Auf zwei Helle nach Tante Malchen

Foto: Stadtarchiv

Viele Leserinnen und Leser haben sich an die Kahlenbergbrücke erinnert. Das war eine leichtere Wiedererkennungsaufgabe. Die Gitterbrücke mit zwei Bögen wurde 1906 für Fußgänger freigegeben und am 11. April 1945 „vor dem Einmarsch der Amerikaner gesprengt. Dabei wurden auch zwei dort im Schutz des Hanges abgestellte Straßenbahnwagen (Nr. 34, 39) zerstört“, erinnert sich Walter Neuhoff.

„Das ist unverkennbar die Kahlenbergbrücke zwischen Mendener Straße und Saarner Aue über die Ruhr“, schreibt Heinz-Jürgen Ulrich. Sie bestand aus zwei Bogen- und einem Gitterträger.“ Die Fußgänger liefen auf Holzbohlen, „zwischen denen man auf das Wasser sehen konnte. Als Kind bin ich oft mit meiner Mutter von der Trooststraße über Dohne, Mendener Straße, Gitterbrücke und Kahlenbergstraße nach Saarn zu Freunden gelaufen.“, erinnert sich Heinz-Jürgen Ulrich. „Zwischen Mendener Straße und Hang stand das ,Alte Fährhaus’, in dem bis zum Abriss 1958 die beliebte Gaststätte von Tante Malchen Keienburg war“. Am Anleger Kahlenberg hielten Schiffe der Weißen Flotte.

Auch Peter Vieten schwärmt von „Tante Malchen“. „Als es die Brücke nicht mehr gab, sind wir selbst mit dem Boot oder der privaten Ruderfähre auf zwei Helle nach Tante Malchen gefahren.“

„In den Häusern war ein Ausflugslokal mit Kegelbahn links – Tante Malchen. Rechts deutlich zu erkennen der Aufgang zum zweiten Ausflugslokal, welches später zur Jugendherberge wurde. Ich habe in beiden Lokalen verkehrt“, erkennt Klaus Hopf die Szene. „Die Brücke kenne ich nur bis zu ihrem Abriss gesperrt. Im Sommer sprangen Jugendliche gern von ihr in die Ruhr.“ Hopf kam 1939 mit seinen Eltern nach Mülheim und wohnte auf der Kirchbergshöhe.

Die Kahlenbergbrücke hat Klaus Heckhoff ebenfalls erkannt. „Oberhalb ist der Bismarkturm zu sehen. Rechts geht es hinauf zur ehemaligen Jugendherberge.“ Von der Gaststätte Tante Malchen haben ihm die Eltern erzählt. Den Aussichtsturm kennt auch Monika Hoffmann. Eine ältere Dame habe ihr gesagt, die Brücke wurde am 27. März 1945 gesprengt. Von Tante Malchen hat sie auch gehört. „Dort wurde das Bier in der Felswand gekühlt.“, fügt Karlheinz Wagner hinzu. Friedhelm Lahn war bis zum Schluss bei Tante Malchen. „Das war ein nettes Lokal. So etwas fehlt heute.“

Es gibt noch weitere Hinweise und mehr zur Geschichte der Kahlenbergbrücke und andere Fotos, die wir in einer der nächsten Folgen bringen. Und nicht vergessen: An welcher Straße in welchem Stadtteil hat das oben abgebildete Gebäude gestanden? Was war das für ein Haus?