Baustellen: Zoll prüft seltener

Unseriöse Praktiken auf Baustellen in Mülheim und Umgebung sollen intensiver als bislang verfolgt werden. Das fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau).

Illegale Beschäftigung müsse für unseriöse Arbeitgeber und Dumping- Chefs zu einem unkalkulierbaren Risiko werden. „Im vergangenen Jahr ist auf den heimischen Baustellen viel zu wenig kontrolliert worden“, so Peter Köster von der IG Bau Mülheim-Essen-Oberhausen. Nach Informationen des Bezirksvorsitzenden hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Duisburg 2015 insgesamt 358 Kontrollen auf Baustellen in der Region durchgeführt – das sei ein Rückgang von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hierbei wurden 22 Bußgeld-Verfahren eingeleitet. Köster beruft sich auf eine Bilanz des Bundesfinanzministeriums.

Verantwortlich für die zu geringe Zahl von Kontrollen sei ein eklatanter Personalmangel. „Dem Zoll fehlt es an Manpower.“ Im Interesse seriöser Baufirmen müssten die Fahnder dringend das nötige Personal erhalten. Ein Teil der Beamten sei zwar richtigerweise zur Bewältigung der Flüchtlingssituation eingesetzt worden, trotzdem müsse die FKS weiterhin ihre Kernaufgabe wahrnehmen.

Man fordere 10 000 Kontrolleure bundesweit; derzeit gebe es lediglich 6865 Planstellen.