Baumkübel auf der Schloßstraße gibt ein stumpfes Bild ab

Seit eineinhalb Jahren bietet der Baumstumpf auf der Schloßstraße ein kümmerliches Bild – auch von der Stadt, wie einige Bürger meinen.
Seit eineinhalb Jahren bietet der Baumstumpf auf der Schloßstraße ein kümmerliches Bild – auch von der Stadt, wie einige Bürger meinen.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA
Seit eineinhalb Jahren wartet ein Kübel auf der Schloßstraße auf seinen Baum. Die Stadt hat dafür kein Geld, eine Spende könnte helfen.

Mülheim-Stadtmitte.. Seit eineinhalb Jahren das gleiche traurige Stadtbild: Aus einem Baumkübel auf der oberen Schloßstraße ragt nur noch ein Holzstumpf – kein Baum. „Warum passiert dort eigentlich nichts? Wenn der Kämmerer für Ersatzpflanzungen kein Geld hat, dann kann doch der Verkehrsverein helfen. Der hat doch die ,Verschönerung des Stadtbildes’ in seiner Satzung stehen“, fragte Hansgeorg Schiemer (CDU) in der Bezirksvertretung 1. „Entweder nachpflanzen oder den Kübel ganz wegnehmen“, lautete sein Vorschlag.

Das ist leichter gesagt als getan. „So lange es keinen genehmigten Haushalt gibt, kann die Stadt weder den Kübel bepflanzen noch aus der Schloßstraße entfernen“, sagte dazu Klaus Beisiegel, Leiter des Referates VI (Umwelt, Planen und Bauen). „Bekämen wir dagegen eine Spende, könnten wir tätig werden.“ Aber in der aktuellen Lage könne die Stadt leider nicht handeln. Paragraf 82 der Gemeindeordnung regele das klar und eindeutig.

Bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung 1 hatte Beisiegel erklärt, der Verkehrsverein sei auf die Stadt zugekommen wegen der Pflege des Kübels, jedoch nicht wegen der Finanzierungskosten für einen neuen Baum in Höhe von ca. 4000 Euro. Für die Entfernung des Kübels würden noch höhere Kosten entstehen, wegen der Verbindung mit dem Unterboden. Die Abdichtung zur Tiefgarage sei kompliziert.

35 Kübel kosteten samt Bäumen 521.000 Euro

In der Stadt ist auch zu hören, dass Gastronomen an der Schloßstraße gern einige Baumkübel entfernen lassen würden. Davon weiß Klaus Beisiegel bisher nichts. „Anträge kenne ich keine. Ferner müsste darüber der Planungsausschuss entscheiden. Das sei in naher Zukunft aber kaum zu erwarten.

Der Verkehrsverein hat im September seine Satzung neu ausgerichtet. „Schwerpunkt ist nun die Förderung zur Erforschung der Stadtgeschichte. Auch die Stadtbildverschönerung gehöre zu den Aufgaben“, sagt Ursula Deckert, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins. Am 23. März befasst sich der Vorstand mit dem Baumthema.

Die 35 Kübel plus Felsenbirnen, Blumen-Hartriegel und Mahagonikirsche haben 521.000 Euro gekostet, jährliche Pflege 7500 Euro. Bürger lobten und verspotteten die Verschönerung der Schloßstraße.