nur 5% des Ladenpreises ausmacht, wenn die Fahrer dafür ausgepresst werden wie Zitronen, jederzeit durch Billiglöhne osteuropäischer Konkurrenz bedroht und ausgetauscht werden, wenn mit hunderten Milliarden und Abermilliarden Steuergeldern dafür die Infrastruktur geschaffen und aufrechterhalten wird (und Unternehmen sich so auch einen Teil ihrer Lagerhaltung finanzieren lassen), dabei Natur nicht nur verbraucht, sondern verschlingt wird, dann kann man nicht rausrufen: weiter so! „Ein Autohof paßt ganz gut ins Kreuz Kaiserberg“.
23:13
Autohof auf die Rennbahn Raffelberg und das golfende Driving Ranch-Elite-Green
Dann können sich die höheren Töchter endlich mal einen >ehrlichen< Euro dazuverdienen.
22:32
@6: Zumindest der CDU-Ratsherr Dickmann hat sich unabhängig von Wahlen immer um das Thema gekümmert und uns Anwohner mit Flugblättern informiert. Ich finde es auch richtig, wenn Dickmann sagt, Autohof ja, aber keine Spielhölle mit Autobahnanschluß. Auch wenn er sich damit bei der Bürgerinitiative nicht nur Freunde macht. Klasse, diese Ehrlichkeit. Ein Autohof paßt ganz gut ins Kreuz Kaiserberg und entlastet die Speldorfer Wohnviertel von parkenden LKW.
16:50
@5
Wenn Land brach liegt dann sollte es bebaut werden? Was ist das denn für eine Logik? Die Flächen entlang der Ruhr/Schifffahrtskanal sind als wertvoll für den Klimaaustausch gekennzeichnet. (Wird einmal im Zusammenhang der Klimaveränderung UND der Überalterung in unseren Städten eine besondere Bedeutung erlangen.) Darüber hinaus ist dieses Gebiet auch für den Biotopverbund vorgesehen.
@2 Autohof ja - aber nur dort wo die Gegebenheiten dafür auch vorhanden sind. Beispielsweise ist gegenüber der Ruhrchemie eine Industriebrache, auf der hunderte von LKWs abgestellt werden könnten. Ebenso auf der A3 gegenüber der Ausfahrt Wedau: einen Tunnel durch die Gleise und man ist auf dem ehemaligem Ausbesserungswerk der Bahn, ebenfalls Stellmöglichkeiten für hunderte von LKWs, Gleisanschluss zum Verladen inclusive...
nochmal @5gegen Verwahrlosung der Stadtteile sollten sich mal Initiativen gründen- die Bürgerinitiative Mogelpackung Autohof Kaiserberg wendet sich insbesonders gegen die durch das vorgetragene Konzept dieses Autohofs drohende soziale Verwahrlosung der angrenzenden Stadtteile...
16:49
Es gibt im Ruhrgebiet ausreichend Industriebrachen,die sich, auch der Größe wegen, für einen Autohof anbieten und eignen. Da muß man nicht eine kleine Fläche zwischen Ruhr, Raffelbergpark und Duisburg-Werthacker zweckentfremden und zerstören. Die
Bewohner im Duisburger Werthacker würden zugeparkt, ihnen würde die Atemluft genommen
da sie ohnehin durch Eisenbahn und Autobahn
eingekesselt sind. Speldorf würde ebenfalls
großen Schaden nehmen. Wo bleiben nur die
gewählten Mülheimer Volksvertreter um die
Interessen der Mülheimer zu vertreten ?
H. Zowislo wollte sich doch dafür stark machen.
Hat er jedenfalls auf der Versammlung an der
Rennbahn Raffelberg verkündet. Wo bleibt er
denn ?