Außen hui - innen pfui

Was so ein bisschen Marketing doch bewirken kann. Da wirft eine Brauerei, die, sagen wir es zurückhaltend, nicht unbedingt zu den stärksten im Land zählt, eine Ruhrgebietsedition auf den Markt, und es gibt Kunden, die kaufen das dann tatsächlich. Nur weil da Mülheim auf dem Etikett steht, das Getränk aber kein bisschen anders schmeckt. Sie sind auch noch stolz darauf, dass auch Essen und Bochum und was es noch alles gibt im Kühlregal steht, nur weil sie es für eine tolle Idee halten - als echter Ruhri auch das Ruhrgebietsbier zu trinken.

In den sozialen Medien brüsten sie sich damit. Erzählen sogar davon, dass sie sich beeilen oder längere Wege in Kauf nehmen müssen. Auf das Etikett kommt es an und das zeigt in der Tat unterschiedliche Mülheimer Motive. Von der Ruhrtalbrücke bis zum Rathausturm.

Mit dieser Form von Lokalpatriotismus hätte man nicht gerechnet, aber vielleicht lässt er sich ja auch für etwas Sinnvolleres nutzen. So leicht ist das aber auch nicht. Es gab ja mal zarte Versuche, die Innenstadt mit der Devise „ich kaufe mölmsch“ zu stärken. Die Händler haben das nicht gemerkt. Man merkt eben: Die Verpackung, nicht der Inhalt, zählt.