Bewegung ist das A Und O
26.10.2009 | 19:27 Uhr 2009-10-26T19:27:00+0100Das Ev. Krankenhaus (EKM) lädt am Samstag, 31. Oktober, anlässlich des bundesweiten „Gefäßtags” von 11 bis 14 Uhr zum „Tag der offenen Tür” ein. Dr. Alexander Stehr, Chefarzt der Gefäßchirurgischen Klinik, berichtet, worum es geht.
Was werden die zentralen Themen der diesjährigen Veranstaltung sein?
Stehr: Am Gefäßtag geht es in diesem Jahr schwerpunktmäßig um das Bauchaortenaneurysma – also um Aussackungen der Bauchschlagader. Das betrifft übrigens etwa jeden 100. Patienten über 65 Jahre. Gefäßschäden betreffen aber auch das Gehirn oder das Herz. Ein weiteres Thema ist das offene Bein. Es wird zudem um die Schaufensterkrankheit gehen.
Was ist das?
Wenn die Arterien, die das Blut vom Herzen in die Beine pumpen, verstopft sind, ist der Patient unter Umständen in Ruhe beschwerdefrei. Wenn er sich dann aber anstrengt, also etwa 30 bis 50 Meter läuft, muss er stehen bleiben, weil er Schmerzen, meist in den Waden, hat. Erst nach einiger Zeit lassen die Schmerzen nach, er kann weitergehen.
Wir werden auch den Zusammenhang zwischen der Schaufensterkrankheit und Herzleiden erläutern: 20 % der Patienten haben auch ernste Probleme am Herzen.
Werden Sie Behandlungsverfahren vorstellen?
Erstmalig geht es um so genannte Dialyse-Shunts. Bei der Blutwäsche wird das Blut der Nierenpatienten ja abgezapft und durch eine Maschine gereinigt. Dann wird das Blut zurücktransfundiert, was aber nicht über normale Venen geht, so dicke Venen hat ein Mensch nicht. Man legt daher entweder einen Katheter in die große Hohlvene, dann hat der Patient aber immer einen Fremdkörper implantiert.
Oder man macht eine kleine Verbindung, also einen Shunt, zwischen Arterie und Vene, meistens am Arm. Von der Lebensqualität her ist das für die Patienten die beste Art der Dialysebehandlung.
Werden auch Schlaganfälle behandelt werden?
Ja, vor allem der Zusammenhang zwischen einem Schlaganfall und einer verstopften Halsschlagader. Wir haben ungefähr 200 000 bis 300 000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland. Man geht davon aus, dass etwa 30 000 bis 40 000 davon durch eine Verengung in der Halsschlagader verursacht werden. Das ist aber vermeidbar, weil die Halsschlagader sehr gut mittels Ultraschall beurteilt werden kann. Das werden wir am Tag der offenen Tür demonstrieren, genauso, wie Venendruckmessungen bei der Untersuchung von Krampfadern.
Wie kann man denn vorbeugen, welche Risikofaktoren sollte man meiden? Was hält die Gefäße fit?
Was Arteriosklerose betrifft, so gilt: Einstellung des Blutdrucks, bei Zuckerkranken unbedingt eine strikte Einstellung des Blutzuckers. Das Rauchen sollte man vermeiden und sich maßvoll ernähren. Den Fettstoffwechsel, also die Blutfett-Werte, sollte man durch den Hausarzt beobachten lassen. Vor allem aber sollte man sich bewegen: Bewegung ist das A und O, um Gefäßleiden vorzubeugen.

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