Architekten im  bundesweiten  Einsatz

Jüngstes Projekt: Das vom Architektenteam Hütténes geplante B & B-Hotel am Tourainer Ring ist fast fertig gestellt.
Jüngstes Projekt: Das vom Architektenteam Hütténes geplante B & B-Hotel am Tourainer Ring ist fast fertig gestellt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In 25 Jahren ist die Hütténes GmbH stetig gewachsen. 85 Mitarbeiter zählen heute dazu. Vom Einfamilienhaus zum Einkaufszentrum planen sie alles.

Mülheim.. An einem der höchstgelegenen Orte der Stadt, an der Reichspräsidentenstraße in Holthausen, ist vor rund 50 Jahren das Ruhr Reeder Haus entstanden. Ein Ankermieter ist seit Jahren das Architekturbüro Hütténes. Das fügt sich hübsch: Denn das Team dort oben auf dem Berg kraxelt selbst seit Jahren in Richtung Spitze. Es wächst weiter und weiter, hat mittlerweile 85 Mitarbeiter; 64 davon sind Architekten oder Bauingenieure. Im Ruhrgebiet zählt Hütténes mittlerweile zu den drei größten Architekturbüros.

„Geplant war das so nicht“, sagt Geschäftsführer Joachim Engelskirchen (48), aber fleißiges Arbeiten habe sich wohl ausgezahlt. Engelskirchen ist vor 20 Jahren eingestiegen, „da waren wir noch keine zehn Leute“. In den folgenden Jahren heuerte ein Fachmann nach dem nächsten an. Und egal, ob die Bauwirtschaft daniederlag oder die Konjunktur mal wieder anzog – immer hieß es: Hütténes wächst.

Chef des Ganzen ist Martin Hütténes

Chef des Ganzen ist Martin Hütténes (55). Der Krefelder hatte sich nach einem Studium in Aachen erfolgreich beworben bei Architekt Helmut Timmerbeil, der seit 1969 ein Büro in Mülheim führte. Über Jahre hinweg teilten sich die Kollegen die Arbeit; 1990 – vor nunmehr 25 Jahren also – entstand dann zunächst die Timmerbeil & Partner GmbH mit Hütténes als Geschäftsführer. Und 1997 übernahm Martin Hütténes ganz; seitdem ist er geschäftsführender Gesellschafter.

Vom Einfamilienhaus zum Einkaufszentrum: Hütténes realisiert Projekte von klein bis groß. Die Bandbreite sei eine ihrer Stärken, sagen die Architekten. Und das Verständnis, kein reines Architektenbüro sein zu wollen, sondern ein umfassender Dienstleister, der sich von der ersten Idee bis zur Verwirklichung des Projekts und darüber hinaus einbringe. „Wir wollen niemandem unseren Baustil aufdrängen“, sagt Joachim Engelskirchen. Man versuche vielmehr, genau auf die Wünsche des Bauherrn einzugehen und vor allem auf die Besonderheiten des Standortes. „Ein Ergebnis in Mülheim fällt dann natürlich anders aus als eins in Berlin.“ Die bundesweiten Aufträge werden übrigens nicht allein von Mülheim aus gestemmt; es gibt ein Berliner Büro mit acht Kollegen und eins in Bremen mit zwei.

Vorzeigeobjekt ist der Ruhrpark

Ein Vorzeigeobjekt ist zurzeit der Ruhrpark in Bochum, ein Einkaufstempel mit einer Verkaufsfläche von 89 000 qm. Das Team modernisiert das Shoppingcenter; im September will man fertig sein, nach vier Jahren. „Aus einem altbackenen Einkaufszentrum wird dann eines, das für die Zukunft gut aufgestellt ist“, sagt Engelskirchen.

Die Branche nennt den Vorgang des Generalüberholens „Revitalisierung“. Und so nutzt auch Architekt Peter Jebbink (40), seit 2004 Prokurist des Unternehmens, diese Vokabel, als er sein aktuelles Projekt vorstellt: den Umbau der Gropius-Passagen in Berlin, die noch größer sind als das Rhein-Ruhr-Zentrum. Die Passagen habe trotz strukturschwacher Umgebung viel Potenzial, „zumal sie ein großes Einzugsgebiet haben“.

In puncto Einkaufszentren arbeitet Hütténes mit Unibail-Rodamco zusammen, einem der europaweit größten Entwickler von Shoppingcentern. Doch es geht auch deutlich kleiner, deutlich lokaler: Das Team zeichnet aktuell etwa für die Planung des B & B-Hotels am Tourainer Ring verantwortlich und für den Umbau verschiedener Mülheimer Kitas. Auch der Brandschutz einiger Grundschulen wurde verbessert und neue WC-Anlagen wurden geschaffen.

Am Otto-Pankok-Gymnasium, das 2014 wegen Schäden an den Fassadenplatten vorübergehend gesperrt werden musste, sorgt man bis Ende 2015 für die Beseitigung der Unannehmlichkeiten. Hütténes ist zudem im Bereich Gewerbebauten tätig. Und kümmert sich für die Drogeriemarktkette dm um alle Immobilien in NRW: vom ersten Ausbau bis zum nötigen Umbau.

Man will dort oben auf dem Berg in Holthausen nicht nur Architekt sein, der mal eben etwas realisiert, sondern Berater, der bestenfalls langfristig erhalten bleibt.