Aufschrei der Grundschulen zeigt kaum Wirkung

Antworten gab es mehrere, aber konkrete Vorschläge, wie die Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen verbessert werden könnten, blieben aus. Enttäuscht zeigen sich die Pädagogen über die Resonanz auf ihre Resolution, die sie vor drei Monaten an die Landesregierung geschickt hatten. „Ich habe das Gefühl, dass die Probleme verwaltet und nicht angegangen werden“, beklagt Andrea Schindler, Vorsitzende des Lehrerpersonalrates.

Die Landesregierung war in der Resolution aller 22 Mülheimer Grundschulen aufgefordert worden, sich umgehend mehr um die Gesundheit der Lehrkräfte zu kümmern. „Die zunehmende Belastung erfordert umfassenden Gesundheitsschutz“, so die einhellige Meinung. In der jetzigen Form mache Schule krank, sei unbefriedigend und kaum zu bewältigen.

Fraktionen aus dem Landtag hätten reagiert, auch Hannelore Kraft als Mülheimer Landtagsabgeordnete und Ministerpräsidentin habe „nett“ geantwortet und darauf verwiesen, dass das Land für Lehrer viel tue. Aber unterm Strich, so sieht es auch die Sprecherin der Mülheimer GEW, Rita Theelke, sei die Resolution ohne Wirkung geblieben. „Es bessert sich nichts.“ Im Gegenteil, mit Blick auf den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern habe sich die Situation für Lehrer an einigen Schulen sogar weiter verschlechtert, so die GEW-Sprecherin. Es helfe wenig, sagt Andrea Schindler, wenn es von offizieller Seite nur Verständnis gebe, aber keine konkrete Hilfe. Unter Fürsorgepflicht eines Arbeitgebers stelle man sich etwas anderes vor.

28 Unterrichtsstunden, Vor- und Nachbereitungen, ständig steigende Förderbedarfe bei Kindern, immer mehr Beratungen für Eltern, immer mehr Anforderungen im Ganztag, immer mehr erzieherische Aufgaben, immer mehr Testverfahren, immer mehr Abstimmungen und Besprechungen mit Förderlehrern – der Druck auf Lehrer hat aus Sicht des Personalrates ungesunde Formen angenommen. Die GEW fordert eine Reduzierung der Unterrichtsstunden an Grundschulen.

Und wenn sich nichts tut? „Wir müssen dran bleiben“, sagt die GEW-Sprecherin. Am 1. Mai habe sich die Schulministerin des Landes, Sylvia Löhrmann, in Mülheim angesagt. Der Tag der Arbeit, so die Lehrer, sei guter Tag, um über die Arbeit in Schulen zu reden.