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Gewerpepark am Flughafen

Anwohner fürchten mehr Belastung

27.06.2008 | 17:07 Uhr

Der Landwirt Hans Terjung kommt mit seinem Trecker zum WAZ-Mobil angetuckert. Auch er ist mit seinem Hof quasi ein Anlieger des Flughafens.

Früher, sagt er, konnte er zu Fuß über das Fluggelände gehen. Das sei ihm am liebsten gewesen. Vorbei. Die Hubschrauber empfindet er als massiv störend und die Politik am Flughafen, immer ein Stückchen mehr zu genehmen, als hinterhältig. Fast zwei Stunden diskutieren Anwohner, der Flughafen-Chef und Vertreter von Bürgerinitiativen über Belastungen, Chancen und Entwicklungen am Flughafen. Die meisten klagen, fürchten einen sukzessiven Ausbau des Flugbetriebs und damit eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Den geplanten Gewerbe- und Büropark an der Brunshofstraße halten viele von jenen, die zur Rollenden Redaktion gekommen sind, für überflüssig. „Es gibt genug Leerstände. Muss die Stadt alle freien Flächen zubauen?” Der Flughafen-Chef Reiner Eismann versichert: Kein Mensch wollte und will hier eine Art Regional-Flughafen errichten. Sein Vorhaben heißt Geschäftsflughafen, das möchte er ausbauen, dafür sieht er im westlichen und mittleren Ruhrgebiet Bedarf, einen Bedarf, so Eismann, den der Flughafen Düsseldorf aus Kapazitätsgründen nicht bewältigen kann. „Wir können nicht gegen jede Entwicklung sein”, warnt Eismann, zeigt aber für Anwohner Verständnis: „Das ist eine schöne, ruhige Gegend hier. Da fällt jede Lärmquelle deutlicher auf als anderswo.” Diese Lärmquelle, ein Mix aus Düse, Hubschraubern und Schulungsflügen, macht manchen schwer zu schaffen. Ingrid Kleinstoll etwa, die seit Jahrzehnten unweit des Flughafens wohnt, spricht von einer zunehmenden Verschlechterung der Lebensqualität. Lärm macht krank, betont sie und fürchtet, dass durch den Bau einer Wartungshalle für Flugzeuge auch noch nächtlicher Lärm hinzu kommt. „Das Nachtflugverbot bleibt”, versichert Eismann. Die Wartungshalle bedeutet aus seiner Sicht 40 bis 50 Flugbewegungen mehr im Jahr.  Dabei reicht vielen das, was sie am Tag erleben. Die Hubschrauber-Rundflüge seien so laut, dass sie Angst bekomme, berichtet etwa Kerstin Heiden. Gerade am Wochenende sei es furchtbar laut, gerade bei schönem Wetter. „Die Anwohner können sich eigentlich nur auf schlechtes Wetter freuen”, bemerkt der Sprecher des Netzwerkes gegen Fluglärm, Waldemar Nowak. Dass die CDU am Flughafen „eingeknickt ” sei und dem Gewerbepark mit flugaffinem Gewerbe zugestimmt habe, ist für Nowak ein Politikum, das nicht ohne Folgen bleiben werde.  Etwa 2800 Hubschrauber-flüge im Jahr bestätigt Eismann, der insgesamt wieder auf 50 000 Flugbewegungen im Jahr – über alle Maschinen – kommen möchte. Das wären im Schnitt über 100 am Tag. Auch Martina Mauden wird es zu viel. „Bis jetzt war das alles akzeptabel, auch die Großveranstaltungen am Flughafen störten mich nicht.” Durch die neuere Entwicklung mit Düse und Gewerbepark fühlt sie sich „überrollt”. Der Gewerbepark, fürchtet Jürgen Koep, der Vorsitzende der Gemeinschaft am Flughafen, werde auch noch belastende Zuliefererverkehre bringen. Es gibt aber auch jene Stimmen wie die von Albert Köning, der 150 Meter vom Flughafen entfernt wohnt und sich aufregt über jene, die sich über Fluglärm aufregen. Er sieht darin kein Problem wie auch Kurt Risse: „Ich kann damit eigentlich bisher gut leben.”

Andreas Heinrich

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Kommentare
29.06.2008
23:59
Anwohner fürchten mehr Belastung
von jutta | #19

Man muss doch mal zwei Dinge voneinander unterscheiden: den Büro-/Gewerbepark und den Geschäftsflughafen mit Düsenflug.
Wenn der Büro-/Gewerbepark nur WDL zur Wartung von Flugzeugen dient und er ansonsten nicht flugaffin genutzt wird, wie es die Politik verkündet, dann finde ich das so in Ordnung. Die Gebäude könnten sogar ein Schallschuz für die Siedlung sein. Ich vertraue mal darauf, dass die entstehenden Gewerbe nicht mehr stören als die bereits schon bestehenden Gewerbe an der Brunshofstr. Fraglich bleibt nur, für welche Gewerbe bzw. Büros der Flughafen dann interessant ist und ein Standortvorteil sein kann, wenn sie nicht flugaffin sein sollen? Von daher glaube ich der Erklärung der Politik irgendwie nicht so richtig und befürchte, dass der Gewerbepark auch dem Flughafenausbau dient.
Ich habe auch nichts gegen einen Geschäftsflughafen, wie er jetzt besteht. Alle Manager können bereits jetzt alle Ziele in Europa erreichen. Die Zeitersparnis eines innerdeutschen Düsenfluges würde nur bei ca. 15 Minuten liegen. Warum nun diese Zeitersparnis Arbeitsplätze bringen soll bleibt für mich unerklärlich. In diesem Punkt muss ich sagen überwiegt für mich die Lärmbelastung gegenüber dem fraglichen Nutzen für die Wirtschaft bzw. der Bequemlichkeit von Managern.

29.06.2008
18:12
Anwohner fürchten mehr Belastung
von Soschlaubinichauch, | #18

@17
Wenn einem nichts mehr einfällt macht man auf beleidigt.
Für mich sind die meisten derer die in den letzten 10-15 Jahren sich am Flughafen Grund und Boden gekauft haben und heute über den Fluglärm beschweren, Opfer ihrer eigenen Fehlspekulation geworden und machen auf unverstanden und Mitleid. Ich verstehe das Problem nicht, wenn ich neben einen Flughafen ziehe weiß ich doch vorher das es dort lauter ist als 5 Kliometer weiter weg. Wenn ich im Wald wohne kann ich dem Hirsch auch nicht das Röhren verbieten oder dem Buntspecht das schlagen bzw. klopfen.

29.06.2008
17:45
Anwohner fürchten mehr Belastung
von ssaansche | #17

Ich finde, die Fluglärmgegner dürften überhaupt keine Meinung haben dürfen!

29.06.2008
17:19
Anwohner fürchten mehr Belastung
von Hans die Eichel | #16

Ich kann die Diskussion nicht verstehen. Die Leute kaufen sich Grundstücke neben dem Flughafen und wundern sich dann über Lärm. Das ist doch absurd...

Seid doch froh, wenn die Stadt sich entwickelt und Arbeitsplätze nach Mülheim holt. Dadurch gibts mehr Steuereinnahmen und mehr Investitionen und machen das ganze Umfeld interessanter und lebenswerter - und zwar für alle Mülheimer!

Aber irgendwie sind alle Mülheimer gegen alles, sei es jetzt Ruhrbania, der Gewerbepark Flughafen oder z.B. dem Cafe de Sol an der Aktienstraße, welches dann ja an dieser vielbefahrenden Hauptstraße für Lärm sorgt.

Wer hindert euch denn, wegzuziehen. In Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen gibts verdammt schöne und vor allem ruhige Plätze für wenig Geld, aber da beschwert ihr euch über die Infrastruktur und das keine Arbeitsplätze da sind. Das nenne ich schizophrän.

Man könnte meinen, die Landebahn liegt direkt zwischen Saarn und Speldorf und der Gewerbepark wird im Rumbachtal gebaut.

29.06.2008
15:43
Anwohner fürchten mehr Belastung
von martin | #15

@14: guter kommentar

29.06.2008
00:27
Anwohner fürchten mehr Belastung
von Jetpilot | #14

Manche Kommentare lassen die Vermutung aufkommen ganz Mülheim sei um den Flughafen herum gebaut und ein Ausweichen innerhalb der Stadt unmöglich. Der Flughafen ist seit sehr langer Zeit dort wo er ist und wird sicherlich auch den Bedürfnissen angepasst werden müssen - den Verkehrsbedürfnissen.

Wurde Irgendjemand gezwungen sich neben dem Flughafen nieder zu lassen oder gab es 100 prozentige Zusagen das sich Nichts verändert oder gar der Flughafen dicht macht? Falls ja, wäre eine Quellenangabe hilfreich.

28.06.2008
23:31
Anwohner fürchten mehr Belastung
von Wolfgang S. | #13

zu 11: wer noch mehr fluglärm nach Mh holt als Düsseldorf eh schon erzeugt, wird gerade junge Familien vergraulen und schwerhörige Rentner etablieren.

28.06.2008
18:39
Anwohner fürchten mehr Belastung
von hamicha | #12

zu 6 : Zitat Grund für den Aufbau einer eigenen Privatjet-Flotte ist die große Nachfrage:

Mit Angebot + Nachfrage ist das für mich in allen Bereichen so eine Sache.

M.E. werden viel zu viele massive privatwirtschaftl. Interessen + Projekte gerade mit dieser Begründung durchgesetzt ! Ich dagegen behaupte :
erst durch das Angebot und entsprechender Werbung wird die Nachfrage überhaupt wachgeküsst + forciert !
Kein Angebot = keine Nachfrage ,ganz einfach !

28.06.2008
18:12
Anwohner fürchten mehr Belastung
von Soschlaubinichauch | #11

Wer neben eine 4 spurige Autobahn zieht, darf sich wohl nicht wundern das bei Bedarf diese auf 6 Spuren ausgebaut wird.

Wenn ich ein Haus neben eine Blumenwiese baue, sollte ich mir bewusst sein, dass daraus ein Acker werden kann der u.U. auch gedüngt wird.

Manche Mitbürger sind doch sehr blauäugig in ihrer Lebensplanung. Auf der einen Seite wird die Überalterung Mülheims angeprangert und die Stadt soll was dagegen tun und wenn dann die Infrastruktur verbessert werden soll um Mülheim für Investoren attraktiver zu machen, dann will keiner belastet werden.
Getreu dem Motto: Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.

28.06.2008
15:10
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von broichsmitte | #10

Wenn dem so wäre, müsste die Betriebsgenehmigung ja nicht geändert werden. Also so einfach ist es ja doch nicht.

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