Ausweis mit Tücken
21.06.2009 | 19:58 Uhr 2009-06-21T19:58:00+0200Die Krankenhäuser beurteilen die elektronische Gesundheitskarte unterschiedlich.
Von der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) im Gebiet Nordrhein sind nicht nur rund 9 Millionen Patienten und 17 000 niedergelassenen Ärzte betroffen (die NRZ berichtete), auch die Krankenhäuser können an der ersten Phase, dem sogenannten Basis-Rollout, teilnehmen. Hierbei sollen zunächst einmal nur die auf einem Chip hinterlegten „Stammdaten” des Versicherten einzulesen sein. Die eGK soll jedoch einmal viel umfangreicher eingesetzt werden. Wir sprachen darüber mit den IT-Fachleuten beider Mülheimer Krankenhäuser.
Eindeutige Identifizierung
Sowohl Martin Kurau (Ategris, Ev. krankenhaus) als auch Frank Krieger (Contilia, St. Marien-Hospital) sehen zunächst einmal in der eindeutigeren Zuordnung, die die eGK bietet, einen Gewinn. „Die Patientenidentifikation wird eindeutig”, sagt Kurau. Ein Foto und die auf dem Chip hinterlegte Unterscheidung männlich-weiblich etwa – „Bei ausländischen Namen nicht immer ganz einfach” – sei positiv zu sehen.
An den nächsten Schritten, wie das elektronische Erstellen eines Rezeptes und – wenn die eGK voll genutzt wird – das Hinterlegen einer kompletten Pateientendatei auf dezentralen Rechnern – scheiden sich allerdings die Geister. Kurau sieht Datenschutzprobleme und zieht die Alltagstauglichkeit stark in Zweifel. Denn um Verbindung zu den Servern aufnehmen und die Patientendaten erweitern zu können, müssen sich sowohl der Versicherte als auch der Arzt per Karte und Pin-Nummer anmelden (Zwei-Schlüssel-Prinzip).
„Wie soll das in einem Krankenhaus funktionieren?”, fragt Kurau, wo die Patienten im Bett liegen und der Arzt in seinem Zimmer nachmittags Entlassungen, Rezepte oder Therapien aufschreibt. Würde es nicht helfen, wenn Patient und Arzt sich einmalig gemeinsam anmelden und das System bis zur Entlassung sozusagen offen bleibt? „Und was ist mit der Sicherheit der Daten? Wir bräuchten auf jeden Fall eine zusätzliche Identifikation des Mitarbeiters, wenn er am PC Patientendaten eingibt oder abruft.” Für Kurau ein weiterer technischer Mehraufwand. Alles in allem rechnet er damit, dass ein Krankenhaus mehrere 100 000 Euro investieren müsste, um das eGK-System zuverlässig und komplett nutzen zu können. Das Evangelische Krankenhaus wird am Basis-Rollout nerst mal icht teilnehmen.
„Das glas ist halb voll”
„Sowohl für die Sicherheit als auch die Alltsagstauglichkeit im Krankenhaus lassen sich Lösungen finden”, meint hingegen Frank Krieger. „Ich finde das Glas ist halb voll und unterstütze im Prinzip die Einführung der eGK.” Technisch sei einiges machbar und auch schon in der Entwicklung und der Nutzen, etwa das Vermeiden von Mehrfachbehandlungen oder die eindeutige Zuordnung des Ausweises zum Patienten, was einen Missbrauch deutlich erschwere, seien deutliche Vorteile. Krieger: „Wir werden am Basis-Rollout teilnehmen.”

15:50
Das mit den Krankenkassenkarten ist bei einer Patchworkfamilie eh ein heilloses Durcheinander. Bekommt die Frau nur befristete Arbeitsverträge, bekommen sie und die Kids teilweise bei jeder Veränderung jeweils neue Krankenkassenkarten. Wir hatten in einem Jahr glaube ich schon mal 3 x 3 neue Krankenkassenkarten bekommen.
Jesses, was mag nun erst auf uns zukommen. *g
07:57
Werden die Artikel blind eingestellt, ohne das einer darüber liest ?
Das Evangelische Krankenhaus wird am Basis-Rollout nerst mal icht teilnehmen.
„Das glas ist halb voll”