Bildungsnetzwerk geht an den Start

Freuen sich auf den Neustart in der Dezentrale: Ulrich Ernst, Alexandra Hanf, Selma Scheele und  Matthias Frense (von links).
Freuen sich auf den Neustart in der Dezentrale: Ulrich Ernst, Alexandra Hanf, Selma Scheele und Matthias Frense (von links).
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
In der Innenstadt entsteht ein neuer Mitmach-Raum für Familien, Verbände und Menschen vieler Kulturen. Die Türen sind ab 1. April geöffnet.

Mülheim.. Das Ladenlokal an der Leineweberstraße 15–17 hat rundherum Fenster, das wirkt einladend. Das soll es auch: Denn dort, in der „Dezentrale“ wird das „Bildungsnetzwerk Innenstadt“ ab 1. April sein Domizil finden. Das wird, so die Initiatoren, vor allem vom Austausch, der Begegnung von Menschen leben. Denn es versteht sich als „Mitmach-Raum“ für die Innenstadt, nicht als strenger „Programm-Macher“. Dieser Ansatz hat sich schon beim Renovieren bewährt, wobei Freiwillige mit angepackt haben. Etliche (Sach-)Spenden aus der Nachbarschaft gab es, wenn die 200 qm auch noch ein wenig kahl erscheinen. 465.000 Euro aus EU- und Landestöpfen sowie Stiftungen stehen für das Bildungsnetzwerk bis 2018 zur Verfügung,

In Eppinghofen (und auch in Styrum) arbeiten die Bildungsnetzwerke seit acht Jahren mit dem Ziel, Bildungschancen von Kindern zu verbessern, Eltern in ihren Kompetenzen zu stärken, indem der Zugang zu Organisationen, Vereinen, Institutionen vereinfacht wird. Die Innenstadt wird mit dem Bildungnetzwerk Eppinghofen nicht abgedeckt, Sozialdezernent Ulrich Ernst spricht auch hier von „sozialen Herausforderungen“.

Auch hier sollen Familien, Verbände, Menschen vieler Kulturen zusammenkommen. Die räumliche Nähe von Kinderschutzbund oder den Familienhebammen, vom Centrum für Bürgerschaftliches Engagement (CBE), Jugendzentrum Stadtmitte, Ringlokschuppen und der neuen Hochschule sieht man als Chance, die teils schon mit gemeinsamen Aktionen in der Dezentrale genutzt wird – oder geplant ist. „Wir wollen“, betont Koordinatorin Alexandra Hanf, „die Teilhabe der Menschen in der Innenstadt erhöhen.“

"Brücken bauen, um Menschen zu erreichen"

Ein Schwerpunkt ist im Bereich Kultur geplant, wofür der Ringlokschuppen mit im Boot sitzt. Selma Scheele, zuständig für die kulturelle Bildung, betont, das „gemeinsam mit den Menschen“ etwas entwickelt werden soll, wenn sich unterschiedliche Gruppen begegnen – auch über Sprachgrenzen hinweg. Dafür ist das Projekt „Silent University“ ein schönes Beispiel: Migranten, deren akademische Abschlüsse nicht anerkannt sind, halten Vorlesungen oder Seminare in ihrer Muttersprache ab, für Übersetzung wird gesorgt. Bis zu 50 Besucher hat Matthias Frense, Geschäftsführer Ringlokschuppen, bei den Veranstaltungen gezählt.

Frauenfrühstück, Mut-Café (ein Sprachlernangebot, wie es in Eppinghofen erfolgreich läuft), eine Generationenwerkstatt (mit dem CBE), all das soll sich ab April auch an der Leineweberstraße etablieren. „Wir wollen Brücken bauen, um Menschen zu erreichen, die wir sonst nicht erreichen“, betont Ulrich Ernst. „Und wir werden dabei feststellen, dass wir auf viele Potenziale stoßen, die noch ungenutzt sind.“ Die Türen werden jedenfalls ab April (werktäglich) offen stehen, und wer eine gute Idee hat, soll gleich zum Teamtreffen (jeden ersten Donnerstag um 14 Uhr) vorbeikommen, lädt Selma Scheele ein.