Architekt plant mit Brücke einen Blickfang am Rathausmarkt

Vom neuen Radweg auf den Bögen könnten Fußgänger und Radler auf einer Brücke über die Bahnstraße zum Aufzug mit Marktanschluss gehen
Vom neuen Radweg auf den Bögen könnten Fußgänger und Radler auf einer Brücke über die Bahnstraße zum Aufzug mit Marktanschluss gehen
Foto: WAZ FotoPool
Vom neuen Radweg soll es kurze Wege zum Markt, an die Ruhr und in die Innenstadt geben. Klaus Ruppin hat zur Randgestaltung des Platzes eine Idee.

Stadtmitte.. „Wer vom Hauptbahnhof oder von der Broicher Ruhrseite demnächst flott den Markt oder das Rathaus erreichen will, der benötigt eine kurze Verbindung vom neuen Rad- und Wanderweg oben nach unten in die Stadt“, dachte sich Klaus Ruppin. Also entwarf der Architekt sie: Eine leichte Brücke aus Metallstreben über die Bahnstraße mit filigraner Mastkonstruktion sowie ein kleines Kaffeehaus, in dem ein Aufzug von der Tiefgarage mit Zwischenstopps bis zur Brückenkante fährt.

Damit nimmt der Mülheimer frühere Ideen aus dem Rathaus wieder auf „und das Projekt spart dazu Geld. An der Ruhrpromenade, auf der Nordseite der Bahnbögen wird kein Lift mehr gebraucht, weil der Aufzug am Rathausmarkt mehrwertig ist. Er verbindet den Radwanderweg mit der Caféterrasse, dem Markt und hat soziale Kontrolle“, erklärt Klaus Ruppin.

Er findet, der Platz dürfe nicht nur leere Veranstaltungsfläche sein, sondern brauche ein belebendes Element. „Ein Café mit Dachterrasse kommt bei den Leuten bestimmt an. Im Sommer lässt es sich dort mit gutem Überblick verweilen“, beschreibt der Architekt seinen Entwurf. Im Erdgeschoss des ovalen Baus befinden sich öffentliche Toiletten und ein Kiosk, Lagerräume für die MST darunter.

Rund 1,5 Millionen Euro Kosten veranschlagt

Radler auf der ehemaligen Trasse der Rheinischen Bahn können über die Brücke und eine Rampe in die Stadt rollen. „Das gilt auch für Rollstuhlfahrer“, fügt der 73-Jährige hinzu. Er sitzt für die SPD als sachverständiger Bürger im Planungsausschuss und war früher Stadtplaner in Oberhausen.

Brücke und Café verbindet ein 25 bis 35 Meter hohes Turmgerüst. „Das ist eine Landmarke, ein Blickfang, wie es vor 20 Jahren ,Solaris’ und ,Ventus’ werden sollten. Wer über den Hochweg kommt, sieht sofort den Abgang zur Stadt“, beschreibt Ruppin. „Als Gegenstück sei der Treppenturm an der Ruhrpromenade zu sanieren. Ein neuer Helm aus Stahl und Glas stünde ihm gut und wäre haller als der einst dunkle Mauerturm.“

Der Regionalverband Ruhr hat errechnet, dass allein auf dem Mülheimer Teilstück des zukünftigen Rad-Schnell-Weges täglich etwa 2000 bis 3000 Radfahrer unterwegs sein werden sowie die Zu- und Abfahrten nutzen. „Auch die Fußgänger brauchen attraktive Abgänge“, sagt der Architekt. Caféhaus und Ruhrpromenade seien die Anziehungspunkte.

Für seine kleine Hängebrücke mit Gittermast und Cafépavillon (rund 100 Quadratmeter) hat Ruppin 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Die könnten Stadt und RVR allein nicht stemmen. Private Hilfe sei dafür nötig. Aber er möchte die Diskussion über die Gestaltung der Innenstadt mit seinem Entwurf bereichern. Zu viel Nüchternheit belebe nichts, meint er.