be-LESEN

Als Vorsitzender des Fördervereins der Bücherei und Leiter der Schmökerstube dürfte Bernhard Haake sicherlich belesen sein. „Ich schaffe aber auch nur ein Buch im Monat. Ich lese bedächtig, aber intensiv“, sagt der 79-Jährige. Seine Frau Ursula schaffe da deutlich mehr als er. Richtig Zeit für die Lektüre findet er aber erst seit seiner Pensionierung. Leseförderung und Bildung durch Lesen waren ihm aber schon immer ein wichtiges Anliegen.

Seit 16 Jahren ist er Mitglied in einem literarischen Zirkel, der sich jeden ersten Samstag im Monat um 11 Uhr im Medienhaus trifft. Beim Frühschoppen in der vergangenen Woche wurden Neuerscheinungen präsentiert. Es sind so 12 bis 15 Personen im reifen Erwachsenenalter, die ihre Erfahrungen und Eindrücke von einem Buch austauschen. „Wir befassen uns nicht nur mit der schöngeistigen Literatur, sondern auch mit zeitgeschichtlich relevanten Fragen“, erzählt er. Zu den Büchern der letzten Monate zählten unter anderem die viel gerühmte Camus-Biographie von ZEIT-Journalistin Iris Radisch, „Monte Christo“ von Martin Suter, das ihm gut gefallen hat. Auch „Nemesis“ von Philip Roth über die Polio-Epidemien in den USA beeindruckte ihn. Zwei Bücher des Nobelpreisträgers Patrick Modiano hätten die Gruppe aber etwas ratlos gemacht. Er wünscht sich eine intensivere Leseförderung. „Wenn Kindern regelmäßig vorgelesen wird, bildet sich das Bedürfnis, selbst zu lesen.“