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Bäder auf der Kippe

Auf dem Trockenen

19.02.2010 | 18:43 Uhr
Auf dem Trockenen

Was bedeutet es für die Stadt, wenn das Friedrich-Wennmann-Bad und das Naturbad Styrum wirklich geschlossen werden müssen, wie es auf der Sparliste des Kämmerers vorgeschlagen wird?

Harry Schulz findet nach dem ersten Schock klare Worte: „Das wäre für die Schwimmsport-Vereine der Tod.“ Schulz ist Cheftrainer der Trainingsgemeinschaft, zu der sich vor einigen Jahren vier Vereine zusammengeschlossen haben.

Bei Stadt und Vereinen ist unumstritten, dass die Wasserfläche in Mülheim für eine 170 000-Einwohner-Stadt viel zu knapp bemessen ist. Pläne, das Wennmann-Bad um ein Außenbecken zu erweitern, ließen sich schon politisch nicht umsetzen. Dass überall gespart wird, sieht man an den Nachbarstädten, wo ebenfalls Schwimmbäder zur Disposition stehen. Aber, wendet Schulz ein, es sei doch ein Unterschied, ob eine Stadt von fünf oder sieben Bädern eines schließe, oder von fünfen, wie in Mülheim, gleich zwei. Die Sportler können ohnehin nur in 25-Meter-Becken, also im Nord- und Süd- sowie im Wennmann-Bad trainieren. Das Naturbad in Styrum und das Lehrbecken an der Rembergschule eignen sich nicht.

Schulz spricht für 170 Jugendliche, die für Wettkämpfe trainieren müssen und weitere 200 Aktive aus anderen Vereinen, die Breitensport betreiben. Doch vor allem die Jugendarbeit sieht er gefährdet: „Schwimmsport mit dem Ziel Deutsche Meisterschaft können wir uns dann abschminken.“ Und was solle aus Schwimmkursen für Kinder werden, den Behindertensportlern, der Ausbildung von DLRG und Wasserwacht, den Tauchsportlern, wenn die Bäder dichtgemacht werden?

Harry Schulz hofft für das Wennmann-Bad: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mülheimer Politik das Bad zu macht.“ Ohnehin würde es in diesem Jahr eng werden für Vereine und private Schwimmer: Das 35 Jahre alte W

ennmann-Bad in Heißen sollte diesen Sommer vorübergehend geschlossen werden. Geplant war, wie berichtet, eine Sanierung für 1,75 Mio Euro, um mit besserer Wärmedämmmung und Betriebstechnik die hohen Energiekosten zu senken. Was wird nun daraus?

Sportdezernent Ulrich Ernst verweist auf den Haushaltsbeschluss im kommenden Mai, zuvor werde man sicher nicht beginnen. Bei einer Schließung des Wennmann-Bades würde die Umverteilung der Schwimmer aus Schulen, Vereinen und der Öffentlichkeit im wesentlichen an das Südbad gehen. „Die schulische Nutzung wird dort nicht vollständig realisierbar sein“ schätzt Ernst. Und auch die öffentliche Nutzung dort werde zugunsten der Vereine und Schulen eingeschränkt werden müssen.

Eine Schließung des Wennmann-Bades für die Zeit der Sanierung hätte ohnehin gravierende Auswirkungen für den Schwimmunterricht, wendet Alois Mayer, Leiter der Erich-Kästner-Schule und Sprecher der Schulleiter, ein. Der Lehrplanauftrag sehe für Grundschulkinder vor, dass sie ein Jahr lang eine Stunde Schwimmunterricht pro Woche bekommen. Was auch bitter nötig ist: Laut DLRG-Erhebungen vom vergangenen Sommer gibt es zu viele Nichtschwimmer: 45% der Kinder können demnach am Ende ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen, nur 55% haben bis dahin das Jugendschwimmabzeichen in Bronze geschafft.

Bei einer Verknappung der Wasserfläche in Mülheim keine guten Aussichten: Auf dem Trockenen kann man es ja auch nicht lernen.

Bettina Kutzner

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Kommentare
23.02.2010
02:37
Auf dem Trockenen
von deep blue | #23

Da wundert man sich wie die Stadtregierung die Bürger aufs Trockne setzt!
Kürzung bei den Sozialverbänden , weitere Ausdünnung der Linien der MVG , Schließung von 2 Schwimmbädern , aber dafür mehr Steuern/Gebühren für die Leistungen der lebenswerten Stadt Mülheim.

Daseinsfürsorge für die Bürger als ureigenste Aufgabe der Stadtlenker perfide zuende gedacht : Ein Hafenbecken für 5 Schiffchen vor dem Rathaus.
Wer braucht Ruhrbania ? Die x-te Verkehrsumgestaltung der Innenstadt?Eine leere abzureißende Stadtbücherei und ein neues leeres Medienhaus? Den Abriß des overflys Konrad-Adenauer-Brücke? Stop , ich darf aufhören. Das war schon mehr als wir für die weitere Unterstützung der Sozialverbände , die Nichtschließung der Schwimmbäder brauchen.
Aber was wir brauchen sind Investitionen in die Jugend.Oder sind alle Kinder/ Jugendlichen gut versorgt?Man denke an die Erhöhung der KiTa-Gebühren.Die gefeierten städtischen Investitionen in Schule u. Kinderbetreuung waren im wesentlichen vom Land vorgegeben.
Ach ja , -die Schwimmbäder.
Brauchen wir auch , denn die Hälfte der Grundschulabgänger kann heute nicht mehr Schwimmen!

Übrigens , im Vereinsregister des MSB leicht nachzulesen: rund 5.000 in Schwimmbädern Wassersport-treibende Vereinsmitglieder in Mülheim, die Öffentlichkeit und die Grundschulen ,was habe ich vergessen ? Ach ja , die 5 Schiffchen...

22.02.2010
13:02
Auf dem Trockenen
von Ben_X | #22

Volkshochschulen, Bibliotheken, Theater, Schwimmbäder und sonstige öffentliche Einrichtungen kosten viel Geld und müssen geschlossen werden. Die Einrichtungen der Nachbarstädte können die Mülheimer ja als Trittbrettfahrer für lau mitnutzen.
Das Rathaus samt Kommunalpolitikern gehört dann auch abgeschafft. Mülheim wird sozusagen weggespart. Styrum, das sowieso keiner haben will, kommt zu Oberhausen, der Rest wird zwischen Essen und Duisburg aufgeteilt.
Liebe Mülheimer, wollt Ihr das wirklich?

21.02.2010
14:39
Auf dem Trockenen
von Nottelmann Michael | #21

Auch ich bin dafür,dass alle Sparvorschläge umgesetzt werden.
Man könnte ja vielleicht mal Peter Zwegat zu Rate ziehen :-D,dann bekommt die Stadt vielleicht noch was raus!!!
Aber es ist wahrscheinlich für die ,,hohen Tiere,,einfacher alles auf den kleinen Bürger umzuwälzen.
Echt traurig!!!!!

21.02.2010
12:56
Auf dem Trockenen
von spd fan | #20

Ich bin dafür, dass alle Sparvorschläge komplett umgesetzt werden.
Ferner schlage ich vor, die OB und den Rat abzuschaffen und die Gelder einzusparen. Ein neuer Ratssaal mit entsprechender Ausstattung wäre nicht nötig.
Eingesetzt wird ein Sparkommissar aus Düsseldorf. Der wird auch von dort bezahlt.
Der nimmt die Politiker, den Rat und OBs in Regress, die für die Geldverschwendung der letzten Jahre (Jahrzehnte) verantwortlich sind.

21.02.2010
12:52
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.02.2010
11:33
Auf dem Trockenen
von fußgänger | #18

Ans Theater an der Ruhr traut sich keiner ran. Dafür werden die Schwimmbäder dicht gemacht - es leidet ja auch nur das einfache Volk darunter.

Unfassbar.

21.02.2010
08:03
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #17

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.02.2010
00:50
Auf dem Trockenen
von Hirnloses Ruhrbania | #16

...aber mal ehrlich, wenn die bürgerlichen Parteien im Rathaus (SPD, CDU, FDP) den Mülheimern die Schwimmbäder und Kulturstätten klauen und gleichzeitig hinter verschlossenen Türen völlig nüberflüssige zusätzliche (!!!) hochdotierte Direktorenposten (besetzt mit eben diesen Parteibonzen) für die städtischen Betriebe beschliessen, soll es wohl so sein, wenn wir als Mülheimer Bürger/innen eben diesen Filz in das Rathaus wählen. Allein schon die vielen Posten unserer Frau Oberbürgermeisterin lässt vermuten, dass hier nur von wenigen abgesahnt wird, während die Schlangen vor der Supppenküche der Diakonie täglich länger wird. Die gemachten Millionen Schulden müssen wir Nichtpolitiker zurückzahlen, in Form von höheren Gebühren und Einsparungen. Gute Nacht Mülheim - ehrlich !

20.02.2010
20:32
Auf dem Trockenen
von abamalaehrlich | #15

Abamalaehrlich ihr Stadt-Finanzplaner,
sonst nix eingefallen?
-- Alle Museen schließen, wer sieht sich den Sch.. schon an? und in Essen, Duisburg und Oberhausen gibtes genug Kulturtempel!
-- Na, was kosten denn so die von Fremdfirmen gebauten und von Euch angemieteten Gebäude für Schulen, Rathaus, Bibliothek usw.?
Was habt ihr eigentlich gegen die Linksabfahrt von der Nordbrücke? Die funktioniert doch prima!
Steht die vielleicht der nicht im dortigen Bereich zu bauenden Hochschule im Weg?
Ach ja ... und noch was: seit ich mein kleines Häuschen 1984 gebaut habe, ist die Grundsteuer B von 400% auf wohl bald 620% gestiegen! BRAVO! Für das dafür zu erbringende Geld pflege ich das bischen Wiese vor unseren Reihenhäusern gerne selber!

20.02.2010
16:58
Auf dem Trockenen
von stromer1953 | #14

Komisch ist nur, das auch in den Städten
OB, DU, E auch Bäder geschloßen oder
abgerissen werden!

Was soll der Mist?
Sollen die Kinder im Rhein-Herne Kanal oder
in der Ruhr (ohne Bademeister) schwimmen
gehen?
Na gut im Notfall tut`s ja auch die Emscher! :-(
Ich stelle mich voll hinter dem Kommentar
von #12 SJansen!

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