Bedenken gegen Flüchtlingsunterkunft am Frohnhauser Weg

Am Frohnhauser Weg sollen Flüchtlinge einziehen. Einige
Am Frohnhauser Weg sollen Flüchtlinge einziehen. Einige
Foto: Kai Kitschenberg
Was wir bereits wissen
Die Stadt informierte am Montag über geplante Unterkunft am Frohnhauser Weg und versprach verträgliche Lösung. Einige Nachbarn bleiben skeptisch.

Heißen.. Die Stadt will in Zusammenarbeit mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft SWB bis zu 80 Flüchtlinge am Frohnhauser Weg 131-135 unterbringen. Über das Vorhaben, bei dem die derzeitigen Mieter von einem Auszug überzeugt werden sollen (wir berichteten), wurde am Montag die Nachbarschaft informiert. Neben Sozialdezernent Ulrich Ernst stellten SWB-Geschäftsführer Ulf Lennermann und der stellvertretende Sozialamtsleiter Thomas Konietzka die Pläne vor.

Bei der Infoveranstaltung in der Tersteegenschule mit rund 100 Besuchern sei die Stimmung skeptisch gewesen, berichtet eine Anwohnerin, die zugleich Mitglied in der neu gegründeten „Interessengemeinschaft Frohnhauser Weg“ ist – ein Zusammenschluss von vier Familien aus der Nachbarschaft, die die Flüchtlingsunterkunft am Frohnhauser Weg kritisch betrachten. „Viele Fragen wurden am Montagabend nur unzureichend beantwortet und die Infoveranstaltung wurde beendet, obwohl es noch Gesprächsbedarf gab, so die Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. Für offen gebliebene Fragen stehe die Bürgeragentur ( 455 1644, buergeragentur@muelheim-ruhr.de) zur Verfügung, so Stadtsprecher Volker Wiebels. Entsprechende Infozettel seien nach der Veranstaltung verteilt worden.

Wer zieht wann in die Wohnungen ein?

Inhaltlich ging es am Montagabend vor allem um die Frage, wer in die Wohnungen einziehen soll. Die Interessengemeinschaft befürchtet, dass dies womöglich keine notleidenden Flüchtlinge seien, sondern problematische Gruppen von Asylbewerbern, die aufgrund kultureller Unterschiede nicht ohne Aufsicht in Wohnungen untergebracht werden können und ohnehin keine reelle Chancen auf ein Bleiberecht in Deutschland hätten.

Laut Stadtsprecher Volkers Wiebels sei jedoch weiterhin unklar, wer überhaupt wann in die geplanten Unterkünfte einziehen werde. „Flüchtlinge und Asylbewerber werden uns kurzfristig zugewiesen. Und wir sind so oder so verpflichtet, diese Menschen bei uns aufzunehmen, egal ob Flüchtlinge oder Menschen aus ,sicheren Herkunftsländern’.“

Eine „Massenunterkunft“, wie von der Interessengemeinschaft befürchtet, werde es am Frohnhauser Weg und auch anderswo in Mülheim nicht geben. „Die Menschen werden in normalen Wohnungen untergebracht und von einem Kümmerer betreut. Damit haben wir an der Gustavstraße sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Man wisse um die kulturellen Besonderheiten mancher Gruppen. „Wir werden nicht blindlings irgendwo Flüchtlinge unterbringen in dem Wissen, dass das schief geht.“

Auch in die Nachbarschaft sollen die Flüchtlinge integriert werden, so Wiebels. „Wir wünschen uns, dass sich Flüchtlinge und Anwohner kennenlernen, wenn es soweit ist. Nur so können Vorbehalte abgebaut werden.“