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Kinderlärm

Anonyme Beschwerden über den Kindergarten „Rasselbande“ in Mülheim

17.02.2011 | 18:43 Uhr
Anonyme Beschwerden über den Kindergarten „Rasselbande“ in Mülheim
Anonyme Anrufer beklagten sich über die spielenden Kinder beim Kindergarten "Rasselbande" in Mülheim.

Mülheim.   In Mülheim ist es ums Thema Kinderlärm relativ ruhig. Laut einer Sprecherin des Kita-Zweckverbands im Bistum Essen gab es nur beim Kindergarten "Rasselbande" Beschwerden. Anonyme Anrufer beklagten sich über die spielenden Kinder.

Angela Mailer, Leiterin der „Broicher Rasselbande“, hat einen roten Button an ihre Strickjacke geheftet: „Ich spiele mit!“ Nicht alle Nachbarn des katholischen Kindergartens an der Hermannstraße würden diese Parole unterschreiben.

Mülheim relativ ruhig

Der Anstecker, ebenso wie das große „Mensch ärgere dich nicht“-Plakat an der Eingangstür, sind Zubehör einer Kampagne für Toleranz und das Recht auf Spielen, die der Kita-Zweckverband im Bistum Essen gerade gestartet hat. Dessen Sprecherin Kristina Kähler sagt, im Vorfeld der groß angelegten Aktion habe sich der Dachverband bei allen angeschlossenen Einrichtungen erkundigt, ob es schon mal Beschwerden gab: „In Mülheim scheint es richtig ruhig zu sein. Die einzige Rückmeldung kam von Frau Mailer.“

Sie leitet einen Kindergarten, den es schon seit Mitte der 60er Jahre an dieser Stelle gibt, im Schatten der Kirche Herz Jesu, zu deren Gemeinde er gehört. Derzeit wird er von 66 Jungen und Mädchen besucht, die je nach Laune und Wetter natürlich auch draußen spielen, wo es Schaukeln gibt, den Sandkasten und einen kleinen Fahrzeugschuppen, Klettergeräte und zwei Törchen zum Fußballspielen („nicht mit Leder-, nur mit Plastikbällen“).

Dicht bebaut ist die Gegend, gleich gegenüber und nebenan „leben viele ältere Leute“, weiß Angela Mailer, direkt nebenan liegen seniorengerechte Wohnungen. Als Sternsinger ziehen die Kinder dort jeden Winter in die Häuser „und werden auch immer sehr freundlich empfangen“.

Anonyme Beschwerden bei der Kindergartenleiterin

Doch ab und an klingelt das Telefon im winzigen Büro der Kindergartenleiterin, und anonyme Anrufer („der Stimme nach älter als 65“) beschweren sich bei ihr. Wenn beispielsweise im Sommer Planschbecken draußen stehen, in denen die Kleinen baden und toben.

„Die Leute wollen, dass die Kinder Mittagsruhe halten, zwischen 13 und 15 Uhr drinnen spielen, auch bei schönem Wetter“, so die Erzieherin. Eine Forderung, die sie nicht erfüllen kann und möchte. Nach ihrer Aussage wollte noch kein Anrufer seinen/ihren Namen nennen oder der Einladung folgen, zu einem Gespräch bei Kaffee und Kuchen in die Kita zu kommen.

Mögliche Lösung? „Wir sagen den Kindern immer: ,Versucht mal, nicht so laut zu kreischen.’“ Doch das vergessen sie schnell, weiß Angela Mailer, und erzählt noch die Geschichte eines früheren Nachbarn, der gegen den Klang der Glocken von Herz Jesu gar gerichtlich zu Felde gezogen sei – „so was muss ich doch wissen, wenn ich neben eine Kirche ziehe“. Der Mann sei inzwischen weggezogen.

Annette Lehmann

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