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Brunnen-Sponsoren gesucht

17.10.2012 | 17:01 Uhr
Brunnen-Sponsoren gesucht
Der Hajek Brunnen aus der Vogelperspektive.Foto: Hans Blossey

Mülheim. Wenn das Wasser bis zum Halse steht, stehen offenbar auch die Wasserspiele auf der Streichliste, denn auch diese kosten Geld.

Was sich unter der Maßnahme Nr. 248 bei den Konsolidierungs-vorschlägen der Kämmerei verbirgt, dürfte manchem Bürger wohl aus der jüngeren Vergangenheit noch bekannt vorkommen: Schon im Mai 2010 blieben die 15 innerstädtischen Brunnen eine Zeit lang aus Haushaltsgründen ohne Wasser.

Gesucht werden Sponsoren, um die Betriebskosten aufzufangen.

Für den kommenden Haushalt stehen die City -Brunnen nun wieder zur Debatte. Gesucht werden Sponsoren, um die Betriebskosten aufzufangen. Rund 90 000 Euro braucht es im Jahr, um alle Brünnlein fließen zu lassen, ergab eine Nachfrage beim Tiefbauamt. Wasser, Abwasser, Reinigung, Wartung und Strom für die Pumpen gibt es eben nicht umsonst.

Und selbst wenn die Brunnen trocken bleiben entstehen für die Grundwartung – die Pumpen müssen laufen, um das Regenwasser wegzuschaffen – Fixkosten von rund 35 000 € pro Jahr. Auch auf mögliche Unfallgefahren macht die Verwaltung aufmerksam, wenn die trockengelegten Brunnen Unvernünftige zum Betreten oder ­Erklettern der Bau- und Kunstwerke verlocken. Der komplette Abbau der Brunnen, auch das hat die Kämmerei ausgerechnet, käme wohl rund eine Million Euro teuer.

Der Hajek-Brunnen ist ein Kunstwerk.

Doch das kann niemand wollen, auch wenn der Betrieb von Zierbrunnen keine Pflichtaufgabe der Stadt ist und „nur“ der Verschönerung der City dient, die sich ja mal als Stadt der Brunnen ein jährliches „Brunnenfest“ gönnte. ­Zudem ist nicht nur der Hajek-Brunnen ein Kunstwerk, dessen Zerstörung sich verbieten dürfte.

Drittmittel aus der Hand großzügiger Sponsoren, die die Zierbrunnen zumindest mitfinanzieren, könnte eine Alternative sein. Eine Patenschaft für einen ganz ­bestimmten Brunnen zu vergeben, das dürfte sich aber nicht so einfach handhaben lassen, schätzt Ralf Grunert, Teamleiter in der Abteilung Brücken- und Ingenieurbau im Tiefbauamt, zu dem auch die Mülheimer Zierbrunnen gehören.

"Spenden wären eher machbar."

„Spenden für den Gesamtetat Zierbrunnen, das wäre eher machbar“, meint er. Derzeit wartet die Stadtentwässerung SEM im Auftrag der Stadt die Brunnen, reinigt sie, fühlt Dosiermittel nach, die einer Verkeimung vorbeugen. Es sei schwierig, kostenmäßig da einen einzelnen Brunnen rauszurechnen, meint Ralf Grunert.

Am Dienstag wurden die Brunnen in der Innenstadt übrigens für die Winterpause abgeschaltet. Nur die Wasserspiele auf der Schloßstraße sollen noch weiterlaufen bis zum Weihnachtsmarkt . Sollten die Temperaturen unter Null Grad sinken, werden sie eher stillgelegt.

Brunnenfest

Vor 25 Jahren feierten die Mülheimer ihr erstes Brunnenfest – herrliches Herbstwetter lockte damals Tausende in die Innenstadt, schrieb die WAZ am 5. Oktober 1987. Lang ist es her: Das letzte Brunnenfest wurde vor fünf Jahren gefeiert, und wie zum Abschied gab es am letzten Septemberwochenende 2007 dazu reichlich Regen.

Seither ist das Brunnenfest, das zuletzt unter MST-Regie veranstaltet wurde, Geschichte. „Das Brunnenfest war an den verkaufsoffenen Sonntag gekoppelt“, sagt MST-Sprecherin Heike Blaeser-Metzger.“ Brunnenfest und Musikevent zusammen habe nicht funktioniert. Jetzt gebe es die Ruhrbühne als Musikevent; der verkaufsoffene Sonntag wurde mit Aktionen wie „Die City blüht“ verbunden. Die Mülheimer Musikszene hat immer mal wieder dem Brunnenfest und den damit verbundenen Auftrittsmöglichkeiten nachgetrauert.

Bettina Kutzner


Kommentare
18.10.2012
10:46
Brunnen-Sponsoren gesucht
von dirk7603 | #7

Man muss doch mal auf dem Teppich bleiben. Jetzt fordern einige schon wieder einen Abriss und etwas neues. Sorry aber Baumassnahmen hatt die Stadt genug. ausserdem ist dazu kein Geld da.

Lieber nach sponsoren suchen und gut ist. Früher in meiner Kindheit wurde der Brunnen stark genutz auch aufgrund der belebten Innenstadt. Zu hauf haben die Kinder auf dem Brunnen gepspielt.

Dramatischer ifnde ich aber die Aussagen dieser Frau Blaeser-Metzger. Erst gesteht diese ein dass ein Konzept nicht funktioniert hat, aber anstatt etwas anderes auszuprobieren, wird einfach nix gemacht. Klar hat man jetzt die ruhrbühne - aber hallo es gibt doch Nachfrage nach dem Brunnenfest - einerseits von Künstlkern und andererseits von den Bürgern.

Aber warum sollte die stadt auch auf Bürgerwünsche eingehen - wäre ja was ganz neues. Und das Argument es gibt kein Geld lasse ich nicht gelten - wir brauchen keine getielten Raum in der Altstadt oder eine neue Bemalung der Mellinghofer Strasse.

18.10.2012
10:41
Brunnen-Sponsoren gesucht
von soccerladymh | #6

vor nicht allzu langer Zeit lief die Zweckbindung für den Hajek-Brunnen aus. Da hätte sich die Stadt problemlos von diesem trennen können. Hat sie aber nicht. Da hat wohl jemand beide Augen zugemacht.....

18.10.2012
08:25
Neue Dreistigkeit: Brunnen-Sponsoren gesucht !
von schweinchen_schlau | #5

Das hat schon was, das Geld in die wahnsinnigsten "Luftschloß-Projekte" zustecken und dann noch die Traute zuhaben, mit dem Hut herumzugehen wegen Geldmangels zur Brunnenwartung.

Darauf muss man erst mal kommen, ohne Rot zuwerden.

Um den Hajek-Brunnen wäre es nun wirklich nicht schade.

Hajek - lebt der eigentlich noch?
War es nicht so, dass sich Hajek vertraglich abgesichert hat, dass der Brunnen zu seinen Lebzeiten nicht zerstört werden durfte?

Man sollte mal nachschauen.

17.10.2012
22:14
Bereit zur Spende ....
von Muelheim_01 | #4

.... damit das hässliche Ding endlich wegkommt und der Platz anders genutzt werden kann. Wer spendet mit ?

1 Antwort
Brunnen-Sponsoren gesucht
von partynase | #4-1

Da wäre selbst ich dabei. Allerdings erkläre ich mich nicht dazu bereit, den Abriss dieses durch und durch unschönen "Kunstwerkes", weil vom Ort der Erde nicht erkennbar, zu spendieren, sondern dem den Lohn zugute kommen zu lassen, der dieses Erbrecht endlich aufhebt.

Da war dieser Brunnen damals am Neckermann-Gebäude, der auch noch einige Jahre danach vorhanden war, wesentlich wertiger. Darin konnten Kinder spielen.

17.10.2012
21:48
Schafft Mülheim sich ab ?; Oder : Was ist die Eigenschaft eines Brunnens???
von stadtmensch | #3

Ich kann über manchen Vorschlag nur noch schmunzeln.

Ja, der Hajek Brunnen ist nicht gerade eine Schönheit aber wenn der Platz nicht endlich mit mehr Leben aufgewertet wird, werden wir dort nie Aufenthaltsqualität haben (die wollen unsere Planer ja auf der Mellinghofer Straße haben wo die Kaufkraft dringen hin muss :o)

Ich finde Brunnen sind eine historische Verantwortung, die einem Platz ein Gesicht geben, diesen unverwechselbar machen. Jeder Brunnen, so schlicht er auch sein mag ist für sich ein kleines Kunstwerk mit einem großen praktischen Nutzen. Brunnen haben Menschen, Tiere und Pflanzen mit Wasser versorgt, das Mikroklima verbessert und jedem Kind unvergessliche Momente bereitet. Brunnen sind Ankerpunkte, Identifizierungs- und Zusammengehörigkeitssymbole.

Fakt ist, wenn die Brunnen abgeschaltet werden, sind immer noch Fixkosten zu bezahlen und die Ersparnis liegt bei 60000,- Teuronen.

Sorry, aber jeder abgeschaltete Brunnen ist ein erbärmlicher Anblick!

17.10.2012
20:29
Der Hajek Brunnen ist einer der wenigen Highlights in MH!
von summerwine42 | #2

Nun scheint es auch der im öffentlichen Raum vertretenen Kunst an den Kragen zu gehen.
Aber der Kommerz regiert scheinbar die Welt!
Demnächst vielleicht lieber Parkplätze statt Kunst?
Mülheimer bekennt Euch zu euren Kunstwerken!!!!

17.10.2012
18:35
Der Hajek-Brunnen ist ein Kunstwerk????????? Hallllllooooo????!!!!
von ruhrgebieti | #1

Könnten Artikel über Mülheim bitte mal von Ortskundigen geschrieben werden.

Seit JAHRZEHNTEN ist dieser vollkommen fehlkonstruierte Brunnen den Mülheimern völlig verhasst. Das stand in so vielen Artikeln in WAZ und NRZ, daß man ganze Bibliotheken damit füllen könnte. Und seit Jahrzehnten stand in diesen Zeitungen zu lesen, daß man diesen Brunnen leider nicht loswerden könne, weil er von der Sparkasse gesponsort wurde und die müsse damit einverstanden sein, weigere sich aber diese Brunnenfehlkonstruktion einzugestehen. In den 70ern und 80ern haben alle darauf geflucht.

Das der Brunnen in den letzten Jahren keine große Erwähnung fand, hat eher damit zu tun, daß in der Innenstadt sowieso immer weniger los ist. Früher kam man da vorbei, weil man z.B. zur alten Post mußte oder am Platz noch diverse Geschäfte wie z.B. ein Supermarkt waren. Seit es das nicht mehr gibt, stört sich niemand mehr an einem hässlichen Brunnen auf einem Platz, den ohnehin keiner mehr betritt

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