Bruchlandung mit teurem Nachspiel
13.07.2007 | 15:28 Uhr 2007-07-13T15:28:55+0200VHM hat die Charter-Flotte nach dem Absturz um eine Diamond DA 42 ersetzt. Firma ging in Vorleistung und hat mit dem Piloten noch Rechnungen offen
Unter die Bruchlandung auf der A 52, die am 24. November 2006 für zwei Frauen mit schweren Verletzungen, für ungezählte Verkehrsteilnehmer mit Stau-Chaos und für den Mülheimer Charterspezialisten VHM mit dem Totalverlust seiner Piper Seneca endete, wurde juristisch ein erster Schlussstrich gezogen. Der Unglückspilot, ein 46 Jahre alter Kaufmann aus Düsseldorf (WAZ berichtete) wurde zu einer Bewährungsstrafe und 20 000 E Geldbuße verurteilt.
"Ich bin gespannt, ob er dagegen Einspruch erhebt", sagt VHM-Chef Wolfgang Vautz. Das Verfahren hat für die Mülheimer Firma ohnehin ein Nachspiel. Und das ist durchaus teuer. Rund vier Monate lang fehlte der VHM-Flotte ein Flugzeug. Die Piper hat Vautz schließlich durch eine sechssitzige Diamond DA 42 Twin Star ersetzt. "Eine Seneca zu kaufen, hätte nochmal 350 000 E mehr gekostet", sagt Vautz. Den Verdienstausfall, die Personalkosten für die Abwicklung von Versicherungsverfahren, die Vorleistungen für die Haftpflichtschäden an demolierten Verkehrseinrichtungen und nicht zuletzt die höheren Prämien, rechnet Vautz, hätten sein Unternehmen bislang "mit 30- bis 50 000 E" belastet.
Die Piper war nach der Bruchlandung kurz vor dem Flughafen Essen-Mülheim Schrott. Auch die relativ neuen Motoren wurden entsorgt. "Die hatten innere Schäden. So etwas kann man keinem ruhigen Gewissens anbieten", sagt Vautz. Von der Versicherung wurde der Schaden für die Piper ausgeglichen. "Die wird sich das im Regressverfahren vom Piloten wiederholen", so Vautz. Er schätzt, dass da allein für den Piloten noch eine Rechnung über 150- bis 200 000 E offensteht.
Das Verfahren hat Vautz nur am ersten Verhandlungstag verfolgt. Als möglicher Zeuge verließ er dann den Saal im Essener Amtsgericht. Dass der Unfall glimpflich ausging, ist für ihn heute noch "ein Wunder zum Jahresende". Gegen den Piloten, den der Staatsanwalt als "selbstgerecht und uneinsichtig" beschrieb, hegt man "bei VHM keinen Gram. Wir haben nur den Kopf geschüttelt." jös

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