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Bandidos suchen ein Domizil in Mülheim

27.01.2010 | 12:56 Uhr
Bandidos suchen ein Domizil in Mülheim

Mülheim. Der umstrittene Motorrad-Club Bandidos will offenbar in Mülheim Fuß fassen. Im Internet ist die Stadt inzwischen als künftiger Ort einer Niederlassung eingestuft. Ein ominöses Flugblatt schürt zusätzlich Ängste. Die Polizei sieht erst einmal keinen Handlungsbedarf.

Die Bandidos lassen sich in Mülheim mit einem sogenannten „Chapter” nieder – was als Gerücht seit einigen Tagen in der Innenstadt umgeht, erfährt von der nicht unumstrittenen Organisation Bestätigung. Auf der Internetseite der Bandidos Deutschland ist Mülheim inzwischen als „Prospect Chapter”, als zukünftige Niederlassung, eingestuft. Gleichsam auf Probe, heißt es aus der Zentrale des Motorrad-Clubs, hätten sich Leute in Mülheim zusammengetan und, ja, man suche da nach einem Domizil. Im Umkehrschluss: Noch ist keins gefunden.

Flugblatt schürt Ängste

Anonyme Quellen sind da weiter. Angeblich sei ein Haus an der Delle, in direkter Nähe der Sparkasse, bereits „erworben”, so steht es in einem ominösen Flugblatt, das in der Innenstadt umgeht und die Bandidos als Rockergruppe und als kriminell beschreibt.

Tatsächlich zielen die annoymen Schreiber wohl auf ein bestimmtes Haus, doch der Vermieter bestreitet auf Anfrage, dort etwas verkauft oder auch nur vermietet zu haben. Mit dem Flugblatt konfrontiert glaubt er an einen „Karnevalsstreich”: „Wir haben keine Erklärung dafür. Man weiß nicht, wer so was in die Welt setzt. Man hat ja so schon genug Angst.”

Anwohner haben noch nichts von dem potenziellen Nachbarn gehört. „Aber sensibel für das Thema ist man schon”, sagte eine Anwohnerin. „Von hier aus wären die ja auch schnell in Duisburg”, fügte sie hinzu. Eine Anspielung auf die Auseinandersetzung zwischen Hells Angels und Bandidos im vergangenen Jahr. Anfang Oktober war ein Mitglied der Bandidos erschossen worden. Daraufhin kam es zu einem regelrechten „Rockerkrieg” im Ruhrgebiet.

Polizei sieht keinen Handlungsbedarf

Offen ist, wer das Flugblatt initiierte, das auch allen Parteien vorliegt und gestern zu einer ersten unbeantworteten Anfrage im Planungsausschuss führte. Gegenüber der NRZ stellte Stadtsprecher Volker Wiebels aber klar, dass gegen eine Vermietung kaum Handhabe bestehe: „Das fällt ins Privatrecht. Erst bei einer Nutzungsänderung kann die Stadt eingreifen.” Und die Polizei sieht erst mal keinen Handlungsbedarf: „Die Gruppierung ist nicht verboten und kann sich Räume anmieten”, sagte Polizeisprecher Lars Lindemann.

Johanna Bömken

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