Aufklärung schützt
26.06.2009 | 19:16 Uhr 2009-06-26T19:16:00+0200Informationen über Rechtsextremismus
18 - was fällt einem zu der Zahl nicht alles ein. Drei mal sechs, zwei mal neun. Sicher, alles richtig. Unter bestimmten Zusammenhängen wird die Zahl aber auch zum Code. Zum Erkennungswort für Rechtsextremisten. Dann steht die Eins für A wie Adolf und die Acht für H wie Hitler. Das muss man wissen, von allein deckt man solche Tricks nicht auf. Dieser Ansicht ist auch Bernd Werdin, der Vorsitzende der Schulpflegschaft an der Realschule Stadtmitte. Am kommenden Montag findet auf Initiative seines Gremiums eine Informationsveranstaltung an der Schule statt.
Eingeladen sind alle Schüler der Stadt. Werdin freut sich aber auch über Lehrer und Eltern als Gäste: „Denn die wissen oft am wenigsten über die Szene”, betont er. Eine Szene gibt es hier freilich nicht, wenn auch vor einigen Monaten die Jugendorganisation der NPD für Unruhe sorgte. Die „Jungen Nationaldemokraten” hatten unter anderem Info-Material in der Innenstadt verteilt. Im Vergleich zu anderen Städten sind solche Aktivitäten aber sehr gering. Zuletzt zeigten die Europa-Wahlen, dass das rechtsextremistische Stimmenspektrum in der Stadt sehr klein ist.
Doch der Jugendstadtrat, der die Veranstaltung mit organisiert, denkt lieber: „Wehret den Anfängen.” „In meiner Stufe gab es zwei Schüler, die zumindest Tendenzen gezeigt haben. Das hat man an der Kleidung gemerkt”, berichtet der 1. Vorsitzende des Jugendstadtrates, Jonas Guthof. Der 17-jährige Schüler des Gymnasiums Broich findet daher die Aufklärung seiner Altersgenossen wichtig. Und auch Bernd Werdin betont: „Es ist wichtig, die Jugendlichen anzusprechen, die nicht gefährdet sind. Sie werden dadurch aufmerksamer.”
Die Veranstaltung findet am Montag, 29. Juni, ab 18 Uhr in der Realschule Stadtmitte statt. Dr. Thomas Pfeiffer vom NRW-Innenministerium wird über die rechtsextremistische Szene berichten. Danach besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Weitere Infos unter 455 4533 beim Jugendamt.

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