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Auf der Suche nach den ersten Zeichen des Frühlings

19.02.2016 | 06:00 Uhr
Auf der Suche nach den ersten Zeichen des Frühlings
Auf der Suche nach dem Frühling in der Frühlingstraße.Foto: Oliver Müller

Mülheim.   An der gleichnamigen Straße in Speldorf sprießen schon die ersten Blumen. Und die Grundschulkinder merken auch, dass in diesem Jahr alles etwas früher losgeht...

Noch elf Mal schlafen, während jede Nacht ein bisschen kürzer wird, dann fängt am 1. März schon der meteorologische Frühling an. Die Astronomen ziehen zwar erst am 20. März nach, wir aber haben uns jetzt schon auf die Suche nach dem Lenz gemacht: in Speldorf, wo er ganzjährig wohnt.

Über 311 m, amtlich gemessen, zieht sich die Frühlingstraße durch den Stadtteil. Bei winterkalter Luft wirken die Bäume noch kratzig und kahl, aber auf Rasenstücken haben sich schon kräftige Krokusse entfaltet, hinter einer Scheibe im Parterre baumelt ein hölzerner Osterhase, tatkräftig hält er einen Pinsel in der Pfote. Im Vorgarten von Hermann van Haldern stehen Schneeglöckchen dicht an dicht, der 83-Jährige hat die Fenster weit geöffnet, lüftet durch. Im 1000 qm großen Grün hinter dem Haus will er Blumen pflanzen, „sobald der Frost aus dem Boden ist“. Van Haldern hat Zeit seines Lebens in der Frühlingstraße gewohnt, „das hier ist mein Elternhaus“.

Seinem 73. Lenz sieht Alfred Beyer entgegen, Vorsitzender des Vereins für Bewegungsförderung und Gesundheitssport (VBGS). In dessen Geschäftsstelle an der Frühlingstraße 39 steht ein Teller mit gigantischen Erdbeeren auf dem Tisch. Freilandware wohl nicht. „Woher sind die Erdbeeren?“, fragt Beyer seine Kollegin. Einfache Antwort: „Von mir.“ Als Accessoire für wärmere Jahreszeiten hat sich der VBGS gerade ein neues Zelt geleistet, viereinhalb mal drei Meter groß, das noch verpackt auf dem Boden liegt. Bewegung, die Alfred Beyer besonders mit dem Frühjahr verbindet? „Langsam kann man wieder anfangen, auf dem Platz für das Sportabzeichen zu trainieren.“

Inspirationen für frühlingshafte Bastelarbeiten

In der Stadtteilbücherei Speldorf, Frühlingstraße 35, sind derweil die Maler am Werk. Auch blühende Narzissen auf der Fensterbank setzen farbige Akzente.

Dagegen ist das Sekretariat der benachbarten Katharinenschule immer noch mit Weihnachtssternen aus Transparentpapier dekoriert. Als Unterrichtsstoff vor allem für die Erst- und Zweitklässler stehe der Frühling aber schon fächerübergreifend auf dem Stundenplan, erklärt Schulleiterin Katharina Illigen. „Die Kinder entdecken, dass in diesem Jahr alles viel früher losgeht.“

Monika Aydemir, Erzieherin in der OGS, hält einen Stapel Bücher in der Hand, die Inspirationen für frühlingshafte Bastelarbeiten liefern sollen. Noch sind die Fenster mit Schneemännern und rodelnden Mäusen geschmückt, bald soll es dort blühen. Und in der Osterferienbetreuung an der Katharinenschule steht die zweite Woche ganz unter dem Motto „Frühlingserwachen“. Dann wird es aber auch Zeit.

Die Frühlingstraße hieß nicht immer so

Seit 10. Juli 1914 trägt die Frühlingstraße diesen Namen, vorher hieß sie Viktoriastraße.

Grund: Nach der Eingemeindung von Speldorf Anfang des 20. Jahrhunderts gab es plötzlich zwei Viktoriastraßen in Mülheim: Eine (in der Innenstadt an der Alten Post) hat ihren Namen bis heute behalten, die andere (im Stadtteil) wurde umbenannt. Warum sie Frühlingstraße heißt, ist allerdings unklar.

Annette Lehmann

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2016-02-19 06:00
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