Blass und geschmacklos

Bei einem Frühstücksbuffet in einem Lokal ist es meist immer dasselbe: Man isst zu viel, weil das Angebot so verlockend ist, und bleibt länger als gewollt, weil es ja so gemütlich ist. Wer mit dieser Befürchtung ins neu eröffnete Alex geht, kann in dieser Beziehung unbesorgt sein.

Wir waren zu fünft und wurden leider enttäuscht. Und das hat viele Gründe. Bedauerlicherweise hat sich auch nach einer Woche der Service noch nicht eingespielt. Nach wie vor werden viele Service-Kräfte eingesetzt, die aber noch keinen Überblick und viel miteinander zu klären haben. Bis wir bestellen können, vergeht reichlich Zeit, bis wir schließlich unseren Kaffee haben, vergeht über eine Viertel Stunde. Immerhin die Qualität stimmt. Am Buffet muss man sich erst einmal orientieren, was wo zu finden ist. Logisch ist das leider nicht. Schlimmer ist aber, das Angebot überzeugt qualitativ nicht. Mehr Masse als Klasse. Für 7,60 Euro, ließe sich einwenden, kann man nicht viel erwarten.

Aber jedes Heißgetränk kostet extra und beim Saft ist auch nur das erste Gläschen im Preis inbegriffen, was einigen Gästen auch erst beim Vorliegen der Rechnung klar wird, wie zu hören ist. Aber man würde ja lieber einen Euro mehr zahlen, wenn es denn schmecken würde. Das fängt beim Obst an, das nur als Salat erhältlich ist. Die Ananas auf dem Tisch ist reine Zierde wie auch einige Flaschen im Regal, die das Verlangen wecken, aber dann nicht geöffnet werden, wie Gäste von ihren abendlichen Enttäuschungen berichten. Die Mango ist in Ordnung, die Melone allerdings unreif, dafür ist reichlich Zitronensaft über Früchte gekippt, der kaschieren soll, dass das Obst nicht frisch geschnitten ist. Das Angebot an Käse und Wurst ist bescheiden. Jugendherbergs-Niveau. Eine Enttäuschung ist vor allem der Mozzarella. Büffel-Käse kann man nicht erwarten, doch was da auf den Tomaten liegt, ist hart, blass und geschmacklos.

Und das Rührei? Ist gerade aus. Bis nachgelegt wird, dauert es eine Ewigkeit. Doch jetzt ist es nicht richtig durch. Noch widerlicher ist allerdings das Wasser, in dem der Servierlöffel platziert ist. Das mag gut gemeint sein. Besser wäre es, ihn regelmäßig auszutauschen. Für weitere Gänge hat niemand von uns Lust. Nach einer guten Stunde sind wir schon fertig. Empfehlen kann man es nicht. Nur auf Besserung hoffen.