Brandschutz ist Pflicht

Ob Kita, Feldmann-Stiftung, Museum oder VHS. Brandschutz ist immer wieder ein Thema. Und ein unerquickliches dazu, denn es geht meist auch um Geld, das fehlt. Manchmal scheint es geradezu unsinnig, wenn das Problem darin besteht, in welche Richtung sich eine Tür öffnen lassen muss. Die Änderung der Trinkwasserverordnung ist ein weiteres Thema. Mehr als 36 Millionen Euro verbaut die Stadt allein für Brandschutz, Klimatechnik und Trinkwasserinstallationen in den kommenden drei Jahren in städtischen Gebäuden. Und damit hofft Frank Buchwald, Leiter des für die städtischen Gebäude zuständigen Amtes: „Wenn wir keine großen Überraschungen erleben, müssten wir damit hinkommen.“ Alleine für die Schulen müssen 22 Millionen bis 2017 in den Brandschutz gesteckt werden. Aufträge für über 14 Millionen sind schon vergeben.

Alles notwendige Maßnahmen

Trinkwasser- und Feuerlöschleitungen müssten heutzutage getrennt sein, um gesundheitsgefährdende Verkeimungen zu verhindern. Die Trinkwasser- und Brandschutzsanierung der Volkshochschule werde voraussichtlich 6 Millionen Euro kosten, beim Kunstmuseum beliefen sich die geplanten Kosten für Klimaanlage und Brandschutz auf 8,2 Millionen Euro. „Das alles sind notwendige Maßnahmen“, betont Buchwald. Unaufschiebbar seien die Maßnahmen geworden, nachdem die Bezirksregierung die Begehung aller Schulen verlangt habe. „Da war uns schon klar: Es kommt eine große Welle auf uns zu“, so Buchwald. Man habe deshalb ein externes Brandschutzbüro beauftragt, denn allein vom eigenen Personal seien die Prüfungen nicht zu stemmen.

Was hat sich geändert? Die Feuerwehr gibt Antworten auf diese Fragen.Die Aufwendungen für den Brandschutz machten oft nur einen Bruchteil der Sanierungskosten aus, meint Bernd Brinkmann, Abteilungsleiter für den vorbeugenden Brandschutz. Ein Unterschied zur alten Brandschutzverordnung sei, dass heute jeder der zwei erforderlichen Rettungswege in öffentlichen Gebäuden „baulich“ sein müsse.

Das bedeutet: Die Menschen müssen im Notfall über eine Treppe das Gebäude verlassen können und nicht, wie ehemals ausreichend, über eine „anleiterbare“ Stelle, zum Beispiel ein Fenster. Das dauere im Ernstfall einfach zu lange, weiß der Brandoberamtsrat. So würden nun Außentreppen ergänzt.

Weitere Vorgaben für ausreichenden Brandschutz seien die Decken in den Fluren. „Die müssen brandschutztechnisch verkleidet sein“, so Brinkmann. In der heutigen Zeit würden immer mehr Kabel verlegt. Diese müsse man „brandschutztechnisch schotten“. Deshalb müssen Kabel isoliert werden, die durch Wände führen. „Alle Löcher müssen gestopft werden, sonst sind Gebäude wie ein Schweizer Käse, dann droht im Brandfall eine Rauchverschleppung durch das ganze Gebäude.“

Durch Rauchschutztüren verhindert man die Ausbreitung des Feuers in andere Gebäudeteile, erklärt der Fachmann Bernd Brinkmann. Für häufig geöffnete Türen empfehlen sich integrierte Rauchmeldern, die diese im Notfall automatisch schließen. „Das ist zwar teurer, aber für Schulen praktikabler“, erläutert der Brandschutzexperte.

Schrittmacher für die Verschärfung des Brandschutzes war der Düsseldorfer Flughafenbrand von 1996, bei dem 17 Menschen starben und 88 verletzt wurden.
Rauchwarnmelder sind seit zwei Jahren in jedem Gebäude Pflicht. Eigentümer sind zur Installation verpflichtet, Mieter für die Betriebsbereitschaft verantwortlich. Vor allem in den Schlafräumen seien sie wichtig, denn die meisten Brandopfer erstickten am Rauch im Schlaf, so Brinkmann.

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