Bloß nicht gleich schwarz sehen

Sage mir, wie du dich kostümierst und ich sage dir, wer du bist. Leichter gesagt, als getan, wenn sich Stadtdirektor Frank Steinfort beim Möhnensturm ausgerechnet als schwarzes Spukgespenst verkleidete.

Gruselte sich der Mann vor so vielen närrischen Weibern, weil ihm sein Kollege Peter Vermeulen diesmal kostümtechnisch nicht zur Seite stand und wie 2013 als Imperator auftrat? Wohl kaum, denn er kommt aus dem Rheinland und aus dem Rathaus. Das ist man Närrisches gewohnt. Vielleicht wollte der für Recht und Ordnung zuständige Dezernent von der CDU ja auch nur als Schwarzer Riese schon mal vorbeugend potenzielle Bösewichte abschrecken, die es unter dem Deckmantel der Narretei zu toll treiben wollen.

Oder sollte sich Steinfort dem gruseligen Zustand von Stadtfinanzen und Innenstadtpflaster angepasst und sich deshalb in die Rolle des Spukgespenstes geflüchtet haben, um frei und unangreifbar, wie ein Gespenst, in Zeit und Raum zu agieren und so am Ende auch den über der Kommune schwebenden Pleitegeier abzuschrecken? Dass die Oberbürgermeisterin auf ihre letzten Amtstage von den Möhnen jetzt zur Bauarbeiterin gemacht worden ist und schon kurz vor dem Möhnensturm ihre ersten „Kollegen“ auf der Schloßstraße gesichtet wurden, um schon einige Unebenheiten im Straßenpflaster zu beseitigen, lässt darauf hoffen, dass vielleicht auch andere Löcher in Mülheim gefüllt werden können und sich nicht zum Fass ohne Boden entwickeln. Also, fürchtet euch nicht!