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Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage

22.05.2013 | 11:15 Uhr
Mehrere Rockerbanden kämpfen um die Vorherrschaft im Ruhrgebiet. Städte wie Duisburg, Oberhausen oder Mülheim erleben regelmäßig Polizeieinsätze im Milieu.Foto: Knut Vahlensieck

Essen.  Nach dem Großeinsatz der Polizei gegen die Rocker am Dienstagabend diskutieren viele Mülheimer über die Sinnhaftigkeit dieser Aktion. War die komplette Sperrung der Innenstadt ein notwendiges Zeichen - oder Verschwendung von Steuergeld und eine unverhältnismäßige Belästigung der Anwohner? Ein Kommentar.

Ausnahmezustand. Hunderte Polizisten, die die City abriegeln. Sie haben Maschinenpistolen im Anschlag. An Schlossbrücke und Eppinghofer wird jedes Auto kontrolliert. Einsatzkommandos halten 200 Bandidos und Hells Angels in Schach.

Was Mülheim am Dienstagabend erlebte, wird die Stadt nicht so schnell vergessen : Erstmals seit langem ist das Zentrum einer Ruhrgebietskommune durch Sicherheitskräfte abgeriegelt worden. Dabei floss kein Blut. Wenige Rocker wurden am Ende abgeführt. Was also sollte dieses Spiel? Hat die Polizei neuerdings Spaß an sinnloser Straßenkampf-Simulation?

Seit Jahren eskaliert der Konflikt

Wer so denkt, hat nichts verstanden. Seit Jahren eskaliert der Konflikt zwischen Rockerbanden im Revier. Vereinsverbote zeigen erste Wirkung. Dennoch verändert sich die Situation zum Schlechteren: Es sind eben nicht mehr nur harmlose Freizeit-Motorradgangs, die sich Banditen und Höllenengel nennen und in Chartern und Chaptern organisieren, die gar Polizeibeamte in ihren Reihen haben und gerne mit Männer-Rangeleien und Mutproben konkurrieren.

Es sind Multis der internationalen Organisierten Kriminaliät, die eine eigene Lynchjustiz mit Mord und Folter Abtrünniger unterhalten und  Geschäftsinteressen mit Gewalt durchdrücken wollen. Ihre Bindungen reichen in die russische Mafia, stellt Europol in einem jüngsten Lagebericht fest.

Rockerbanden
Motorradclubs und Rockerbanden

Nach einer Massenschlägerei zwischen Hells Angels und Bandidos in Mönchengladbach Anfang 2012 erhöhte die Polizei den Druck auf kriminelle Rocker auch an Rhein und Ruhr. Mehrere Chapter wurden verboten. Nach Darstellung der Ermittler finanzieren sich die Rockerbanden durch organisierte Kriminalität.

Städte wie Duisburg, Köln, Aachen und Berlin sind umkämpfte Zonen der Republik geworden. Und Rivalen aus Südwestdeutschland und den Niederlanden rollen das Feld auf, die mit vermeintlicher "Rockerehre" nichts mehr zu tun haben und manchmal auch nicht mehr mit Motorrädern. Banden treten auf die Bühne, durchsetzt von Kriminellen vom Balkan und aus Kurdistan.

Die Rocker wollen den Staat im Staat

Am Gefährlichsten aber: Diese Truppen stellen die Machtfrage. Sie wollen den Staat im Staat. Sie tun das nicht  spektakulär vor dem Bundestag in Berlin. Ihr Ziel ist es, Städte und Stadtviertel unter ihre Kontrolle zu bekommen. Hannovers Steintorviertel-Bürger kennen das. Polizei ist noch zugelassen -  wenn sie sich friedlich und freundlich zeigt.

Rockerkrieg in NRW – Chronik der Gewalt

Darf es das sein? Wehret diesen Anfängen. Wem der Aufmarsch der nordrhein-westfälischen Polizei-Einsatzkommandos am Dienstag in Mülheim zu martialisch war, muss sich fragen, was er am Ende will: eine demokratisch kontrollierte Ordnung, deren Aufrechterhaltung auch ein paar Euros kostet - oder eben die lokale Herrschaft willkürlicher Gewalt selbsternannter korrupter Fürsten, mit der sie ihre illegalen und menschenfeindlichen Waffen-, Drogen- und Prostitutionsgeschäfte sichern.

Dietmar Seher



Kommentare
23.05.2013
15:17
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von Assisnob64 | #13

Die Machtfrage scheint in Mühlheim wohl geklärt zu sein! :-)

www.rockerportal.de

"Bandidos MC Mülheim closed

PRESSEMITTEILUNG BANDIDOS MC

Mit dem heutigen Tag ist unser Chapter Bandidos MC Mülheim geschlossen.

22.05.2013
needle vor 16 Stunden "

22.05.2013
17:56
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von xxyz | #12

Wenn Polizei keine Rolle mehr spielen darf, weil Gruppen ganze Viertel übernommen haben sollen, frage ich mich, was mit dieser Strategie erreicht worden sein soll?

Entweder zeigt die Polizei, dass sie Herr im Land ist, dann zeigt sie Präsenz und ist in der Lage bei Straftaten die Täter zu ermitteln und festzunehmen oder sie macht Show-Aktionen. Ich kann in den letzten Tagen leider nur viele Show-Aktionen sehen, die für den Aufwand nichts erreicht haben. Fehlende Klasse bei der Ermittlungsarbeit scheint man durch massive Personalaufgebote, die nach irgendwas suchen zu ersetzen. Das führt nicht zum Ziel.

Es stellt sich doch die Frage, warum die Polizei nicht in der Lage ist, für gerichtsverwertbare Beweise zu sorgen. Hier sind die hochbezahlten Führungskräfte und final der Minister und die Ministerpräsidentin im Land verantwortlich. Selbst bei angeblichen Sprengstoff-Tätern wird bei einer Durchsuchung der Sprengstoff im Kühlschrank nicht gefunden.

22.05.2013
15:39
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von Pase_Lacki | #11

Irgendwo habe ich gelesen, dass 200 Bandidos die Eppinghofer Straße stürmen wollten. Hat man die jetzt gefunden? Haben die Kehrt gemacht, als im Radio die Durchsage kam? Woher kam der Tipp? Fragen über Fragen. Und 17 Festnahmen, da stell ich mir doch die Frage, wieviele von denen sind jetzt noch bei der Polizei zu Gast? Und warum waren manche da? Da findet sich ja mehr bei einer Razzia am Veilchendienstag als bei solch einem Mumpitz.

1 Antwort
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von Pase_Lacki | #11-1

Alle Festgenommenen sind schon wieder auf freiem Fuß. Dann müssen die sich ja ordentlich was zu Schulden haben kommen lassen. Das Projekt Volksverdummung nimmt immer schlimmere Ausmaße an.

Quelle: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11562/2476953/pol-e-muelheim-an-der-ruhr-polizei-geht-mit-grossaufgebot-gegen-rocker-vor-3-meldung

22.05.2013
15:24
Alles ganz anders...
von hamicha | #10

Unsere Hannelore hat ihren Innen-Kollegen nur gebeten in ihrer Heimatstadt MH mal aufzuräumen ,damit sie - wenn sie denn irgendwann mal wollte - unbehelligt auf der Eppinghofer flanieren könnte um die gelebte und gelungene Integration zu besichtigen.
Ich vermisse in dem Artikel den "Beifang" der Polizei : Anzahl der erwischten Junkie´s,Alki´s , fahruntüchtige Kfz und von Ganoven rund um Ruhrbania.
Bei dem Aufwand müßte doch so einiges abgefallen sein,oder ?
Bin ich froh,daß ich dort nicht mehr meinen Wohnsitz habe.

22.05.2013
15:04
@ 6
von hamicha | #9

...oder Ernst Kuzorra seiner Frau ihr Stadion .....???

22.05.2013
14:44
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von WHeisenberg | #8

Wie lächerlich ist denn bitte mal wieder dieser Artikel über die bösen bösen bösen Rocker...

Aber echt schön wofür so Steuergelder verprasst werden..

1 Antwort
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von Mueti | #8-1

Hier wurden keine Steuergelder verprasst. Sondern die Gewalt im Keim erstickt.

22.05.2013
14:24
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von ippzippzapp | #7

Machtfrage? In Mülheim? ...
Die haben ja noch nicht einmal ein Rotlichtviertel ...

1 Antwort
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von Mueti | #7-1

Das brauchen wir auch nicht,
Es gibt schon genug Nährboden für Kriminelle

22.05.2013
13:55
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von jan_feld | #6

Wie wäre es damit der Mafia das illegale Geschäftsmodell zu entziehen und Drogen zu legalisieren? Die Frauen aus Bulgarien und Rumänien könnte auch ohne Zuhälter ihr Geld verdienen.

Wer kennt noch Al-Capone sein illegales Geschäftsmodell?





22.05.2013
13:39
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von DaDU | #5

Liebe Waz, bringt doch wenigstens mal ein anderes Bild als immer das von Udo Walz. Der hat doch jetzt so toll abgenommen.

22.05.2013
13:35
Bandidos und Hells Angels stellen in Mülheim die Machtfrage
von Klaus3333 | #4

@ralle2010

Vereins- und Organsationsverbote sind zu Recht an hohe juristische Hürden gekoppelt. So unverständlich das klingt, schützt diese Regelung unseren Rechtsstaat, da unliebsame Vereine, Verbände und Organisationen nicht einfach per "Handstreich" verboten werden können wie noch vor 75 Jahren. Das sichert Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Der Rechtsstaat muss es abkönnen, dass sich ein paar "feindliche" Elemente organisieren, solange es für den Staat und die Demokratie nicht existenzgefährdend wird. Sonst ist die Verfassung das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurde. Es ist ja auch nicht so, dass einzelne Clubs nicht verboten wurden.

Ich denke, die Exekutive und die Judikative hat das Problem OMCG auf dem Schirm. Der Rechtsstaat ist per se schwerfälliger und träger als diejenigen, die sich ausserhalb der sonst akzeptierten Regeln der Gesellschaft bewegen. Ich bin aber dennoch zuversichtlich, dass fähige Leute sich diesen Elementen entgegnestellen.

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