Bedrohte Entgiftung des Körpers

Zum Glück haben wir zwei von Natur aus bekommen. Fällt eine Niere aus, macht’s oft noch die andere – und das reicht. Doch ohne sie gerät der Körper innerhalb weniger Tage in eine lebensbedrohliche Lage. Ohne Nierentätigkeit keine Entgiftung. Es ist ein Hochleistungsorgan, das rund um die Uhr arbeitet. Doch es wird bedroht von unterschiedlichen Einflüssen: Diabetes, Medikamente und Bluthochdruck können die Nieren massiv schädigen, aber auch, wer zu wenig trinkt, gefährde sie, betont Privat-Dozent Dr. Anton Daul, Chefarzt der Klinik für Nephrologie und Dialyse am Marien-Hospital.

„Das geht mir an die Nieren“ ist der Titel des nächsten WAZ-Medizin-Forum, das am Donnerstag, 25. Juni, um 18 Uhr im Marien-Hospital, stattfindet. Neben Chefarzt Daul werden die Oberärzte Dr. Brigitte Schreurs und Atila Tiryaki referieren und für Fragen der Besucher bereit stehen.

Wie ein Schwamm, der die Gifte entsorgt, arbeiten die Nieren. Hunderte von Litern Blut fließen täglich durch das Organ. Erst wenn die Niere etwa 50 Prozent ihrer Leistungskraft verloren hat, spürt der Mensch die Folgen. Eine große Gefahr. Deshalb rät der Chefarzt auch dringend dazu, regelmäßig ab dem 35. Lebensjahr den Urin untersuchen zu lassen. Erste Fehlentwicklungen ließen sich darin erkennen. Anders sieht es bei Nierensteinen und einer Nierenbeckenentzündungen aus: „Die Betroffenen gehen sehr schnell zum Arzt, der Schmerz ist sehr groß“, berichtet Daul.

Diabetiker, so die Mediziner, müssten sogar sehr streng auf ihre Nierenfunktion achten, weil der Diabetes die kleinen Gefäße in den Nieren zerstören kann – ebenso wie der Bluthochdruck. Von dessen konsequenter und richtiger Einstellung profitieren die Nieren. Und auch bei den Nieren gilt: Übergewicht ist ein Risikofaktor.

Mit Sorge blicken die Nephrologen auf die oftmals lange Einnahme bestimmter Medikamente, dazu gehören etwa Antibiotika. Auch die „Entsorgung“ der Medikamente muss über die Nieren erfolgen, was diese über längere Zeit nicht nur belasten, sondern schädigen kann.

Beim WAZ-Medizinforum werden die Nierenleiden, die Diagnosemöglichkeiten und die Therapien vorgestellt, und es gibt Tipps, wie Nierenleiden durch Prophylaxe verhindert werden können. Die billigste und schnellste Vorsorge lautet dabei: trinken. Daul empfiehlt mindestens 1,5 Liter am Tag, und er weiß, dass es bestimmte Risikogruppen auch hier gibt: „Gerade viele ältere Frauen trinken viel zu wenig.“