Auf Radweg durch Mülheim darf nicht überall gerast werden

Foto: wbp
Was wir bereits wissen
Den Charakter des Radweges auf der Bahntrasse bestimmen Geldgeber. Auf dem Viadukt gilt allerdings: bremsen, anhalten, genießen, rasen verboten.

Mülehim.. Als Radschnellweg für das Ruhrgebiet wird die ehemalige Rheinische Bahn jetzt ausgebaut. Dass Radfahrer auf den Bahnbögen zwischen Hauptbahnhof und Ruhr aber mal bremsen müssen und nicht so flott vorankommen, erfuhren die Ortspolitiker jetzt bei der Beratung der Gestaltungsentwürfe.

„Der Radschnellweg hört am Hauptbahnhof auf. Die exzellente Lage auf dem Viadukt hat im Bereich der Innenstadt Promenadencharakter“, erläuterte Roland Jansen, Abteilungsleiter für Straßen- und Verkehrsplanung. „Man soll dort auch verweilen und den Ausblick in die Stadt genießen können“, fügte Felix Blasch, stellvertretender Leiter im Planungsamt, hinzu.

Hochpromenade dürfe „kein Weg zum Durchbrettern“ werden

Die Bezirksvertreter schlossen sich dem Vorschlag der Stadtplaner an, den wbp-Entwurf (wir berichteten) zu verwirklichen. „Wir werden noch Änderungen im Detail vornehmen. Das Konzept mit seinen Bändern macht aber den Charakter der alten Bahntrasse auch auf der neuen Hochpromenade sichtbar“, erläuterte Blasch.

„Da wird es Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern geben, weil doch ein Radschnellweg von Regionalverband Ruhr (RVR) angesagt ist. Wie sieht es mit den Folgekosten aus?“, fragte Alfred Krüger (Grüne). „Auf dem Viadukt steht eine Breite von acht Metern zu Verfügung. Da ist es schon notwendig, aufeinander Rücksicht zu nehmen“, antwortete Felix Blasch. In den Kästen neben den Bänken sollen Gräser wachsen. „Wir haben dort eine einfache Vegetation vorgesehen, um die Pflegekosten gering zu halten.“ Langfristig, so war auf der Sitzung zu hören, möchte die Stadt die Radweg-Instandhaltung an den RVR oder an das Land abgegeben: „Denn die haben das Projekt bestellt. Wir übernehmen nur Planung und Bauausführung.“ Gelänge das, wäre das für die Stadt prima, waren sich die Bezirksvertreter einig.

Für sie war ebenso klar: Die bald entstehende Hochpromenade dürfe „kein Weg zum Durchbrettern“ werden. Dort bekommen wir ein Kleinod für alle Bürger, mit toller Aufenthaltsqualität zum Genießen“, betonte Peter Pickert (SPD). Mit dieser Radwegpromenade erhalte die Stadt einen neuen Anziehungspunkt mit City-Anbindung.

Unterstand für Radler

Das Dach wird wohl nicht über einer Sitzgruppe stehen, sondern soll als Unterstand für Radler dienen, die vom Regen überrascht werden, nahm Felix Blasch eine Anregung aus dem Ortsparlament auf. Die Konstruktion besteht aus Edelstahl, die leicht von Sprühereien zu säubern sei. Leider gebe es keinen Schutz vor Vandalismus.

Warum der Radschnellweg in der Innenstadt unterbrochen werde“, wollte Joachim Hoffmann (FDP) wissen. „Auf dem Viadukt geht es nicht ohne Systembruch, sonst hätten wir die Finanzierung nicht aus der Städtebauförderung erhalten“, erklärte Roland Jansen.

Wann es über die Ruhrbrücke, den Müga-Viadukt und die Bergstraße geht, darüber ist bisher noch keine Entscheidung gefallen.