Banken müssen Hartgeld prüfen

Das Zählen von größeren Mengen Geldmünzen ist aufwändig. Für die Sparkasse erledigt das ein Dienstleister.
Das Zählen von größeren Mengen Geldmünzen ist aufwändig. Für die Sparkasse erledigt das ein Dienstleister.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für Sparkassenkunden in Mülheim ändern sich die Gebühren bei der Bareinzahlung von Münzen nicht.

Mülheim..  In der Nachbarstadt Duisburg sorgte die Bargeldprüfverordnung der Deutschen Bundesbank bereits für Aufregung: Diese Regelung, die im Januar vollständig in Kraft tritt, führt dort letztlich zu einer Gebührenerhöhung bei Einzahlung von Hartgeld bei manchen Geldinstituten, weil nun auch die Münzen auf Echtheit geprüft werden müssen.

Bei der Sparkasse Mülheim muss allerdings vorerst kein Kunde mit einer Gebührenerhöhung rechnen, sagte Sprecher Frank Hötzel auf Nachfrage: Denn wer mit einem Sack Bargeld vorbeikommt, zahlt schon seit drei Jahren drei Euro, damit sein Hartgeld gezählt, geprüft und aufs Konto überwiesen wird. Es sei denn, es ist gerade „Weltspartagwoche“: Traditionell ist dann die Einzahlung von Flaschen, Gläsern, Dosen, Beuteln voller Münzen gebührenfrei. Kinderspardosen, die der kleine Sparer aufs Konto einzahlen will, kosten das ganze Jahr über bei der Sparkasse ebenso wenig Gebühren, wie der Sparschwein-Inhalt eines Kleinsparers, wenn nicht mehr als 50 Münzen drin sind und er oder sie nur einmal im Jahr damit vorbeikommt, so Sparkassensprecher Hötzel. Der Dienstleister S-Bargeldlogistik zählt schon jetzt für die 13 Mülheimer Sparkassenfilialen das eingezahlte Hartgeld, das in einem verschlossenen „Safebag“ transportiert wird. Am Schalter jeder der 13 Mülheimer Sparkassenfilialen wird Hartgeld in größeren Mengen in eine spezielle Plastiktüte gepackt, mit einem Scancode und den Kundendaten versehen: das ist ein „Safebag“.

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„Auch die Echtheitsprüfung des Hartgelds läuft über die Bargeldlogistik“, erklärt Hötzel. Münzsortier-Maschinen übernehmen diesen Job bei dem Dienstleister, danach sorgen Rollier-Maschinen dafür, dass das sortierte Hartgeld zu sauber etikettierten „Bundesbank Standard-Rollen“ verarbeitet wird.

Da aber auch die Sparkassen-Kassierer am Schalter in der Filiale künftig nicht nur Scheine (dafür sind die Kassierer laut Frank Hötzel ausgebildet) sondern auch das Hartgeld auf Echtheit überprüfen können müssen, werden die Kassierer jetzt in Sachen „Münzgeldprüfverordnung“ Schulungen besuchen, erklärt Hötzel. „Das Personal wird geschult, und wo Bedarf ist, werden auch Prüfgeräte angeschafft“, so der Sparkassensprecher. Ob man mit einem Zusatzaufwand rechnet? „Die Masse läuft ja über die Bargeldlogistik“, so Hötzel. „Wir werden prüfen, wie sich das im Laufe des Jahres auswirkt“. Natürlich seien auch Personalschulungen ein Zusatzaufwand. „Aber für uns ist das kein Grund, mit der Gebühr von drei auf fünf Euro hoch zu gehen.“