Bistum Essen: keine Reform der Sterbehilfe

Das Bistum Essen sieht in der aktuellen Sterbehilfe-Diskussion keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf. Das machten unter anderem Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, der Essener Geriater Professor Dr. Hans Georg Nehen und Dr. Michael Schlagheck, Direktor der Katholischen Akademie Die Wolfsburg bei einer Diskussion mit mehr als 30 Bundestagsabgeordneten am Dienstag in Berlin deutlich.

In einem Positionspapier, an dem auch die Katholische Akademie in Mülheim mitgewirkt hatte, forderten die Autoren, „die geschäftsmäßige beziehungsweise organisierte Beihilfe zur Selbsttötung solle unter Strafe gestellt werden.“ Das gelte für Sterbehilfevereine aller Art sowie für Mediziner, die die Beihilfe zur Selbsttötung als ärztliche Aufgabe verstehen würden.

Das „Essener Papier“ weist darauf hin, dass bereits durch die heutigen Möglichkeiten der Palliativmedizin ein würdevolles Sterben innerhalb des rechtlichen Rahmens möglich sei. Ausdrücklich fordert das Positionspapier den Ausbau der Palliativmedizin. Dies betreffe sowohl die palliative Versorgung in den Krankenhäusern, die spezialisierte ambulante Palliativmedizin als auch die allgemeine palliative Versorgung.

Hintergrund ist das Vorhaben des Bundestags, die Sterbehilfe bis zum Herbst gesetzlich neu zu regeln.