Aus dem Leben einer Redaktion

In Zeitungsredaktionen ist es wie beim Bäcker. Wie Nachrichten entstehen, ist ebenso ein Geheimnis wie das Rezept für das knusprige Baguette. Bei uns läuft das meist unter Informantenschutz. Deep Throat, Watergate, Sie erinnern sich. Ganz so spektakulär ist es im Lokalen ja nicht, das Wichtigste ist aber, die Nachricht ist im Blatt und eine Quelle immerhin gehört in der Regel auch dazu.

Heute wollen wir doch mal aus dem Nähkästchen plaudern, weil es so schön wie banal ist. Wann kommt eigentlich das Café del Sol?, fragte der Kollege. Allgemeines Schulterzucken. Das Planverfahren läuft, aber Genaueres? Wenn es den Kollegen interessiert, dann stellen sich die Leser dieselben Fragen. Also Planungsamt und Investor anrufen. Beim erstgenannten bekommen wir immerhin ein Fakten-Up-date. Die Pressesprecherin der Gastrokette ist zwar freundlich, kann aber zur Erhellung der Situation nichts beitragen. Sie vertröstet uns auf den nächsten Tag. Mit einer Lücke kann die Zeitung aber nicht erscheinen und außerdem reicht die Information, entscheidet die Chefin.

In den Mails war gestern dann die Mitteilung der Pressesprecherin. „Mehr als in dem angehängten Text kann ich auch nicht sagen“. Es war der aktuelle NRZ-Text von gestern. Wir haben gelacht. Aber, was will man mehr?