Auf der Saarner Kegelbahn den Fluss überqueren

„Am 11. April 1945 kann die Kahlenbergbrücke nicht gesprengt worden sein“, betont Ernst-Gerd Fastrich. „Wir waren drei Luftwaffenhelfer und hatten am 10. April 1945 eine Tag Urlaub. Einer musste nach Speldorf, einer zur Stadtmitte und einer nach Dümpten. Zwei, zu denen ich gehörte, mussten auf die andere Ruhrseite. Wir kamen von Velbert. Die Mendener Brücke war gesprengt. Die Kahlenbergbrücke lag im Wasser. Zur Schlossbrücke konnte keiner etwas sagen. Das kleine Bötchen ,Flora’ hatte Arbeiter auf die Saarner Seite gebracht. Der Kapitän hat uns gegen einige Zigaretten mitgenommen unterhalb von „Tante Malchen“ aussteigen lassen“, erinnert sich Ernst-Gerd Fastrich.

Andere Daten zur Kahlenbergbrücke hat Wilhelm von Gehlen. „Sie wurde 1905/06 gebaut und am 5.August 1906 freigegeben. Am 4. August endete der Fährbetrieb der ,Saarner Fähre am Kahlenberg’. Mit 166 Metern überspannte sie als dreifeldrige, einspurig zu befahrende Brücke die Ruhr. Im Volksmund wurde sie als ,Saarner Kegelbahn’ bezeichnet, ihrer geringen Breite (fünf Meter) und des hölzernen Belages wegen.

Sie wurde Anfang April 1945 gesprengt. Danach stand eine Fähre über die Ruhr zur Verfügung. Ihren Anleger auf Saarner Seite kann man noch erkennen. Rechtsseitig kam sie in Höhe der Gaststätte Tante Malchen an Land. Nach Schilderung eines Zeitzeugen mussten die Schiffe der Weißen Flotte, die ab 1928 die Ruhr befuhren, ihren Schornstein absenken, um unter der Brücke hindurch zu fahren“, beschreibt Wilhelm von Gehlen.