„Bis 2034 wird auf jeden Fall geflogen”
12.08.2009 | 17:38 Uhr 2009-08-12T17:38:00+0200Befürworter des Flughafens Essen/Mülheim aus der Nachbarstadt kritisieren ihre Kommunalpolitik. Die AGFÖ-Sprecher sind sich einig: „Wir brauchen und wollen diesen Flughafen. Er soll aber so, wie er liegt, bleiben.” Es gehe keinesfalls um einen Ausbau, sondern um eine beschränkte Nutzungserweiterung.
Die Zahl der späten Landungen am Düsseldorfer Flughafen hat sich weiter erhöht. Das berichtet die Kettwiger Initiative „Bürger gegen Fluglärm”.
Die Anzahl der Landungen nach 22 Uhr im Juli 2009 sei höher als alle Juli-Werte zuvor. Die Summe der Flugbewegungen am Düsseldorfer Airport insgesamt liege indes um 3,4 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums – eine Auswirkung der Wirtschaftskrise, schätzt die Bürgerinitiative.
Im Schnitt landen täglich 32,5 Flugzeuge nach 22 Uhr
Vom Fluglärm, der von Bürgern in den frühen Morgen- und späten Abendstunden als besonders störend empfunden wird, sind vor allem der Süden und der Osten der Stadt betroffen. Georg Regniet, Diplom-Statiker und Mitglied der Kettwiger Bürgerinitiative, hat berechnet, dass im Durchschnitt täglich 32,5 Flugzeuge nach 22 Uhr landeten. 5,8 Flugbewegungen fanden gar erst nach 23 Uhr statt. Durchschnittlich starteten und landeten 602 Jets pro Tag.
Die Werte bewegen sich im Rahmen des Erlaubten – 33 Jets dürfen zwischen 22 und 23 Uhr landen. Verspätungen sind bis 23.30 Uhr möglich, die von Heim-Fluggesellschaften (Air Berlin u.a.) sogar bis 24 Uhr.Mit Blick auf den Flughafen Essen/Mülheim gibt es im Essener Kommunalwahlkampf eine Art Stillhalteabkommen, aber abseits der politischen Bühne streiten Befürworter wie Gegner vehement weiter. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Flughafen und Ökologie (AGFÖ), Heinz Schlosser, und sein Amtsvorgänger Heinz Steinforth wünschen sich von den Essener Parteien „mehr Ehrlichkeit und ein klares politisches Bekenntnis dazu, dass der Flughafen einen Bestandsschutz bis mindestens 2034 genießt”.
"Wir brauchen und wollen diesen Flughafen"
Denn der sei in dritter Instanz vom Verwaltungsgericht Düsseldorf garantiert worden: „Pläne zur vollständigen Umnutzung des Flughafengeländes sind daher nicht zu verwirklichen.” Die AGFÖ-Sprecher sind sich einig: „Wir brauchen und wollen diesen Flughafen. Er soll aber so, wie er liegt, bleiben.” Es gehe keinesfalls um einen Ausbau, sondern um eine „beschränkte Nutzungserweiterung”, weil der Flughafen Düsseldorf dem Verkehrsaufkommen kleiner Geschäftsdüsenflugzeuge nicht gerecht werden könne. Essen als Standort von Messen und großer Konzerne brauche diesen Standortvorteil. Die AGFÖ spricht von derzeit 600 Düsenjet-Bewegungen im Jahr, wofür Ausnahmegenehmigungen von der Bezirksregierung erteilt würden: „Es wären mehr, wenn der Düsenverkehr in der Betriebsgenehmigung fest verankert wäre.”
Weniger Flugbewegungen
Die Zahl der Flugbewegungen insgesamt sei in Essen/Mülheim von 70 000 auf unter 40 000 zurückgegangen: „Und die kleinen Düsenjets sind leiser als andere Propeller-Flugzeuge.” Schließlich gehe es noch um ökologische Gesichtspunkte: „Der Flughafen bietet das letzte noch erhaltene Frischluft-Entstehungsgebiet für die umliegenden Großstädte.” Opfere man das, sei dies so, „als lege man den Bürgern die Schlinge um den Hals”. Manches, kritisieren die Flughafen-Befürworter, sei widersprüchlich in der Kommunalpolitik: „In Essen passiert ja nichts ohne Sponsoring von Großbetrieben. Die Anflugroute liegt über Bredeney, dort gibt es Widerstände von einflussreicher Seite. Aber es sind oft dieselben Leute, die in Essen/Mülheim und in Düsseldorf in den Flieger steigen.”
Aber Heinz Steinforth sagt nachdenklich: „Geflogen wird bis 2034. Aber ich habe nichts gegen Flughafen-Gegner. Wir alle wissen nicht, ob wir den Flughafen nach 2034 noch brauchen. Die Mobilitätsgesellschaft hat ihren Höhepunkt erreicht. Vielleicht fliegen später die Manager nicht mehr, sondern kommunizieren in Videokonferenzen.”

22:30
Die Gier unserer Wirtschaftkapitäne ist wohl unermesslich. Reicht es eigentlich nicht dass diese Nieten in Nadelstreifen Deutschland fast ruiniert haben?
Jetzt will genau diese feine Gesellschaft noch einen Geschäftsflughafen um ihre Privatjets besser nutzen zu können. Diese Herrschaften können auch mit dem Zug fahren und in selbigen arbeiten.
Denken diese Leute auch mal darüber nach welchen Lärm und welchen Umweltverschmutzung sie hinterlassen?
Im Bereich der An und Abflugrouten wohnen Menschen und zwar schon wesentlich länger als es diesen Flugplatz gibt. Diese Menschen haben auch einen Anspruch auf Ruhe und einer saubere Umwelt.
21:47
Was war er da der Flugplatz oder so manche Anwohner ??
14:58
Wenn man einen Bürgerentscheid initiieren will (s. FDP), dann sollten durchgerechnete und publik gemachte Konzepte auf dem Tisch liegen. Wenn der Bürger entscheiden soll, dann benötigt er einfach mehr Informationen!!!! Solange die Politik diese Vorleistung nicht bringt, wird auch ein Bürgerentscheid nicht befriedigend werden.
14:20
Kein Wunder, dass die MBI (=reinera) einen Bürgerentscheid fürchtet (wo sie ja sonst immer behauptet, die Bürger müssten mehr mitentscheiden). Denn die nächste Niederlage für die Chaotenfraktion wäre absoltu sicher.
Merke: Demokratie kann man nicht ab- und wieder anschalten, wie es einem gerade gefällt.
11:58
Wer den Fluglandeplatz nach vorne bringen möchte, der muss auch Vertrauen für Befürworter und Gegner schaffen können. Leider ist das in der Vergangenheit nicht passiert:
1. Herr Eismann misst die Lärmbelastung der kl. Düsenjets. Danach stellt die OB fest, dass die Düsen leiser sind als Turboprop-Maschinen. Dass in Essen Stadtteile 3 db mehr Lärm ertragen müssen, was eine Lärmerhöhung um 100% entspricht, wird verniedlicht. Dass Herr Eismann nicht in Flughafennähe gemessen hat, fällt keinem auf.
2. Die SPD verspricht, dass sie nicht mehr möchte als einen Geschäftsflughafen. Bis Ende 2008. Auf einmal steht eine Airbuswartung auf der Agenda. Was darf ich noch glauben?
3. Die FDP verspricht ein Bürgerbegehren. Bis heute konnten sie die dazugehörige Frage nicht formulieren. Das Begehren sollte noch vor der Kommunalwahl stattfinden. Fehlanzeige. Gleichzeitig bringt die FDP in die Diskussion, den Mehrlärm durch die Düsen durch Einschränkungen anderer Nutzungen – wie Hubschrauberschulungsflüge – zu kompensieren. Die Diskussion ist versandet.
4. Herr Zowislo fährt eine andere Flughafenpolitik als seine Parteifreunde. Wem darf man nun da glauben?
Keine Mülheimer Partei hat ein Konzept vorgelegt, wie der Flughafen aus der Subventionszone herausgeführt werden kann. Oder gibt es die gar nicht, weil die Gewerbesteuereinnahmen die Subventionen wett machen? Auch eine in der Öffentlichkeit ungeklärte Frage.
Meiner Einschätzung nach liegt die Flaute am Flughafen an der Unfähigkeit der Politik, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln – möglicherweise gibt es dies auch gar nicht, was das politische Chaos erklären würde. Und wenn es das nicht gibt, dann muss man die Schließung 2034 in Erwägung ziehen. Auch der geplante Düsengeschäftsflug ist nur eine Zwischenlösung zur Reduzierung der Subventionen und kein tragfähiges Konzept.
11:44
Lieber Saarner,
ein Bürgerentscheid ist nicht der richtige Weg, hier Klarheit zu schaffen. Die Welt ist leider kein Wunschkonzert. Alternativ wäre ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen. Das wägt nämlich das Für und Wider gegeneinander ab und bindet alle Betroffenen ein, z.B. auch die Essener Bürger in Bredeney mit ihren billigen Häusern. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Da versucht Herr Eismann lieber auf dem schlüpfrigen Weg der Ausnahmegenehmigung Essen/Mülheim durch die Hintertür zu einem Geschäftsflughafen zu entwickeln - was immer das auch ist -, anstatt sich in einem öffentlichen Verfahren direkt zu stellen. Er macht das, weil er genau weiß, dass er in einem öffentlichen Verfahren keine Chance hätte, den Flugplatz auch nur ins nächste Jahr zu retten. Dann wäre nämlich Schluss mit der Spaßfliegerei.
11:32
Jede Woche die gleiche Diskussion in den Zeitungen. Es kommt mir so vor wie ein kleines Kind, das so lange quengelt bis es seinen Willen bekommt.
Die Argumente sind doch nun zu genüge ausgetauscht worden. Neue kommen ja auch nicht dazu, sie verlagern sich nur auf eine Neidproblematik. Wobei ich mich Frage, ob man auf eine Siedlung neidisch sein muss, die voll vom Düsseldorfer Fluglärm getroffen wird. Alle Bewohner in Raadt waren außerdem vor der Nutzung von Düsenflugzeugen da. Leider ist die FDP ja nicht in der Lage die komplexe Lage des Flughafens in eine Frage zum Bürgerentscheid zu bündeln und diese dann in MH und Essen durchzuführen.
Warum reicht der derzeitige Zustand eigentlich nicht aus? Die Düsenausnahmegenehmigungen werden überhaupt nicht ausgeschöpft. Zudem wird auch der Düsenbetrieb den Flughafen nicht schwarze Zahlen schreiben lassen. Die Diskussion scheint doch eher eine Schattendiskussion zu sein.
Es wäre mal eine spannende Prüfung in die andere Richtung: Wie viel Kosten können gespart werden, wenn der Fluglandeplatz nur von denen genutzt werden darf, die eine Nutzungsberechtigung bis 2034 haben? Die Personalkosten für einen Geschäftsführer können dann schon locker eingespart werden.
10:34
Wenn man endlich mal den Mut hätte und die Mülheimer in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Flughafens entscheiden lassen würde. Die Gegner würde sich wundern. Es würde als Ergebnis eine überwältigende Mehrheit pro Flughafen heraus kommen.
10:24
Immer wieder nur Sprechblasen und die Neiddebatte mit billigem Bauland. Diese Parolen sind genau so dünn wie viele Blogs der Befürworter. Und nun zum Thema Vielfahrer. Ein Verein ist eingetragen mit einem gewählten Vorstand und Mitgliedern, die ihn demokratisch wählen. Eine AG ist gar nichts. Und lächerlich ist die Aussage, sie würden Mülheimer Bürger vertreten.
09:08
hallo flugplatz gegner.
der flugplatz besteht seit 1919 - ab 1930 linienflug, er ist bestandteil von mülheim.
nun zu euch gegnern, ihr wohnt vielleicht seit den 70 jahren dort, habt billiges bauland durch den flughafen erworben und wollt heute eine wertsteigerung von ein paar hundert prozent.
wenn man verschiedene artikel in der vergangenheit gelesen hat, dann konnte man die gier aus diesen lesen.
es ist auch keine lobbystengemeinschaft von rentnern, so wie tom tom es meint,
sondern es kommt von normalen mülheimer bürgern.
es stört uns auch nicht, dass sie viel mehr geld für ihr grundstück bekommen wollen, als es gekostet hat, darum kann dieses kernstück mülheimer geschichte bleiben.
der flugplatz ist ein alter bestandteil, euere häuser aber nicht.
es ist nur komisch das die altbewohner dort nie etwas gesagt haben, sie wussten das sie in der nähe eines flugplatzes bauen ,sie wussten es vielleicht nicht !!!!!!!!!!!