Bündnis ruft Bürger klammer Kommunen zu Protest auf
14.04.2010 | 19:02 Uhr 2010-04-14T19:02:00+0200
Mülheim.Mit einem inszenierten Trauermarsch trug das „Bündnis für Mülheim an der Ruhr“ die eigene Kommune und 19 andere vor dem Ruin stehende Nachbarstädte symbolisch zu Grabe - und rief die Bürger auf, gegen das drohende Sterben des Lebensraumes Stadt bei Bund und Land aufzubegehren.
Schaurig-traurige Moll-Töne überfrachteten am Mittwochmittag die Frühlingsstimmung in der City: Mit einem inszenierten Trauermarsch trug das „Bündnis für Mülheim an der Ruhr“ die eigene sowie 19 andere am finanziellen Abgrund stehende Nachbarstädte symbolisch zu Grabe.
Dabei riefen die Initiatoren der Demo Bürger dazu auf, aufzubegehren gegen Bund und Land, damit diese dem Lebensraum Stadt nicht den finanziellen Garaus machen.
Gut 100 überwiegend in Schwarz gekleidete Bürger und Verantwortliche aus dem sozialen, kulturellen und sportlichen Leben hatten sich gegen 13 Uhr am Synagogenplatz versammelt, um für eine bessere finanzielle Ausstattung der Städte zu demonstrieren. „Liebe Trauergemeinde“, begann Awo-Geschäftsführer Lothar Fink seine Einführungsrede der theatralischen Demo, die unter Federführung von Sven Schlöttke (Theater an der Ruhr) inszeniert wurde.
Fremdverantwortete Lasten
Fink beklagte die fremdverantworteten Lasten, die den Städten das Leben schwer machten: Aufgaben ohne entsprechende Finanzausstattung, Wirtschaftskrise, Aufbau Ost, eine 60-prozentige Steigerung der Sozialausgaben bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen in den letzten zehn Jahren. „So ließ man auch Mülheim in die Verschuldung laufen, bis nichts mehr ging. Unsere arme geliebte Stadt, die einst so voller Leben und Energie war, ging den Weg des langsamen und fortschreitenden Dahinsiechens.“
Fink beschwörte den finanziellen Niedergang der Städte, der „Urzellen der europäischen Kultur“, „Zellen des urbanen Lebens und unseres demokratischen Gemeinwesens“. Eine Stadt brauche Kommunikation und Öffentlichkeit und somit Plätze und Orte, wo dies stattfinden könne, forderte er die Finanzierbarkeit von Theatern, Bädern, sozialen Einrichtungen, Bildungswerken und Co. – wenn Bund und Land dies unmöglich machten, sei das städtische Leben dem Tod geweiht.
Der Tod der Städte
Theatermann Sven Schlöttke war es vorbehalten, den Tod von 19 Pleitestädten zu verkünden – von B wie Bochum bis W bis Wuppertal widmete er ihnen letzte Worte. „Ganz besonders herzlich verabschieden wir uns von Mülheim. Aber auch dich hat man nicht mehr gewollt. Für dich gibt es keinen Rettungsfonds. Du bist keine Bank. Tschüss, Mülheim.“ Eine Kapelle spielte einen eigens von Theater-Musiker Gerd Posny komponierten Trauermarsch, für jede Stadt wurde ein Kreuz an zwei Holzsärge genagelt, bevor sich der Demozug zur Ruhrbrücke bewegte. Mit „neunschwänzigen Katzen“ droschen dabei in Bundes- und Landesgewand steckende Demonstranten auf den Städte-Sarg ein, Schlöttke rief von einem der Begleit-Lkw Losungen des Widerstands in den Raum. Das weckte die Aufmerksamkeit der Passanten, viele zückten ihre Kameras, um das theatralische Spektakel im Bild festzuhalten.
Eigentlich war als Finale angedacht, die 19 Städte-Kreuze über das Geländer in die Ruhr zu werfen. Da die Stadt dies aus ordnungsrechtlichen Zwängen untersagt hatte, landeten nur zwei Exemplare im Wasser. Mülheims Kruzifix schwamm vorneweg . . .
Noch bei der Abfahrt der Lkw stand Schlöttke am Pult auf der Ladefläche. Noch mal rief er, der Dramaturgie sicher, ins Mikrofon: „Es ist an der Zeit! Aufruhr, Bürger!“

20:37
Eine geschmacklosere Vorstellung als diesen seltsamen Trauermarsch hat unsere Stadt schon lange nicht mehr gesehen. Mein konkreter Sparvorschlag: Den Inszenierern und Wichtigtuern vom Theater an der Ruhr mit sofortiger Wirkung sämtliche Zuschüsse streichen!
12:04
Nicht zu vergessen:
Mülheim u.a. machen SCHULDEN für den Aufbau Ost.
Und Dresden ist SCHULDENFREI!!!!!!!!!
11:52
So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Ist schon wieder Karneval? Städte sind pleite, ja warum denn? Bochum baut trotzt der Pleite eine neue Philharmonie. Mülheim reist Brücken ab und plant Ruhrbania. Alles trotz der Pleite!?
08:13
Fink: Mülheim, wir haben dich geliebt, Du warst voller Energie, in Dir pulsierte das Leben.
A-hahahahahaha! – Ich kann nicht mehr!
05:52
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
21:06
Mit einem inszenierten Trauermarsch trug das „Bündnis für Mülheim an der Ruhr“ die eigene Kommune und 19.andere vor dem Ruin stehende Nachbarstädte symbolisch zu Grabe. Gut 100 überwiegend in Schwarz gekleidete Bürger und Verantwortliche aus dem sozialen, kulturellen und sportlichen Leben hatten sich gegen 13 Uhr am Synagogenplatz in Mülheim versammelt um für eine bessere finanzielle Ausstattung der Städte zu demonstrieren.
Theatermann Sven Schlöttke stand am Pult auf der Ladefläche eines LKW und rief, der Dramaturgie -seiner Dramaturgie - sicher, ins Mikrofon: „Es ist an der Zeit! Aufruhr, Bürger!“
* Hey du Aufrührer, wo warst du als die Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und ihre KollegenInnenschar aus den 19. anderen Kommunen das Geld buchstäblich mit vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen haben für unnützige Ausgaben?
* Hast du Aufrührer schon damals gegen Verschwendung von Steuergelder und klammen Stadtkassen protestiert oder hast es dir bei den Arbeitsessen mit den Stadtobersten gut gehen lassen in dem du dir Häppchen und Geränke hast einverleibt im Glauben für sozialen, kulturellen und sportlichen Leben fällt auch schon eine Krume ab.
* Hast du damals auch schon den Schulterschluss gesucht mit Leidenskollegen in den Nachbargemeinden oder hast du da nur an dich und deine Lieblingsprojekte eigennützig gedacht und gehandelt?
Das gilt übrigens selbstredend für die ganze Bagage die mit dir protestiert hat. So lange die Kohle auch bei ihnen floss haben alle still gehalten.
Davon war in deiner flammenden Rede nichts enthalten.
Na ja - ist schon klar, man hat dir den Futtertrog nicht mehr so gefüllt wie erwartet. Aber das Jammern ist jetzt schon zu spät. Da hätte man früher anfangen sollen.
Und eurer Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld darfst du ruhig die berechtigte Frage stellen warum sie so viel Geld von Mülheimer Bürger in den Sand gesetzt hat und nun eure - na ja auch den aller Bürger - eigendlich vorgesehenen Gelder für sozialen, kulturellen und sportlichen Leben drastisch kürzt oder gar einstellt.