Auf Safari mit Buchstabensuppe

Wenn Zepp Oberpichler in bewährter Weise mit Gesang und Gitarre durch den Abend im Medienhaus führt, dann stellt der schlagfertige Duisburger aus Mülheim die Dame des Hauses schon mal ein bisschen flapsig als „Heimleiterin“ vor. Doch die Chefin des Medienhauses, Claudia vom Felde, blickt lächelnd und gelassen darüber hinweg, schließlich kennt sie den Oberpichler schon seit ein paar Jahren. Nach seiner Idee geht die beliebte Literatouren-Reihe im Medienhaus mit sechs Terminen in diesem Jahr, immer dienstags, 19.30 Uhr, in eine neue Runde.

Schreiber, Poetry-Slammer, Liedersänger, allen voran Zepp Oberpichler, der mit neuen eigens komponierten Liedern, Klassikern und Gedichten kommt, geben dann wieder den Ton im Medienhaus an: In Programmen mit Literatur und Liedermacher-Kunst, die bunt, laut, leise, lustig oder nachdenklich sein können. Mit Pop und neuen Strömungen ziehen sie auch jüngeres Publikum an. Den Anfang machen Andy Strauß und Andreas Weber am 10. Februar. Andy Strauß mit der Mütze als Markenzeichen ist trotz seines jungen Alters ein wahrer Slam-Meister. Auf die Kopfbedeckung angesprochen, sagt er Sätze wie „Ich hab’ ein Problem mit dem Mittelohr und dem Chlor in der Luft“: Unaufgeregt, trocken und lakonisch jongliert er mit Worten, verdreht, bastelt und treibt Sätze zu neuem Sinn. Jung ist auch Andreas Weber, der sein neues Buch vorstellt: „Herr Weber geht auf Safari“ – allerdings direkt vor der Haustür schießt er gegen die eigene Sippe, die Nachbarn und trifft dabei häufig sich selbst.

Matthias Reuter, der mit Kabarettpreisen wie der Krefelder Krähe, dem Stockstädter Römerhelm und Tegtmeiers Erben dekoriert ist, lässt sich von Buchstabensuppe anmachen und hat bereits seine Fangemeinde in Mülheim. Er kommt am 10. März. „Matthias Reuter ist ein Garant, der sowohl junges Publikum als auch die anderen anspricht“, sagt Claudia vom Felde.

Karikaturist Michael Hüter, der sonst immer das Geschehen des Abends flott mit dem Zeichenstift aufs Papier bannte, kann diesmal nicht bei allen Terminen dabei sein, so Oberpichler, „weil er beruflich stark eingebunden ist“. Die Karikaturen wurden gegen eine Spende abgegeben, 500 Euro waren es im vergangenen Jahr. Als Sponsorin legte Gabriele Weitmann, Chefin von Ruhrmed, nochmal den selben Betrag drauf: So kamen insgesamt 1000 Euro dem Hospiz an der Friedrichstraße zu Gute. Im zweiten Jahr fördert die Ruhrmed aus Duisburg die Litertouren-Reihe, „ein tolles Angebot, dass es nicht in jeder Stadt gibt“, sagt Weitmann. Sie selbst ist Stammgast.