Besatzung arbeitet bis Oktober durch

Stadtgebiet..  Knapp 50 Passagieren hat Matrose Röllke auf dem Wasserweg nach Kettwig einen Fahrschein verkauft. „Das ist für die erste Tour in diesem Jahr schon gut. Am Nachmittag fahren mehr mit.“ Am Anleger vor der Staumauer steigen nur wenige Fahrgäste zu. Mit knapp 15 Minuten Verspätung legt das Schiff wieder ab und dreht um Richtung Mülheim.

Zwischendurch hat Sieglinde Hinz bereits die Tische abgewischt, Kaffeetassen, Kuchenteller und Gläser wieder eingesammelt. Sie hat ihre Bordküche im Unterdeck. „Das finden die Leute nicht so leicht. Ich arbeite lieber im Kiosk auf den anderen Schiffen. Aber die sind noch in der Werkstatt“, sagt die. Den ganzen Sommer lang übernimmt sie mit anderen Kolleginnen den Service an Bord. „Es macht mir Spaß, mit den Leuten zu sprechen.“ Auf der ersten Tour hatte hat sie bereits gut zu tun.

Flott nimmt die „Mülheim an der Ruhr“ jetzt Kurs auf Mintard, fährt bei „Dicken am Damm“ durch und stoppt wieder an der „Hahnenfähre“. Monika und Wolfgang Teubner aus Bochum sind in Kettwig an Bord geblieben. Sie wollten zu ihrem Onkel Heinz Klaus nach Herten, den Frühjahrsputz erledigen.

„Bei Sonnenschein ist es aber schöner, eine Ruhrtour zu machen“, sagen sie. „Das Flusstal leuchtet herrlich und saftig grün.“ Jogger und Radler auf dem Leinpfad haben kaum eine Chance, das Schiff zu überholen. Reinhard Gertz hat unterwegs viele Fotos gemacht: „Man kann fast jede Woche von Deck aus Neues entdecken.“ 40 bis 50 Mal ist er auf der Ruhr jedes Jahr unterwegs. „Die Jahreskarte ist eine tolle Sache.“ Am Wasserbahnhof hat sich bereits eine kleine Schlange Fahrgäste gebildet – für die nächste Tour. Auf dem Sonnendeck hat Barbara H. die Seite gewechselt: „Hahnenfähre, Wasserbahnhof, Kettwig, Hahnenfähre“ ist ihre Rundfahrt. „Da kann ich zwei Stunden prima entspannen.“ Pünktlich, um 13 Uhr, legt das Schiff wieder ab.