„Aufwind“-Bauwagen muss weg

Der Bauwagen der Christlichen Drogensuchthilfe „Aufwind“ steht bisher dreimal pro Woche unter der Konrad-Adenauer-Brücke.
Der Bauwagen der Christlichen Drogensuchthilfe „Aufwind“ steht bisher dreimal pro Woche unter der Konrad-Adenauer-Brücke.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Stadt erklärt: Standort der mobilen Suchtberatung unter der Konrad-Adenauer-Brücke ist aus feuerschutzrechtlichen Gründen ungeeignet. Helfer und Klienten trifft die Entscheidung „hart“.

Stadtmitte.. Der bunte Bauwagen der christlichen Drogensuchthilfe „Aufwind“ – eine mobile Anlaufstelle für suchtkranke und wohnungslose Menschen – darf nicht mehr unter der Konrad-Adenauer-Brücke Station machen. Die Stadt Mülheim kann den Platz dort nach eigenen Aussagen nicht mehr zur Verfügung stellen. Das trifft das Bauwagen-Team und die Besucher hart, wie Karlheinz Gutzler, ehrenamtlicher Helfer, betroffen erklärt.

Der Stellplatz sei von vorne herein nur temporär und ohne förmliche Genehmigung gestellt worden, erläutert Kerstin Kunadt vom Ordnungsamt. „Wir wollten ehrenamtliche Tätigkeit unterstützen, dies aber zeitlich begrenzt.“ Ein dauerhaftes Aufstellen des Wagens sei aus feuerschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. „Auch die Ausgabe von Speisen und Getränken ohne Frischwasserzufuhr ist rechtlich bedenklich. Zudem fehlt die Abwassermöglichkeit“, so Kunadt weiter.

Stadt bietet keinen Alternativstandort

Ein Jahr lang hatte der Bauwagen der ev.-freikirchlichen Gemeinde an der Auerstraße immer montags, mittwochs und freitags unter der Brücke geparkt, die freiwilligen Helfer um Karlheinz Gutzler und Claus Steinmann fungierten als Ansprechpartner für suchtkranke Menschen. Sie hörten zu, berieten und vermittelten Hilfen.

„15 bis 25 Personen sind im Schnitt vorbeigekommen, freitags bei der Suppenküche sogar 30 bis 35“, berichtet Gutzler. Die Klienten seien jetzt fix und fertig. „Sie sagen: Ihr wart immer für uns da. Wo sollen wir denn jetzt hin?“. Vielfach handele es sich um Menschen, die keine Wohnung haben und auch keine finden. „Das Bauwagen-Café war ein Ort, an dem sie sich nachmittags aufhalten konnten. Es hat ihnen Halt gegeben und ihnen ermöglicht, Beziehungen aufzubauen“, so die Betreuer.

Die Stadt habe ihnen keinen Alternativstandort angeboten, berichten sie. Auch Kurzeinsätze an der Aktien- oder Schloßstraße – wie man sie in der Vergangenheit durchführte – würden nicht mehr genehmigt. „Auf dem Gelände unserer Gemeinde an der Auerstraße ist auch nicht genügend Platz. Außerdem laufen dort nachmittags immer Kinderveranstaltungen, das passt nun wirklich nicht zusammen“, so Gutzler.

Suche nach einem neuen Standort

Aufgeben wollen die Helfer nicht. „Wir lassen den Wagen nicht in der Ecke stehen“, zeigt sich Karlheinz Gutzler kämpferisch. Hatte man doch den ausrangierten Bauwagen 2011/12 mühsam und gemeinsam mit Klienten aufgemöbelt und zum Treffpunkt ausgebaut. Das Team sucht „verzweifelt“ nach einem geeigneten Standort in der Innenstadt. Kontakt: 434869 oder 01575/6128616.