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Bedarf an Schulräumen steigt in Dümpten am stärksten

10.02.2016 | 12:00 Uhr
Bedarf an Schulräumen steigt in Dümpten am stärksten
Bereits seit dem Schuljahr 2013/14 steigt die vorher rückläufige Schülerzahl in Mülheim wieder. Im Bildungsausschuss werden nun aktuelle Zahlen vorgestellt.Foto: Knut Vahlensieck

Mülheim.  Die steigende Geburtenrate hat Einfluss auf die Schulentwicklungsplanung. Im Schuljahr 2020/21 wird vor allem in Dümpten mehr Lernraum benötigt.

Mülheim bekommt Nachwuchs. Die Geburtenrate in der Stadt steigt seit einigen Jahren langsam, aber stetig. Grundsätzlich, betont Uwe Alex, Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Schule, mit Blick auf die Gefahren einer überalterten Gesellschaft, „ist das für eine Stadt eine positive Entwicklung“. Dennoch bringt das für sein Amt Herausforderungen mit sich: Seit dem Schuljahr 2013/14 erhöhen sich die Schülerzahlen. Im nächsten Bildungsausschuss werden nun in einem Bericht konkrete Zahlen und daraus resultierender Handlungsbedarf genannt, denn es wird mehr Lernraum benötigt.

Der Trend ist steigend: Besuchten im Schuljahr 2013/14 genau 5324 Kinder eine Mülheimer Grundschule, sind es im aktuellen Schuljahr 5466. Für das Schuljahr 2020/21 rechnen die Verantwortlichen beim Schulamt, basierend auf den Geburtenzahlen (Stand 30. September 2015), mit 5762 Grundschülern. Will man bei einer Klassenstärke von durchschnittlich 23 Kindern bleiben, müssen mehr Klassen, mehr Klassenräume her. Aber nicht in ganz Mülheim, der Bedarf ist von Stadtteil zu Stadtteil verschieden.

Schülerzahl steigt in Dümpten um 12,1 Prozent

Vor allem im Norden wird es in ein paar Jahren wohl eng werden bei der Einschulung. Steigt die Schülerzahl stadtweit im Durchschnitt um 5,4 Prozent, erwartet die Stadt 2020/21 in Dümpten 12,1 Prozent mehr Schüler. Damit ist der Stadtteil Spitzenreiter. Am anderen Ende der Skala steht Saarn. Dort sinken die Zahlen laut Prognose um 6,1 Prozent. Für Uwe Alex ergibt dieser „mittelfristige Bedarf“ eine klare Konsequenz: „Wenn weiterhin wohnortnah beschult werden soll“, müssten jetzt die Weichen dafür gestellt werden.

Denn all diese Zahlen basieren allein auf demografischen Daten; Seiteneinsteiger – Kinder von Zuwanderern oder aus Flüchtlingsfamilien – sind nicht darin nicht berücksichtigt. Sie lassen sich kaum vorhersagen, werden den Raumbedarf aber zusätzlich erhöhen. Ohne das, heißt es im Bericht des Schulamts, „wäre die Gebäudekapazität im Grundschulbereich weitgehend ausreichend, wenn auch einzelne Standorte bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet würden“. In Dümpten erwarten die Fachleute jedoch einen stärkeren Raumbedarf“, der „im begrenzten Umfang“ durch höhere Klassenfrequenzen beeinflusst werden könne. Heißt: In Dümpten könnten im Durchschnitt 25 Kinder in eine Klasse gehen, statt sonst 23.

Hoffnung auf weiterhin kleinere Klassen

Ein Vorschlag, den Uwe Alex mit Blick auf die städtische Finanzlage eine „eher betriebswirtschaftliche Alternative“ nennt. Er hofft, dass die Politik sich der Meinung der Fachverwaltung anschließt und weiterhin auf kleinere Klassen setzt. „Die Anforderungen an Schulen sind jetzt schon hoch genug“, sagt der Schulamtsleiter.

Die Berichtsvorlage, die am 15. Februar im Bildungsausschuss vorgetragen wird, gibt laut Uwe Alex einen Einblick auf den heutigen Stand und zukünftige Entwicklungen. Bei allen Unwägbarkeiten lasse sich daraus bereits ersehen: „In Dümpten Schulraum zu schaffen, ist keine Fehlinvestition.“ Das ist ein Vorschlag. Ein weiterer sind Brandschutzmaßnahmen, um die Räume im Obergeschoss der Hauptschule Kleiststraße in Heißen wieder nutzen zu können.

Gymnasien gewinnen mehr Schüler

Nicht nur an Grundschulen steigen die Schülerzahlen, die Entwicklung wird sich natürlich später auch an weiterführenden Schulen bemerkbar machen – doch nicht an allen. Laut städtischer Prognose werden vor allem die Gymnasien mehr Schüler gewinnen.

Die Hauptschule wird aus Sicht der Schulverwaltung weiter schrumpfen. Dieser gesellschaftliche Trend lässt sich laut Uwe Alex, Leiter des Amts für Kinder, Jugend und Schule, nicht aufhalten. Bei Realschulen wird ein leichter Anstieg der Schülerzahlen erwartet, an den Gesamtschulen bleibt aufgrund der begrenzten Aufnahmequalität alles beim Alten. An den Gymnasien ist laut der Berichtsvorlage für den Bildungsausschuss „demnach mittelfristig bzw. bis zum Schuljahr 2020/21 ein Anstieg“ in der Sekundarstufe I absehbar, der sich bis zum Schuljahr 2025/26 weiter steigert. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die „Erweiterung eines der Innenstadtgymnasien“ in den Blick zu nehmen.

Flüchtlingskinder erhöhen Raumbedarf zusätzlich

Kinder, die im vergangenen Jahr geboren wurden, werden 2020 eingeschult. Dafür kann man planen. Anders sieht das bei Kindern aus Flüchtlingsfamilien aus. Sie müssen unmittelbar versorgt werden. Das macht eine Planung schwierig und eine Prognose noch schwieriger. „Momentan leben die Kinder in Großunterkünften, wo sie später einmal leben und zur Schule gehen werden, wissen wir noch nicht“, sagt Schulamtsleiter Uwe Alex.

Dennoch haben die Verantwortlichen des Schulamts eine Vorausberechnung gewagt, die auf Entwicklungen der Flüchtlingszahlen seit September basiert und von 2000 neuen Flüchtlingen, die im Jahr 2016 nach Mülheim kommen, ausgeht. So gehen die Fachleute im Bericht für den kommenden Bildungsausschuss von 143 Seiteneinsteigern im Alter von sechs bis zehn Jahren aus sowie von 164 Zehn- bis 16-Jährigen und von 100 Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren. Macht insgesamt 407 Seiteneinsteiger und einen „zusätzlichen Raumbedarf für die Einrichtung von rund 24 weiteren Förderklassen im Verlauf des Jahres 2016“. Das entspräche Klassenstärken von 18 Schülern.

Julia Blättgen

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2016-02-10 12:00
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