Blaue Tonne ist trotz Gebühren ein Verlustgeschäft für die MEG
04.07.2011 | 19:11 Uhr 2011-07-04T19:11:00+0200
Mülheim. In Mülheim ist die Leerung der blauen Altpapiertonne kostenpflichtig. Doch statt damit Geld zu verdienen, macht die MEG nach eigener Aussage Verluste. Derweil fragen sich Bürger, warum überhaupt noch Gebühren fällig werden.
Eigentlich sollte die blaue Tonne Geld in die MEG-Kassen spülen. Denn seit etwa anderthalb Jahren müssen Mülheimer für die Leerung ihrer Altpapiertonne im Zwei-Wochen-Rhythmus jährlich 59,90 Euro zahlen. Im Vier-Wochen-Turnus fallen 35,70 Euro Entgelt an. Die Entsorgungsbetriebe (MEG) hatten nach dem Fall der Altpapierpreise und dem daraus anfallenden Ergebnisminus von etwa einer viertel Million Euro den zuvor unentgeltlichen Abholdienst kostenpflichtig gemacht .
Blaue Tonne ist freiwillig
Aber: „Warum kostet die blaue Tonne mittlerweile immer noch Gebühren“, fragt sich WAZ-Leser Björn Meinhardt. Schließlich sei der Preis für Altpapier am Markt wieder deutlich gestiegen. „Und liegen gemäß meiner Recherchen wieder über dem anfänglichen Niveau“, so der Leser.
„Das Angebot der blauen Tonne ist freiwillig und ein zusätzliches Serviceangebot, was wir gegen ein Entgelt anbieten“, erklärt MEG-Leiter Jürgen Jeppel. Der Altpapier-Abholdienst zählt also nicht zum hoheitlichen Aufgabenspektrum, sondern stellt einen privatwirtschaftlichen Geschäftszweig dar. Den Service wieder kostenlos anzubieten wäre - wirtschaftlich gesehen - also eher kontraproduktiv.
Die meisten Bürger entsorgen selber
Auch wenn Jeppel zugibt: „Geld verdienen wir mit dieser Leistung nicht, im Gegenteil: Wir machen immer noch Verluste.“ Etwa 4500 Bürger nutzen den Abhol-Service, die meisten Mülheimer entsorgen ihr Altpapier jedoch an einem der vielen Depot-Container, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind.

08:20
Als die blaue Tonne von einem Privatunternehmen eingeführt werden sollte, witterte die Vorstandsetage der MEG ein Geschäft und führte ihrerseits die blaue Tonne in Handstreichmanier ein. Es wurde extra ein Fahrzeug angeschafft und Personal eingestellt. Nach dem Einbruch des Papierpreises blieb man auf den nun höheren Fixkosten sitzen und versucht nun durch die Kostenpflicht einerseits die Fixkosten zu bestreiten und andererseits aus den inzwischen wieder höheren Altpapierpreisen einen höheren Gewinn heraus zuschlagen, Als Totschlagargument kommt dann warscheinlich noch, das man ansonsten wegen der höheren gesamten Fixkosten für die MEG die Müllgebühren um einiges mehr hätte anheben müssen als bereits geschehen.
23:07
@saarnerjung - eine Lösung wäre zum Beispiel für Bürger mit Behinderungen die Tonne kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Ich spreche auch nur von den Bürgern die am Wochenende ohnehin an einer Sammelstelle auf dem Weg zum Einkauf vorbeifahren und sich dann trotzdem so eine Tonne ins Haus stellen.
18:58
@ von dirk
es gibt viele leute die es gesundheitlich nicht mehr schaffen bis zu diesen Stationen zu kommen. Für die ist es eine erleichterrung...
13:01
Ich frage mich eher warum sich die Bürger über die Gebühren aufregen? Es gibt an vielen Stellen im Stadtgebiet Sammelstellen für Altpapier, die meisten sind sogar in Gehweite - diese können von den Bürgern kostenfrei genutzt werden.
Wer sich aus Bequemlichkeit eine blaue Tonne ins Haus holt ist selber Schuld.
12:37
So ist das eben, wenn Entscheidungen auf Vollkostenbasis getroffen werden: Weniger Müllaufkommen bei annähernd gleichen Preisen bedeutet dann höhere Vollkosten je verbleibender Tonne.
Daher unterstüte auch ich den Vorschag von #1
08:34
Da sollte sich die MEG mal fragen, warum die meisten Bürger ihr Altpapier noch selber entsorgen .... würde die MEG auf die Rechnungsstellung für den Abholservice der Papiertonne verzichten ( das sind nämlich keine Gebühren!!!) würden sicherlich viel mehr Bürgerinnen und Bürger den Service nutzen, die Auslastung der Fahrzeuge wäre besser und bei den Preisen fürs Altpapier, würde die MEG einen guten Ertrag machen...
Pech für die MEG.... das mit der kostenpflichtigen Tonne war eine Milchmädchenrechnung.