Bilder von Menschen und Macht

Mit Herlinde Koelbl hat die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen einer der profiliertesten deutschen Fotografinnen eine umfangreiche Überblicksausstellung gewidmet. Mitte der 1970er Jahre entdeckte die in der Nähe von München lebende Herlinde Koelbl ihre Leidenschaft für die Fotografie. Von Anfang an zeigte sich ihr besonderes Gespür für den Menschen, eigenwillige Themen und ihr Ansatz, in Langzeitprojekten zu arbeiten. Das deutsche Wohnzimmer war 1980 ihr erstes publiziertes Buch und gehört heute zu den Klassikern der deutschen Fotografiegeschichte.


Doch wäre es zu kurz gegriffen, Herlinde Koelbl allein als Fotografin zu sehen. Zu zahlreichen ihrer Projekte gehört eine umfangreiche Text- und Interview-Arbeit. Filme und Videoinstallationen komplettieren ihr Werk. Ihr vielleicht bekanntestes Projekt ist die Langzeitstudie „Spuren der Macht“. 1991 begann sie diese Langzeit-Studie, suchte sich 15 Politiker sowie Vorstandsvorsitzende und beobachtete bei ihrem jährlichen Besuch, wie Amt und Verantwortung, öffentliche Aufmerksamkeit und Erfolgsdruck die Menschen veränderte. Die Bilder zu Joschka Fischer, Gerhard Schröder und insbesondere zu Angela Merkel sind aus dem deutschen Bildergedächtnis nicht mehr wegzudenken.