Auch das Brot hat seinen Preis

Das kommt überhaupt nicht in die Tüte, sagte man früher, wenn einem etwas komplett gegen den Strich ging. Meist geht es da um finanzielle Dinge. Um Kosten natürlich, die immer steigen, sieht man einmal von der Talfahrt der Ölpreise ab. Und die steigenden Kosten müssen umgelegt werden. Auf den Kunden natürlich, der mehr in seiner Tüte haben will, aber selten bekommt, was er verdient. Und doch wird derzeit, wie die Konsumforscher ermittelten, so viel ausgegeben wie nie zuvor.

Kleine Brötchen backen will privat niemand, erst recht nicht die Bäcker, auf die diese Redensart gemünzt ist. Und was finde ich in meiner Brötchentüte? Eine Kundeninformation. Etwa eine Rückrufaktion des Brötchens von vorgestern? Nein, nur eine Ankündigung, dass alle Kosten steigen und auch der Bäcker künftig Qualität liefern und Jugendlichen durch Ausbildung eine Perspektive bieten möchte. Die Traditionsbäcker aber sähen sich einem Preiskampf mit den Discountern ausgesetzt, den sie mit ihren bisherigen Preisen nicht bestehen. Das Wort Erhöhung meidet der Bäcker aber wie der Teufel das Weihwasser auf dieser Karte. Spricht statt dessen von Anpassung. Wie hoch die Preisrunde ausfällt, der in den nächsten Tagen die Konkurrenz sicherlich folgen wird, bleibt offen. Es soll ja neugierig machen und nicht abschrecken. Da muss man schon in die Filiale und kaufen.